Der Mainzelmännchen-Sender

ZDF: Geschichte, Marktanteil, Programm – alle Infos

Das ZDF-Logo ist auf dem Außengelände an einer Stehle angebracht.
+
Das Logo des ZDF

Das ZDF ging 1963 als Alternative zum bis dahin einzigen großen Sender ARD auf Sendung. Im Laufe der Zeit entwickelte das ZDF einige der beliebtesten und langlebigsten Shows und Serien der deutschen Fernsehlandschaft.

  • Das ZDF ging erstmals am 1. April 1963 auf Sendung.
  • Sitz des Fernsehsenders ist Mainz.
  • Als öffentlich-rechtlicher Sender wird das ZDF mit Gebühren finanziert.

Mainz – Ob „Traumschiff“, „Schwarzwaldklinik“ oder „Wetten, dass..?“, das ZDF prägte über viele Jahre die Fernsehlandschaft Deutschlands. Generationen von Kindern wuchsen mit den Mainzelmännchen auf, die die Werbeblöcke des Senders bevölkerten. Heute ist das ZDF vor allem bei älteren Fernsehzuschauern beliebt.

Das ZDF geht auf Sendung: Die Anfangsjahre

Nach dem Zweiten Weltkrieg schlossen sich die regionalen Rundfunkanstalten Deutschlands zur ARD zusammen, der „Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland“. Der Regelbetrieb begann am 25. Dezember 1952. Schon bald erwachte jedoch der Wunsch nach einem weiteren Fernsehsender, der 1961 als Zweites Deutsches Fernsehen – kurz ZDF – gegründet wurde. Die Ausstrahlung erfolgte zunächst noch aus Wiesbaden. Am 1. Mai 1963 startete das ZDF mit dem Probebetrieb im Sendegebiet des Hessischen Rundfunks, ehe einen Monat später die gesamte Bundesrepublik erreicht wurde.

1964 erwarb das ZDF ein umfangreiches Gelände auf dem Mainzer Lerchenberg für das neue ZDF-Sendezentrum. Dieses wurde 1974 in Betrieb genommen und ist bis heute Sitz des Senders geblieben. Vom Standort Mainz leitete sich auch der Name der Mainzelmännchen ab. Die sechs Trickfiguren Anton, Berti, Conni, Det, Edi und Fritzchen wurden zunächst zur Trennung einzelner Werbeclips genutzt und sind heute samt ihrem hessischen „Gud‘n Aamd“ wichtiger Teil der Corporate Identity des ZDF.

Das ZDF-Programm im Laufe der Zeit

Das ZDF bot von Anfang an ein Vollprogramm mit Nachrichten, Dokumentationen, Reportagen, Serien und Shows. Ein fester Bestandteil der Fernsehunterhaltung war von den 60er- bis 80er-Jahren die große Samstagabend-Show, die die ganze Familie vor dem Fernseher versammelte. Als der österreichische Superstar Peter Alexander am 9. März 1969 erstmals mit der „Peter Alexander Show“ beim ZDF zu sehen war, erreichte der Fernsehsender Einschaltquoten von 71 Prozent.

Daneben machte sich das ZDF mit damals innovativen Musiksendungen wie der „Starparade“, „disco“ und der langlebigen „ZDF-Hitparade“ mit Dieter-Thomas Heck einen Namen beim jüngeren Fernsehpublikum.

Neben Shows, eigenproduzierten Serien und Importen vor allem aus den USA setzte der Sender seinem Bildungsauftrag entsprechend auf Dokumentationen und Reportagen. 1969 wurde erstmals das „ZDF Magazin“ ausgestrahlt, das hauptsächlich über Ereignisse im kommunistischen Ostblock berichtete. Es wurde 1988 abgesetzt und soll ab 2020 mit Jan Böhmermann wieder aufleben.

In den 80er-Jahren erlebte das ZDF einen Höhenflug mit Quotenhits wie „Wetten, dass..?“ und Serien wie „Die Schwarzwaldklinik“ und „Das Traumschiff“. Mit Beginn des Privatfernsehens und dem Aufkommen neuer Fernsehsender wie RTL, Sat.1 und ProSieben musste das ZDF zunehmend sinkende Marktanteile hinnehmen.

2009 startete der Spartensender ZDFneo, der die jüngere Zielgruppe zwischen 25 und 49 Jahren ansprechen sollte. Bei dieser wird ein Marktanteil von etwa 3,3 Prozent (Stand 2020) erreicht. 2011 folgte der Informationskanal ZDFinfo, der fast ausschließlich Dokumentationen und Reportagen zeigt.

Die bekanntesten Serien im ZDF

Immer wieder produzierte das ZDF Serien, die als Quotenhits und Straßenfeger Geschichte schrieben. Einige der beliebtesten Eigenproduktionen mit besonders hohem Marktanteil bei der Erstausstrahlung:

  • Das Traumschiff
  • Die Schwarzwaldklinik
  • Derrick
  • Der Kommissar
  • Ein Fall für Zwei
  • Der Bergdoktor
  • Diese Drombuschs
  • Das Erbe der Guldenburgs
  • Ein Heim für Tiere
  • Die SOKO-Reihen

Hohe Quoten erzielten auch die Vierteiler, die von 1964 bis 1983 jedes Jahr in der Adventszeit ausgestrahlt wurden und Zuschauer mit auf exotische Abenteuer nahmen. Fast parallel drehte das ZDF Weihnachtsserien für Kinder, bei denen jugendliche Helden im Mittelpunkt standen. Sie machten beispielsweise Thomas Ohrner („Timm Thaler“) und Patrick Bach („Silas“ und „Jack Holborn“) zu Stars.

