Statement auf Twitter folgt

WDR-Eklat nach Karnevals-Show: Sender entfernt Szene - doch Welle der Empörung rollt schon

Über die Show „Jet zo fiere“ waren einige Zuschauer erbost.
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Über die Show „Jet zo fiere“ waren einige Zuschauer erbost.

Erneuter Rassismus-Ärger für den WDR. Nach der Kritik an der Talkshow „Die letzte Instanz“ bekam nun eine Karnevalssendung mächtig Ärger in den sozialen Netzwerken.

Köln – Der WDR wird die Rassismus-Kritik nicht los. Erst kürzlich stieß eine Wiederholung der Talkshow „Die letzte Instanz“, die beim Sender lief, auf heftige Kritik in den sozialen Netzwerken. Die Gäste des Talks zu Fragen wie „Das Ende der Zigeunersauce – ist das ein notwendiger Schritt?“ entschuldigten sich später medienwirksam und auch der Sender räumte Fehler ein – ein Schritt, den der WDR nun direkt wiederholen musste.

WDR: Erneuter Rassismus-Ärger! Diesmal geht es um eine Karnevalssendung

Denn schon wieder brandeten heftige Rassismus-Vorwürfe gegen den Westdeutschen Rundfunk auf. Diesmal ging es allerdings grundsätzlich um etwas anderes. Im Kreuzfeuer der sozial-medialen Aufregung stand nun nämlich der Karneval. Da dieser ja in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie nicht auf den Straßen gefeiert wird, wollte der Sender natürlich immerhin im TV für etwas jecke Stimmung sorgen. Eine Sache hatten sie aber wohl nicht bedacht.

In der Nacht zu Sonntag zeigte der Sender „Jet zo fiere! Das Beste aus der Verleihung des Ordens Wider den tierischen Ernst“. Auf Twitter gab es während der Ausstrahlung aber heftige Kritik. Besonders auf Twitter machten einige ihrem Ärger Luft. In dem Zusammenschnitt waren nämlich weiße Menschen zu sehen, die sich auf der Bühne im Gesicht schwarz geschminkt hatten. Diese Praxis, auch unter dem Namen „Blackfacing“ geläufig, wird als rassistisch empfunden.

WDR erntet erneuten Rassismus-Shitstorm - Sender reagiert mit Statement auf Twitter

Dem Ärger aus den sozialen Medien beugte sich auch der WDR und reagierte. Wer die Sendung nun in der Mediathek des Senders nachschauen möchte, der wird dort bei besagter Stelle plötzlich nur noch den Ton hören. Statt der umstrittenen Bilder ist lediglich eine Hinweistafel zu sehen. „In diesem Video ist ein Ausschnitt aus 2010 enthalten, den wir entfernt haben. Er zeigt Personen mit ‚Blackfacing‘ auf der Bühne. ‚Blackfacing‘ wird mittlerweile im Karneval zurecht kritisiert und verpönt. Die Szene hätte nicht in den Zusammenschnitt aufgenommen werden dürfen“, heißt es dort.

Diese Tafel zeigt der WDR in der Mediathek statt der kritisierten Aufnahmen.

Und nicht nur in der Mediathek reagierte der Sender. Wie bereits nach der Sendung „Die letzte Instanz“ folgte nach dem erneuten Rassismus-Aufreger auf Twitter ein Statement des WDR. „So etwas darf uns nicht passieren – erst recht nicht nach den Diskussionen der vergangenen Wochen. Und es zeigt: Wir haben hier noch viel zu tun“, schrieb der Sender im sozialen Netzwerk.

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