Mitarbeiterin beruft sich auf Anweisung

„Keine Chance“: Aldi-Kassiererin zu flott? Mann empört sich - die Antwort führt zu weiterem Vorwurf

+
Kassierer(innen) zu schnell? So manchem Aldi-Kunden geht es beim Bezahlen mittlerweile zu rasant zu.

Lange Schlangen an Aldi-Kassen kennen Kunden. Mittlerweile scheint die Abfertigung an der Kasse einigen Verbrauchern aber eindeutig zu schnell zu gehen.

München - Zeit ist Geld - und das will eben möglichst schnell eingenommen werden. Offenbar gerade bei boomenden Discountern wie Aldi und Lidl. Entsprechend rasant werden die Kunden an den Kassen abgefertigt - was jedoch nicht jeden Verbraucher wegen der eingesparten Minuten oder Sekunden in Jubelstürme ausbrechen lässt.

So wandte sich der Kunde Patrick B. via Facebook an Aldi Süd. Sein Anliegen: Beim Einkauf in einer Filiale im niederrheinischen Voerde habe die Kassiererin das Scannen der Produkte und den anschließenden Bezahlvorgang derart fix abgewickelt, dass die Kunden teilweise ihre Ware gar nicht schnell genug in Sicherheit bringen konnten.

Beschwerde an Aldi: Kassiererin lässt Kunden keine Zeit zum Einpacken

Patrick B. schildert die Situation wie folgt: Ein älterer Herr habe vor ihm noch mit dem Wechselgeld hantiert, als bereits B.'s Artikel über den Scanner und auf die Ablage wanderten. „Die Dame an der Kasse gab dem Herrn aber auch keine Chance, den Platz zu räumen. Binnen 30 Sekunden hatte sie meine Sachen über den Scanner und wollte von mir das Geld haben“, erklärt B. in seinem Post: „Sie legte auch sofort den Bon hin und wartete nicht, bis genug Platz für meine Produkte war. Ein Teil meiner Produkte ist sogar aufgrund des wenigen Platzes runtergefallen.“

Video: Erste Aldi-Filiale wird nach 100 Jahren geschlossen

Weiter schreibt er, die Kassiererin habe ihm mitgeteilt, „es sei eine zwingende Dienstanweisung von der Aldi Verwaltung, sofort weiterzumachen und nicht! zu warten.“ Zudem betonte B., dass er nicht auf Einkäufe bei Aldi angewiesen sei: „Ich verdiene genug Geld, um auch bei Edeka oder Rewe einkaufen zu gehen, da man hier die älteren Kunden und eigenen Kunden nicht hetzt.“ Seine Frage beziehe sich aber eben auf die Aussage der Kassiererin: Gebe es diese Dienstanweisung tatsächlich?

Währenddessen müssen Aldi-Kunden nun aufpassen, denn der Discounter verzichtet im Gegensatz zur Konkurrenz auf eine wichtige Angabe.

Aldi-Stellungnahme via Kommentar: „Tempo wird in der Regel angepasst.“

Aldi Süd verneinte dies in der Antwort: „Dass es sich hierbei um eine Anweisung handelt, wäre uns neu. Zwar sind unsere Kassen auf schnelles Kassieren ausgelegt und die Kollegen auch entsprechend fix, aber das Tempo wird in der Regel immer angepasst, wenn man darauf hinweist, dass es einem zu schnell geht.“

Klingt einleuchtend. Allerdings offenbart die Reaktion von Sandra P. unter dieser Stellungnahme auch den Blickwinkel der Mitarbeiter an den Aldi-Kassen. „Genau. Und wenn man dann als Mitarbeiter langsamer scannt, bekommt man nach Feierabend einen drüber, weil man zu langsam war“, klagt sie in den Kommentaren.

Aldi-Mitarbeiterin vor einem Jahr: „Scanne gut 55 Artikel in der Minute“

Bereits im Spätsommer 2018 hatte eine Kassiererin von Aldi in einem Beitrag für Focus Online über ihren Arbeitsalltag ausgepackt und ihr Pensum so umschrieben: „Etwa 3400 bis 3500 Artikel pro Stunde sollen wir scannen. Ich scanne also gut 55 Artikel in der Minute, das ist fast jede Sekunde einer.“ Sie sprach von „einem enormen Druck, der auf meinen Kollegen und mir lastet“.

Lidl führt zudem eine 60-Minuten-Regel ein - wer länger parkt, muss zahlen. 

Haben Sie sich schon immer gefragt, warum Kassierer(innen) Eierkartons kurzzeitig öffnen? Die Lösung ist eine Reaktion auf besonders dreiste Kunden. Mit einer Neuerung bietet Aldi den Drogeriemärkten dm und Rossmann dir Stirn. Nach einem Fund in einem Aldi-Essen konstatiert eine Kundin: „Das sieht lebensgefährlich aus.“ Im großen ZDF-Test verglich Nelson Müller Aldi und Lidl - in einer Kategorie schneiden beide Kontrahenten besonders schlecht ab.

Ein Aldi-Kunde erlebte eineböse Überraschung, nachdem er einen Becher Schmand öffnete.

Edeka setzt indes auf ein neues Konzept. Es werden zwei Bio-Supermärkte eröffnet.

mg

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Rückruf: Vorsicht, Schimmelkeime in äußerst beliebtem Sahnejoghurt - gewisse Sorten besonders betroffen
Rückruf: Vorsicht, Schimmelkeime in äußerst beliebtem Sahnejoghurt - gewisse Sorten besonders betroffen
Lidl-Rückruf: Schon wieder Plastikteile im Hackfleisch - Vorsicht, Verletzungsgefahr
Lidl-Rückruf: Schon wieder Plastikteile im Hackfleisch - Vorsicht, Verletzungsgefahr
1000 Münchner Betriebe müssen Wurst zurückrufen - diese Produkte sind betroffen
1000 Münchner Betriebe müssen Wurst zurückrufen - diese Produkte sind betroffen
Rückruf für Wilke-Wurst: Betrieb vor dem Aus? Eklige Zustände: „Schimmel, Fäulnis, Gestank“
Rückruf für Wilke-Wurst: Betrieb vor dem Aus? Eklige Zustände: „Schimmel, Fäulnis, Gestank“

Kommentare