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Wilsberg als Kammerspiel: Der Mörder ist „Einer von uns“

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Wilsberg - Einer von uns
Dr. Tessa Tilker (Patricia Meeden, r) mit Wilsberg (Leonard Lansink) und Ekki (Oliver Korittke). © Thomas Kost/ZDF/dpa

Ein Seminar auf dem Lande läuft von Anfang aus dem Ruder. In der ersten Nacht gibt es Schreie und eine Blutspur. Da muss der schrullige Privatdetektiv ran - es wird doch tatsächlich gruselig.

Münster - Grusel und Nervenkitzel - ZDF-Ermittler Georg Wilsberg steht eigentlich nicht für diese Art Unterhaltungsgenre mit den großen Spannungselementen.

Im neuen Fall „Einer von uns“ (ZDF, Samstag, 20.15 Uhr) aber schaut das ganz anders aus. In einem einsamen verwinkelten Wasserschloss entwickelt sich ein Kammerspiel um Missgunst, Gewalttätigkeit, Mordmotive und Tod. Bis zur Auflösung am Ende werden die Zuschauer quer durchs Gebäude geführt, durch einsame Gänge, dunkle Keller und verstecke Treppenhäuser. Es gibt Blutspuren, Opfer und eine überraschende Auflösung am Ende.

Das Besondere: Es gibt nur Hauptdarsteller. Wo sonst in anderen Fällen allein schon bei der Besetzung klar ist, wer am Ende der Mörder sein muss, haben Marin Enlen (Regie) und Stefan Rogall (Buch) bei den Schauspielern dieser Folge nicht gekleckert. Mit Christoph Bach („Charité“), Julia E. Lenska („Bettys Diagnose“), Lasse Myhr („Nord bei Nordwest“) und Martin Butzke („Der Untergang“) sind die Teilnehmer eines Seminars auf dem einsamen Land toll besetzt.

Patricia Meeden gibt ihr richtiges Debüt als Anwältin Dr. Tessa Tilker. Damit folgt sie auf Ina Paule Klink, die das Wilsberg-Team verlassen hat. Meeden („The Voice auf Germany“) hatte bereits 2017 in der Folge „Wellenbrecher“ einen Auftritt.

Der schrullige Privatdetektiv Georg Wilsberg (Leonard Lansink) kommt mit Kumpel Ekki Talkötter (Oliver Korittke) ins Spiel, als Tilker die beiden zu einer versteckten Ermittlung auf das Wasserschloss ruft. Sie sollen als getarntes Wartungspersonal nach dem Rechten schauen. Die Juristin hatte nachts Schreie gehört und eine breite Blutspur entdeckt, die wenig später aber wie von Zauberhand verschwunden war.

Auf dem Land hat sich ein kleiner, aber elitärer Zirkel zu einem Wochenendseminar versammelt. Darunter ein Unternehmensberater (Bach), die Mitarbeiterin der NRW-Staatskanzlei (Lenska), ein PR-Spezialist (Myhr) und ein Journalist (Butzke). Den Auftaktvortrag sollte Overbeck (Roland Jankowsky) als Vertreter der Kriminalpolizei halten.

Doch der Kommissar kommt nicht weit. Sein Computer wird gehackt und auf dem Bildschirm erscheint eine Drohung. Das Kammerspiel um die beruflichen Verquickungen und Gefühlswelten unter den Schlossgästen kann beginnen. Später, als der Fall immer verworrener und bedrohlicher wird, stößt noch Kommissarin Springer (Rita Russek) dazu, die missmutig ihr freies Wochenende opfern muss. Zu diesem Zeitpunkt aber fehlt es noch an einer Leiche.

Platz für Humor und Klamauk gibt es in dieser Folge auch. Und Overbeck zeigt sogar Selbstironie („Verarschen kann mich selber“) als Wilsberg seinen besonderen Intellekt lobt. Ausnahmsweise meint es der Privatdetektiv in dieser Szene aber mal ernst.

Und der Kripo-Depp vom Dienst nimmt das Gruselgenre auf die Schippe: „Ich hab's ja gesagt. Niemand sollte jemals irgendwo allein lang gehen, wenn ein verrückter Killer durch eine alte verlassene Burg geistert.“ Kaum ausgesprochen, knarzt die Treppe. dpa

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