Wirtschaftliche Unterstützung

Corona-Kinderbonus: So erhalten Sie den Kinderzuschlag vom Staat

Spürbar mehr Geld: Vom Kinderbonus profitieren vor allem Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen. Foto: Andreas Gebert/dpa/dpa-tmn
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Spürbar mehr Geld: Vom Kinderbonus profitieren vor allem Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen. Foto: Andreas Gebert/dpa/dpa-tmn

Start der Auszahlung des Corona-Kinderbonus: Seit Montag (07.09.2020) erhalten Eltern von Kindern, die Kindergeld erhalten, in Deutschland einen 300-Euro-Aufschlag. Profitieren alle Eltern gleich?

  • Eltern mit kindergeldpflichtigen Kindern erhalten 2020 einen Corona-Kinderbonus.
  • 300 Euro pro Kind werden seit dem 7. September 2020 schrittweise ausgezahlt.
  • Hier erfahren Sie, wann Sie den Kinderbonus erhalten.

+++ 13:05 Uhr: In einem Gastbeitrag bei RP-Online wird weitere Kritik geübt. Önder Balkaya, der eine Website für krisengeplagte Eltern betreibt, sagt darin, dass der Kinderbonus bei weitem nicht reiche, um die Einkommensausfälle durch den Corona-Lockdown zu decken. Eine bessere Möglichkeit wäre es gewesen, das Geld lieber in die Schulen zu investieren. Man hätte zum Beispiel die Ausstattung erneuern und verbessern oder Lehrer im Umgang mit der Situation schulen können. Langfristige Maßnahmen seien eine bessere Form der Investition gewesen. Dadurch sei man auf einen möglichen zweiten Lockdown besser vorbereitet, der, sollte er kommen, Eltern finanziell vor große Schwierigkeiten stellen könnte.

Auszahlungstermine des Corona-Kinderbonus im September 2020:

EndzifferAuszahlungstermin
Endziffer 07. September
Endziffer 18. September
Endziffer 29. September
Endziffer 310. September
Endziffer 411. September
Endziffer 514. September
Endziffer 616. September
Endziffer 718. September
Endziffer 821. September
Endziffer 922. September

Kritik am Corona-Kinderbonus: Man hätte das Geld besser investieren können

Weiter vergleicht Balkaya den Kinderbonus mit der gesenkten Mehrwertsteuer. Auch das dafür aufgewandte Geld wäre aus seiner Sicht besser investiert worden, als es den Verbrauchern auszuzahlen. Dass es auch Familien gebe, die das Geld dringend gebrauchen können, zweifelt Balkaya nicht an. Ob es allerdings immer bei den Kindern ankommt, bezweifelt er. Insgesamt ist er der Meinung, Bund und Länder denken zu kurzfristig und zu wenig an die Familien, die aus seiner Sicht erst ganz zum Schluss bedacht wurden.

+++ 08:40 Uhr: Die Linken-Sozialpolitikerin und Vorsitzende des Familienausschusses im Bundestag, Sabine Zimmermann, hat den Kinderbonus in der Corona-Krise als unzureichend kritisiert. Ein einmaliger Bonus von 300 Euro könne die Lasten der Pandemie für Familien nicht annähernd ausgleichen, sagte sie der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Montag). Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, dagegen verteidigte die Leistung der Bundesregierung als „eine der klügsten Maßnahmen des Konjunkturprogramms“. Die Familienkassen begannen am Montag mit der schrittweisen Auszahlung des Kinderbonus. Familien mit Kindern erhalten in diesem Monat 200 Euro je Kind, im Oktober noch einmal 100 Euro. 

