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Streamen von Netflix und Co. ist ein Energiefresser: Mit diesen Tipps können Sie sparen

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Von: Jan Oeftger

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Durch das Internet verbraucht man viel Strom. Auch beim Streaming lässt sich mit ein paar Tricks viel Energie sparen.

Kassel – In Zeiten der Energiekrise wird das Energiesparen immer wichtiger. Neben dem Umwelt-Aspekt geht es auch darum, den eigenen Geldbeutel nicht zu stark zu belasten. Große Einsparpotenziale gibt es beim Streaming und der Internetnutzung. Beides wird in der Freizeit und im Alltag immer wichtiger, doch wie viel Energie dadurch verbraucht wird, ist vielen nicht bewusst. Mit ein paar einfachen Tricks lässt sich der hohe Verbrauch schon reduzieren.

Würde man das Internet in ein Länderranking zum Stromverbrauch aufnehmen, würde es auf dem sechsten Platz landen. Wie aus Schätzungen hervorgeht, entstehen drei bis vier Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen aus der IT- und Kommunikationstechnik, schreibt der NDR.

Streaming von Netflix & Co: Wodurch wird besonders viel Energie verbraucht?

Streaming verbraucht besonders viel Energie. Filme und Serien auf Plattformen wie Netflix oder Amazon Prime werden immer häufiger dem linearen Fernsehen vorgezogen. Das führt zu einer stärkeren Energie-Belastung.

„Eine Stunde Video-Streaming in Full-HD-Auflösung benötigt 220 bis 370 Wattstunden elektrische Energie, abhängig vom verwendeten Endgerät. Das verursacht etwa 100 bis 175 Gramm Kohlendioxid, also ähnlich wie die Emissionen eines Kleinwagens bei einem Kilometer Autofahrt“, sagt Ralph Hintemann vom Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit dem Deutschlandfunk Kultur.

Der Stromverbrauch durch das Internet steigt an. Mit ein paar Tricks kann man viel Energie sparen.
Der Stromverbrauch durch das Internet steigt an. Mit ein paar Tricks kann man viel Energie sparen. © Eugenio Marongiu/imago

Um dem großen Bedarf gerecht zu werden, braucht es eine steigende Anzahl an Rechenzentren. In Frankfurt machten die Rechenzentren schon 25 Prozent des Stromverbrauchs der gesamten Stadt aus, wie Hintemann erklärt. „Und es ist ja nicht nur die IT, die Server. Da entsteht auch viel Wärme, die mit Hilfe von Kälteanlagen gekühlt werden muss.“

Netflix, Amazon Prime und Co.: Wie kann ich bei der Internetnutzung Energie sparen?

Beim Streaming gibt es einige Möglichkeiten, Energie zu sparen. Eine davon ist, statt eines Großbildfernsehers ein Tablet oder einen Laptop zu nutzen. Zudem müssen nicht alle Filme in 4K gestreamt werden. Macht man dabei Abstriche, spart auch das Strom.

Generell ist lineares Fernsehen viel energiefreundlicher als Streaming und sollte daher eine Alternative bleiben. „Wenn zehn Millionen Menschen einen Film im Fernsehen schauen, löst das nur eine einzige Ausstrahlung aus. Wenn aber zehn Millionen Menschen einen Film streamen, löst das auch zehn Millionen Übertragungen aus. Das verursacht also einen massiv höheren Stromverbrauch“, erklärt Martin Gobbin, Technik-Redakteur bei der Stiftung Warentest, die Zusammenhänge.

Möglichkeiten zum Energiesparen im Überblick

Doch auch wer weiterhin Streamingdienste nutzen möchte, hat weitere Einsparmöglichkeiten. Bei Musikapps wie Spotify sollte man sich die Lieblingsmusik lieber herunterladen, als jedes Mal zu streamen. Auch dadurch kann man Energie sparen. Auf Video-Plattformen ist es sinnvoll, die Autoplay-Funktion auszuschalten. Damit verhindert man, dass Videos geladen werden, die man sich nicht anschauen möchte. Außerdem sollten Cloud-Speicher nicht überstrapaziert werden, da auch dort der Energieverbrauch besonders hoch ist. Fotos und Dateien stattdessen auf externen Festplatten zu speichern, schont also die Umwelt. Auch in der Cloud gespeicherte Mails sollte man daher regelmäßig löschen. (Jan Oeftger)

Neben den Einsparmöglichkeiten bei der Onlinenutzung gibt es im Haushalt weitere Maßnahmen, mit denen man Energie sparen kann. Die Regierung hat außerdem bundesweite Energiesparmaßnahmen festgelegt.

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