Aus für Simone Standl

WDR trennt sich von langjähriger TV-Moderatorin - Sie ist stinksauer: „Frechheit“

Moderatorin Simone Standl kommt zur Premiere des 5. Kölner Weihachtscircus am 08.12.2019 in Köln.
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Simone Standl moderiert nicht mehr im WDR.

Der WDR trennte sich von seiner langjährigen Moderatorin Simone Standl. Die äußert sich nun wütend über ihren Rausschmiss und bezeichnet den Sender als „feige“.

Köln - 16 Jahre lang moderierte Simone Standl die Kölner „Lokalzeit“ beim WDR. Damit ist nun Schluss. Der Sender trennte sich überraschend von der beliebten Moderatorin. Das bestätigte der Sender am Freitag (23. Juli) dem Kölner Stadt-Anzeiger

Moderatorin Simone Standl nicht länger für WDR tätig

Die Moderatorin hatte, nachdem sie von ihrem „Lokalzeit“-Aus erfahren hatte, öffentliche Kritik geäußert: „Natürlich hat jeder Arbeitgeber das Recht, etwas anderes auszuprobieren, aber dann muss man anständig mit den Leuten umgehen. Ich stehe seit 27 Jahren beim WDR vor der Kamera, seit 1998 regelmäßig. Wir sind hier alle tief frustriert, das Klima ist nicht mehr schön“, so Standl.

Darauf reagierte der WDR mit einer kompletten Beendigung des Arbeitsverhältnisses. „Der WDR hat sein Angebot zur Weiterbeschäftigung zurückgezogen, da die öffentlichen Äußerungen der Moderatorin über den WDR das Vertrauensverhältnis schwer gestört haben“, so das Statement der Pressestelle gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger. Auch eine Nachfolgerin sei schon gefunden, Sümeyra Kaya.

Ex-WDR-Moderatorin sauer: „feige“ und „schwammige Aussagen“

Simone Standl bekomme eine Abfindung vom WDR, hieß es weiter, „eine sehr faire Abfindung nach den Regeln des WDR-Tarifvertrages“. Fair findet das Simone Standl aber wohl nicht. Sie äußerte sich zu ihrer Entlassung nun in einem Interview mit der Bild-Zeitung. „Was genau hinter meiner Entlassung steckt, weiß ich bis heute nicht. Da war der WDR recht feige und hat sich in schwammigen Aussagen hin und her gewunden“, so die 59-Jährige.

Man habe ihr zur Entlassung Folgendes gesagt: „Dass man andere Zielgruppen erobern möchte, vor allem jüngere zwischen 35 und 55.“ Standl denke aber, dass junge Menschen ohnehin kein analoges Fernsehen mehr schauen und man stattdessen die älteren Stammzuschauerinnen und -zuschauer vergraule.

Simone Standl fühlt sich „zur Tür hinausgeschoben“

Der Umgang mit ihr als Person macht Standl wütend: „Man hätte sich auch mit mir zusammensetzen können, und wir hätten offen darüber geredet, wie man frischen Wind durch neue Gesichter schafft – und die alten, langgedienten Mitarbeiter weiter hinter der Kamera sinnvoll einsetzt. Oder sich auch ganz trennt, aber eben offen und ehrlich. Aber dieses unehrliche Herumgeschwurbel und das Erfinden von abwegigen Begründungen, das ist eine Frechheit.“ Weiter sagt sie im Interview: „Sie haben mir nach 27 Jahren nicht einmal eine Pressemitteilung mit ein paar öffentlichen Dankesworten gegönnt. Wie der WDR mich zur Tür hinausgeschoben hat, war einfach unglaublich verletzend. Im Fach ,Emotionale und soziale Kompetenz‘ bekäme er deshalb leider von mir die Note Fünf minus.“

Kürzlich wurde bekannt, dass auch eine andere langjährige Moderatorin nicht mehr im WDR zu sehen sein wird. Eine Moderatorin von RTL wurde aufgrund ihres Verhaltens im Hochwasser-Krisengebiet kürzlich beurlaubt.

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