Auszahlungstermine des Corona-Kinderbonus im Oktober 2020:

EndzifferAuszahlungstermin
Endziffer 07. Oktober
Endziffer 18. Oktober
Endziffer 29. Oktober
Endziffer 312. Oktober
Endziffer 414. Oktober
Endziffer 515. Oktober
Endziffer 616. Oktober
Endziffer 719. Oktober
Endziffer 821. Oktober
Endziffer 922. Oktober

Corona-Kinderbonus für alle, die auch Kindergeld erhalten: 300 Euro pro Kind

Update vom Montag, 07.09.2020, 07.30 Uhr: Ab dem heutigen Montag beginnen die Familienkassen in Deutschland mit der schrittweisen Auszahlung des Corona-Kinderbonus. Familien erhalten im September 200 Euro je Kind, im Oktober noch einmal 100 Euro. Damit sollen für die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für Familien abgefedert und zugleich die Wirtschaft angekurbelt werden. Insgesamt sind die rund 18 Millionen Kinder anspruchsberechtigt. für die auch Kindergeld gezahlt wird.

Laut einer Sonntag veröffentlichten Befragung des Instituts der deutschen Wirtschaft wollen knapp zwei Drittel (61 Prozent) der Empfänger das Geld ganz oder teilweise ausgeben, 39 Prozent wollen den Betrag dagegen sparen. Mehr als jeder zweite Befragte nannte den Bonus sinnvoll; 19 Prozent meinten, die Maßnahme sei ungeeignet, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzumildern.

Corona-Kinderbonus wird ab heute ausbezahlt - Eltern erhalten Einmalzahlung

Update vom 06.09.2020, 15.45 Uhr: Der Corona-Kinderbonus wird an Eltern ausgezahlt, die im Jahr 2020 Kindergeld bezogen haben oder beziehen. Ausgezahlt werden die 300 Euro in den Monaten September und Oktober 2020: 200 Euro werden im September 2020 überwiesen, 100 Euro folgen im Oktober 2020. Doch wann genau wird das Geld überwiesen? Der genaue Auszahlungstermin richtet sich nach der Endziffer der Kindergeldnummer.

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Corona-Kinderbonus wird im September und Oktober 2020 ausgezahlt

Erstmeldung vom 06.09.2020: Berlin - Fast zwei von drei Empfänger wollen den einmaligen Corona-Kinderbonus ganz oder teilweise direkt wieder ausgeben. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die der dpa in Berlin vorliegt. 1202 Menschen wurden befragt.

Corona-Kinderbonus: Eltern erhalten 300 Euro pro Kind

Von diesem Montag an zahlen die Familienkassen den Kinderbonus schrittweise aus. Insgesamt sollen für rund 18 Millionen Kinder jeweils 300 Euro fließen. Die schwarz-rote Koalition hatte die Maßnahme im Rahmen ihres Konjunkturpakets gegen die Folgen der Corona-Krise beschlossen.

24 Prozent der Befragten mit einem kindergeldberechtigten Kind wollen den Kinderbonus laut IW vollständig ausgeben. 37 Prozent wollen dies zumindest teilweise tun. 39 Prozent der Befragten gaben an, dass sie den Kinderbonus vollständig sparen wollen.

Corona-Kindergeldbonus soll den Konsum ankurbeln

Diejenigen, die den Corona-Kinderbonus nur anteilig ausgeben wollen, wurden auch gefragt, welchen Teil sie davon genau ausgeben wollen. Rund 10 Prozent von ihnen wollen demnach bis zu ein Viertel davon für den Konsum aufwenden. Weitere 49 Prozent planen, 26 bis 50 Prozent auszugeben. 33 Prozent wollen 51 bis 75 Prozent des Kinderbonus für den Konsum einsetzen. 8 Prozent haben nach IW-Angaben vor, 76 bis 99 Prozent davon auszugeben.

Das IW hat errechnet, dass über alle Befragten, die den Corona-Kinderbonus für ihre Kinder erhalten werden, im Durchschnitt 128 Euro pro Kind ausgegeben werden sollen. Der Betrag erhöhe sich auf 210 Euro pro Kind, wenn nur diejenigen betrachtet würden, die den Bonus ganz oder teilweise ausgeben wollen. Der Kinderbonus kostet den Staat 4,3 Milliarden Euro.

