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Black Friday: „Moonpricing“ – Nutzer beschweren sich über frechen Händlertrick

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Von: Ines Baur

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Das überklebte Preisschild einer Schweizer Warenhauskette sorgt zum Black Friday für Ärger und Empörung im Netz. Um die Kundschaft zum Kauf zu animieren, wurde der Originalpreis als „Special Price“ ausgegeben.

Update vom 26. November, 12:49 Uhr: Auf Anfrage unserer Redaktion äußerte sich eine Sprecherin von Manor. So soll es sich bei dem Bild um ein altes Foto handeln: „Nach Prüfung der Sachlage ist klar, dass das besagte Etikett bereits mehrere Jahre alt ist und in überhaupt keinem aktuellen Zusammenhang mit falschen Rabatten oder dem Black Friday steht – als Ursache wurde vor vielen Jahren ein menschlicher Fehler in der Verteilzentrale festgestellt und nach Eruierung wurden damals die fehlerhaften Etiketten sofort korrigiert.“

Black Friday: „Moonpricing“ – Nutzer beschweren sich über frechen Händlertrick

Erstmeldung vom 25. November 2022:

München/Basel – Sonderangebote, Schnäppchen und Rabatte sollen die Kundschaft zum Kauf anregen. Nicht nur in der Black Week oder dem Black Friday. Verbraucherinnen und Verbraucher sind zwar in Kauflaune, doch werfen sie immer öfter einen Blick ins Internet, ob der Sonderpreis auch tatsächlich besonders ist. Oder sie knibbeln an dem „Sale“ Preisschild und prüfen, wie hoch der Originalpreis denn tatsächlich war. Das kann die eine oder andere Tatsache ans Licht bringen.

Eine Kundschaft der Schweizer Warenhauskette Manor wollte wohl auch wissen, was sich hinter dem überklebten Etikett verbirgt. Was sie fand, verärgerte sie. Ihre Entdeckung postet sie im Portal reddit.com. Wie man sehen kann, ist der „Special Preis“ 129 CHF, der Originalpreis 179 CHF. Eine Ersparnis also von 50 CHF. Unter dem abgezogenen Etikett aber ist zu sehen, dass der ursprüngliche Preis bei 129 CHF lag.

Black-Friday-Deals: Moonpricing - Mondpreise verletzen das Gebot größtmöglicher Transparenz

Dieses Preisschild von Manor zum Black Friday sorgt für Staunen.
Dieses Preisschild von Manor zum Black Friday sorgt für Staunen. © Screenshot Twitter

Die Diskussion, die sich unter dem Bild entwickelt, geht über Landesgrenzen. Ein User (Land unbekannt) schreibt, dass dies nächstes Jahr in seinem Land illegal sein würde. Eine andere Userin schreibt: „In Deutschland ist das schon so. Wir nennen es Moonpricing, leider kommt es immer noch hin und wieder vor, weil es schwer zu kontrollieren ist.“

„Das Preisauszeichnungsgesetz sieht vor, dass bei jenen Sachgütern, die Verbrauchern von Unternehmern gewerbsmäßig angeboten werden, die Verkaufspreise und allenfalls auch die Grundpreise auszuzeichnen sind“, schreibt das Bundesministerium Arbeit und Wirtschaft. Die korrekte Auszeichnung der Preise von Produkten sei wesentlich für die Entscheidung der Verbraucher beim täglichen Einkauf und diene dem fairen Wettbewerb. 

„Werden Mondpreise zum Vergleich herangezogen, verletzt dies sowohl das Gebot der größtmöglichen Transparenz als auch das Verbot der Irreführung“, schreibt das Handelsblatt. Mondpreise, die zuvor überhaupt nicht oder jedenfalls nicht ernsthaft verlangt wurden, dürfen demnach nicht zum Vergleich herangezogen werden. „Darin liegt eindeutig eine unzulässige Irreführung des Verbrauchers.“

Die besten Angebote zum Black Friday finden Sie hier.

Black Friday 2022: Moonpricing – wie tricksen die schwarzen Schafe unter den Händlern?

Oft ist die Meinung vertreten, dass Händler Wochen vor dem Black Friday ihre Preise langsam erhöhen. Um dann am Stichtag ordentlich zu reduzieren und Schnäppchen anzubieten. Um herauszufinden, wie viel Geld man beim Onlineshopping am Black Friday wirklich sparen kann, hat das Portal idealo.de nach eigenen Angaben eine umfangreiche Preisstudie durchgeführt. 

Dass es leider auch nicht im Interesse der Verbraucher zugeht und wie diese sich vor Fake schützen können, erklären Verbraucherzentralen. Grundsätzlich macht es Sinn, nur zu kaufen, was wirklich gebraucht wird. Und natürlich die Preise zu vergleichen.

Black Friday: Moonpricing bei Schweizer Warenhausgruppe

Ob der Post bei Reddit so stimmt, ist im Moment nicht überprüfbar, da das Preisschild aber echt aussieht und solche Methoden von Unternehmen öfters verwendet werden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch. Unsere Redaktion hat eine Anfrage an Manor gestellt, die Antwort steht noch aus.

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