Das letzte "Wetten, dass..?"

Wettkönig zur tz: "Haben bis um 8 Uhr gefeiert"

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Jakob Vöckler kletterte die Wand eines Parkhauses hoch und wurde von den Zuschauern belohnt.

Nürnberg - Er geht als letzter Wettkönig in die Annalen von Wetten, dass..? ein. Ein bisschen krass sei das schon, schmunzelt der 21-Jährige Jakob Vöckler im ­Gespräch mit der tz.

Seine Stimme klingt müde, aber sehr glücklich und stolz. „Es geht mir gut“, sagt Jakob Vöckler kurz und cool auf die Frage, mit welchen Gefühlen er nach seinem großartigen Triumph aufgewacht sei. Der Lehramtsstudent aus München hat am Samstagabend ein Stück Fernsehgeschichte mitgeschrieben. Er wird als letzter Wettkönig in die Annalen von Wetten, dass..? eingehen. Ein bisschen krass sei das schon, schmunzelt der 21-Jährige im ­Gespräch mit der tz.

Jakob hatte gewettet, dass er schneller die Fassade eines Parkhauses hoch- und wieder runterklettert, als Rallye-Weltmeister Sébastien Ogier den „normalen“ Weg hinauf- und wieder hinunterfährt. „In den ersten Proben hatte es nie geklappt“, erzählt Jakob. „In der Generalprobe lag ich dann knapp vorne, und in der Show lief es zum Glück perfekt.“ Und das, obwohl das Wetter nicht nach seinem Geschmack war. „Regen kann ich nicht gebrauchen“, hatte er vor der Show gesagt. Und dann fing es in Nürnberg an zu tröpfeln. Die Kollegen vor Ort hätten ihm netterweise eine Matte hingelegt, an der er seine Schuhe trocknen konnte. So war die Gefahr, abzurutschen, gebannt – und der Weg für den Erfolg frei.

Bis Sonntagfrüh um acht Uhr haben Jakob und seine rund 20 mitgereisten Freunde auf der Aftershow-Party gefeiert, mit anderen Kandidaten geratscht und gefeixt. Und was macht er nun mit seinem Gewinn? 50 000 Euro werden bald auf seinem Konto einlaufen … „Eine Weltreise wäre schön“, sagt Jakob. „Irgendwann.“ Und seine Parkour-Freunde, die ihn bei den Vorbereitungen für die Wette unterstützt haben, sollen auch etwas abbekommen. „Ohne die hätte ich es schließlich nicht geschafft.“

So war die Show

Das deutsche Fernsehen hat am Samstagabend die aufwendigste Beerdigung seiner Geschichte gefeiert, mit Leberwurst leckenden Hunden und der offenbar gesetzlich vorgeschriebenen Helene Fischer. Die überlange letzte Ausgabe von Wetten, dass ..? bis 23.50 Uhr bestätigte, dass die Entscheidung richtig war, die Wettsause – zumindest in dieser Form – nicht fortzusetzen. Denn aus dem „Kessel Buntes“ ist spätestens unter Markus Lanz ein „Kessel Graues“ geworden, altbacken und miefig, ein „Blauer Bock“ ohne Äppelwoi.

„Arrivederci Lanz, das war Dein letzter Tanz“, sangen Otto Waalkes und Bully Herbig zum Abschied und ließen mit ihrer Schlagfertigkeit ein bisschen was vom alten Glanz spüren. „Darf der Hund noch maaal?“ Ein Satz, gesprochen vom kleinen Paul, der die Sendezeit enorm ausdehnte, aber für viel Amüsement im Publikum sorgte. In diesem Moment – und bei der wilden Rallye-Fahrt durch ein Nürnberger Parkhaus – bekam man ein Gefühl dafür, wie prächtig diese Show auch heute noch funktionieren könnte. Mit einem anderen Moderator und ein paar pfiffigeren Ideen. Ben Stiller war übrigens das letzte irritierte Hollywood-Opfer auf der Couch. Doch man muss gar kein US-Superstar mehr sein, um vorzeitig von der Show befreit zu werden – auch ein Hermann Maier durfte früher gehen. Trotzdem: Danke für drei Jahrzehnte (meist) toller Unterhaltung!

Riesen Applaus für Samuel Koch

Es hätte der emotionale Höhepunkt der Show werden können, am Ende war es für alle Beteiligten irgendwie peinlich. Samuel Koch hatte sich einige Wochen Zeit genommen, um zu entscheiden, ob er bei der letzten Ausgabe von Wetten, dass..? dabei sein möchte. Auf der Bühne. Er sagte schließlich zu, kam mit Til Schweiger (die beiden haben gerade den Kinofilm Honig im Kopf zusammen gedreht) – und wurde von Standing Ovations überwältigt.

Anstatt diesen Moment einfach mal wirken zu lassen, stellte Markus Lanz Fragen wie „Wie geht es dir heute, Samuel“ oder, sinngemäß, ob er dem schrecklichen Unfall vor vier Jahren nicht auch etwas „Sinnhaftes“ abgewinnen könne. Geht’s noch? Später erklärte der Moderator, die Fragen, für die er im Internet massiv kritisiert wurde, seien im Vorfeld mit Samuel Koch abgesprochen gewesen.

thy/JH

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