Corona-Kinderbonus soll Folgen der Corona-Krise abfedern

Insgesamt schätzen die meisten Befragten laut IW die Wirkung des Kinderbonus positiv ein. Rund 55 Prozent finden diese Maßnahme demnach sehr sinnvoll oder eher sinnvoll, „um die allgemeinen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzumildern“. Knapp 19 Prozent finden die Maßnahme nicht sinnvoll.

Weitere Fragen und Antworten zum Corona-Kinderbonus:

Was ist, wenn ein Kind zum Beispiel erst im Dezember zur Welt kommt?

Auch dann gibt es den Kinderbonus. Gezahlt wird auch, wenn im September kein Anspruch mehr auf Kindergeld besteht, etwa weil das Kind seine Ausbildung im Juli abgeschlossen hat. Wenn nicht im September, aber für andere Monate 2020 Anspruch auf Kindergeld besteht, kann es zu einer späteren Auszahlung des Bonus kommen.

Können auch einkommensstarke Eltern den Bonus komplett behalten?

Nein. Er wird bei der Steuer wie auch das Kindergeld mit dem Kinderfreibetrag verrechnet. Je höher das Einkommen, desto weniger bleibt davon, abhängig von Einkommenshöhe und Familienkonstellation. Acht von zehn anspruchsberechtigten Familien sollen voll profitieren - beispielsweise ein Elternpaar mit drei Kindern bis zu rund 67 800 Euro Jahreseinkommen. Bei höherem Einkommen bleibt weniger übrig, ab 106 000 Euro nichts mehr. Bei verheirateten Eltern mit einem Kind bleibt ab 86 000 Euro Jahreseinkommen letztlich nichts von dem Bonus übrig. Auf Hartz IV oder Unterhaltsvorschuss wird der Kinderbonus nicht angerechnet, die Zahlungen laufen normal weiter.

Bleiben für Alleinerziehende unterm Strich immer 300 Euro mehr übrig?

Nein. Zwar bekommt der alleinerziehende Elternteil, der das Kindergeld bekommt, auch den Kinderbonus ausgezahlt. Aber wenn der andere Elternteil Unterhalt zahlt, darf er die Hälfte des Bonus davon abziehen. Der Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter kritisiert das. Viele Alleinerziehende hätten Homeoffice und Homeschooling unter einen Hut bringen müssen und sorgten sich um ihre Existenz, sagt die Vorsitzende Daniela Jaspers. „Der Kinderbonus wird dort gebraucht, wo das Kind seinen Lebensmittelpunkt hat.“

Gibt es weitere Kritik am Kinderbonus?

Ja. „Der Kinderbonus ist wenig zielgenau und kommt auch Familien zugute, die finanziell nicht auf ihn angewiesen sind“, bemängelt die Familienexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Katharina Spieß. Für andere reiche er nicht aus. Die Milliardensumme für den Bonus diene nur einmaligem Konsum.

Ist der Kinderbonus eigentlich eine neue Idee?

Nein. Rückblick zur Finanz- und Wirtschaftskrise vor mehr als zehn Jahren: Am Sonntag, 4. Januar 2009, machte die SPD einen damals überraschenden Vorstoß für ein 40-Milliarden-Euro-Konjunkturpaket. Frank-Walter Steinmeier, damals Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat, überreichte die Pläne Kanzlerin Angela Merkel (CDU) einen Tag vor einem Spitzentreffen der Koalition im Kanzleramt. In den Plänen enthalten: ein Kinderbonus von 200 Euro. Mit der zunächst skeptischen Union einigte sich die SPD dann auf 100 Euro pro Kind. Bundesweit ausgezahlt wurden diese zwischen April und Juni 2009. (FR/dpa)

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