Beliebte ZDF-Shows gestern und heute

Mit „Wetten, dass..?“ gelang dem ZDF eine der erfolgreichsten Shows der Fernsehgeschichte, die von 1981 bis 2014 zu sehen war und in zahlreiche Länder exportiert wurde. Die Abschiedssendung am 13. Dezember 2014 erreichte einen Marktanteil von 32,5 Prozent. Daneben produzierte das ZDF noch viele weitere beliebte Shows:

  • Vergißmeinnicht (1964–1970)
  • Dalli Dalli (1971–1986)
  • Der große Preis (1974–1993)*
  • Die Pyramide (1978–1994)*
  • Melodien für Millionen (1985–2007)
  • Grand Prix der Volksmusik (1986–2010)
  • Der ZDF-Fernsehgarten (seit 1986)
  • Bares für Rares (seit 2013)

*Beide Shows wurden im neuen Jahrtausend noch einmal aufgelegt, konnten jedoch nicht an die alten Erfolgszeiten anknüpfen.

ZDF: Die Nachrichten

Die Hauptnachrichtensendung des ZDF heißt bereits seit dem Start des Sendebetriebs 1963 „heute“. Sie war zunächst um 19.30 Uhr zu sehen und erhielt 1973 ihren heutigen festen Platz um 19 Uhr. Die wichtigste Ergänzung im Programm ist das „heute journal“ um 21.45 Uhr mit vertiefenden Analysen und Interviews.

Über den Tag verteilt sendet das ZDF weitere kurze Sendungen mit dem Namen „heute Xpress“. Bei wichtigen Ereignissen werden die eigentlichen Nachrichten durch das Format „ZDF spezial“ ergänzt, das nach der heute-Sendung zusätzliche Hintergrundinformationen, Interviews und Liveschaltungen bietet.

Das ZDF im Stream

Das Programm des ZDF und der beiden Nebensender ZDFinfo und ZDFneo sind auch als Stream live online zu sehen. (https://www.zdf.de/live-tv) Daneben stehen Sendungen in der ZDFmediathek auf Abruf zur Verfügung. Praktisch sind Livestreams vor allem bei sportlichen Großereignissen wie den Olympischen Spielen, die das ZDF gemeinsam mit der ARD zeigt. Per Stream lassen sich online viele Randsportarten live verfolgen, die bei den eigentlichen Fernsehübertragungen zu kurz kommen.

ZDF: Marktanteil heute

Beim Gesamtpublikum belegt das ZDF seit Jahren den Spitzenplatz in der Zuschauergunst. Der Marktanteil lag 2019 bei 13,1 Prozent, gefolgt von der ARD (11,3 %) und RTL (8,5 %). Dabei profitiert der Fernsehsender vor allem vom Sport mit Liveübertragungen, vom Wintersport und von den großen Welt- und Europameisterschaften im Fußball und Handball.

Anders sieht es bei der sogenannten werberelevanten Zielgruppe von 14 bis 49 Jahren aus: Hier belegte das ZDF im Jahr 2019 mit 5,6 Prozent Marktanteil den fünften Platz hinter RTL (11,9 %), ProSieben (9,2 %), Sat.1 (8 %), VOX (6,9 %) und der ARD (6,5 %).

Die bekanntesten Moderatoren des ZDF

Im Laufe der Zeit prägten zahlreiche Moderatoren den Mainzer Sender. Zu den Pionieren der Fernsehunterhaltung zählten Peter Frankenfeld, Hans Rosenthal und Wim Thoelke. Der als Schnellsprecher berühmt gewordene Dieter-Thomas Heck prägte über viele Jahre hinweg die „ZDF-Hitparade“. Frank Elstner und Thomas Gottschalk teilten sich den Ruhm als langjährige Gastgeber bei „Wetten, dass..?“

Zu den bekanntesten Nachrichtensprechern gehören Claus Seibel, der von 1973 bis 2003 durch die Hauptnachrichtensendung „heute“ führte, und Dieter Kronzucker, Mitbegründer des „heute journal“.

Unvergessen sind die beliebtesten Moderatoren von „das aktuelle sportstudio“, das am späten Samstagabend ausgestrahlt wird. Rekordhalter Dieter Kürten moderierte es zwischen 1967 und 2000 insgesamt 375 Mal, gefolgt von Michael Steinbrecher (324 Einsätze von 1992 bis 2013) und Harry Valérien (283 Einsätze von 1963 bis 1988).

Das ZDF und die Gebühren

Die Gebührenpflicht gilt in Deutschland für die beiden öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ARD und ZDF und den Deutschlandfunk. Seit der Reform 2013 werden die Gebühren als Rundfunkbeitrag bezeichnet. Seitdem gilt die Zahlung nicht mehr für die tatsächliche, sondern für die Möglichkeit der Inanspruchnahme der Leistung. Unabhängig von der Anzahl der vorhandenen Empfangsgeräte muss seither jeder Wohnungsinhaber einen Rundfunkbeitrag von 17,50 Euro monatlich zahlen. Bestimmte Gruppen können sich befreien lassen oder auf einen niedrigeren Satz eingestuft werden. Von den Gebühren erhält das ZDF jährlich etwa 2 Milliarden Euro. Mit diesen werden der Hauptsender und die beiden Spartensender ZDFinfo und ZDFneo finanziert, der Internetauftritt, die Auslandsstudios und die Rechte an Sportübertragungen.

Auch interessant

Kommentare