1. tz
  2. Verbraucher

Ehepaar soll plötzlich 37.000 Euro monatlich für Strom vorauszahlen - „Die meinen das ernst“

Erstellt:

Von: Momir Takac

Kommentare

Ein Foto zeigt verschiedene Geldscheine vor einem Stromzähler.
Strom © CHROMORANGE/Imago

Eheleute aus Nordrhein-Westfalen erhalten eine verrückte Stromrechnung ihres Anbieters. Für das Paar beginnt eine bange Woche.

Kleve - Dass die Stromrechnung aufgrund der extrem gestiegenen Energiepreise inzwischen höher ausfallen kann, dürfte keinen schocken. Doch es kommt auf die Höhe des Aufschlags an. Ein Ehepaar aus Nordrhein-Westfalen kippte schier aus den Latschen, als es einen Brief des Stromanbieters öffnete.

Es war die Jahresrechnung. Zu Beginn weist der Anbieter Deine Wärmeenergie darauf hin, dass ein Guthaben erstattet werde. Gut, dachte sich das Ehepaar Derix aus Kleve, 151,41 Euro Erstattung. Doch weiter unten wird es verrückt, wie die Rheinische Post berichtet.

Stromrechnung über 37.000 Euro monatlich: „Ich wollte das unbedingt schnell geklärt haben“

Dort steht nämlich, wie viel die Eheleute künftig vorauszahlen sollen: statt 145 Euro satte 36.967 Euro - jeden Monat. „Ich habe erst einmal die Zahlen gezählt. Bis ich dann beim genauen Hinsehen gemerkt habe, die meinen das ernst“, sagte Rainer Derix RP online. Noch schlimmer erging es einer Frau in den USA. Weit vor der Energiekrise hätte sie 284 Milliarden Dollar an ihren Stromanbieter zahlen sollen.

Derix konnte es nicht wahrhaben und versuchte, beim Stromanbieter, einer Eon-Tochter, anzurufen.  „Ich wollte das unbedingt schnell geklärt haben“, sagte er. Doch daraus wurde nichts, er kam nicht durch. Drei Tage in Folge lief stets nur der Anrufbeantworter.

Irrtum bei Stromrechnung: Mann im Servicecenter „musste selbst lachen“

Schließlich kommt es zur ersten Abbuchung. Per Lastschrift gehen 36.967 Euro vom Konto. Nach knapp einer Woche erreichte der 60-Jährige endlich einen Mitarbeiter. „So wie es hier aussieht, sei alles normal eingetragen, erklärte mir der Mann vom Servicecenter. Dabei musste er aber selbst lachen“, erzählte Derix der Zeitung.

Doch im Callcenter konnte man zunächst nicht weiterhelfen, außer versprechen, dass der Sachverhalt weitergeleitet werde. Als Derix nichts mehr hörte, rief er noch einmal an. Ein anderer Mitarbeiter erklärte ihm, die Angelegenheit befinde sich in der Prüfung.

Horrende Stromrechnung: Erlösende Nachricht kommt nach bangen Stunden

Stunden später und offenbar erst, nachdem die Redaktion der Rheinischen Post bei Eon nachgehakt hatte, meldete sich der Stromanbieter mit der erlösenden Nachricht: „Aufgrund eines bedauerlichen internen Fehlers wurde bei der Kundin leider ein deutlich zu hoher Verbrauch für diesen Übergangszeitraum angenommen.“ Der Eon-Sprecher versprach, dass die Rechnung umgehend angepasst werde.

Gesagt, getan. Die Rechnung wurde korrigiert. Statt fast 37.000 Euro zahlen die Eheleute Derix künftig 124 Euro monatlich. Auf Mallorca erhielt ein Deutscher eine horrende Strom-Rechnung für einen Zeitraum, in dem er gar nicht auf der Insel war. (mt)

Auch interessant

Kommentare