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Kaufland: Historie des Discounters, Filialen und Angebot

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Die Supermarkt-Kette Kaufland gehört zu den größten Discountern in Deutschland. Europaweit beschäftigt das Unternehmen rund 148.000 Mitarbeiter.

Neckarsulm – Die erste Kaufland Filiale eröffnete im Jahr 1984 am heutigen Unternehmensstandort Neckarsulm. Der Konzern hinter dem Discounter blickt allerdings auf eine deutlich längere Geschichte zurück. Sie beginnt in den 1930er-Jahren in Heilbronn.

UnternehmenKaufland
HauptsitzNeckarsulm
Gründung1984
Mitarbeiterzahl148.000 (2022)
Umsatz27,3 Milliarden Euro (2021)

Kaufland: Anfänge und geschichtliche Hintergründe

Die Supermärkte Kaufland und Lidl sind in ihrer Geschichte eng miteinander verbunden. Beide gehören zur Schwarz-Gruppe, die auf den Kaufmann Josef Schwarz zurückgeht. In den 1930er-Jahren trat dieser als persönlich haftender Gesellschafter in die Südfrüchte Großhandlung Lidl & Co. mit Sitz in Heilbronn ein. Diese bestand zu diesem Zeitpunkt bereits rund 70 Jahre. Sie war in den 1860er-Jahren von Aloys Paulweber gegründet worden.

Nach dem Eintritt von Josef Schwarz folgte die Umbenennung in die Lidl & Schwarz KG sowie der Umbau in einen Lebensmittelgroßhändler für die Region. Im Dezember 1944 wurde die Stadt Heilbronn von Fliegerangriffen schwer getroffen. Zerstört wurde auch die Lidl & Schwarz KG. Rund zehn Jahre dauerte der Wiederaufbau. 1954 zog das Unternehmen an einen neuen Standort und trat in die Handelskette A&O ein, die heutige Markant Handels- und Industriewaren-Vermittlungs AG.

Vom Großhandel zum SB-Warenhaus

Nach dem Wiederaufbau agierte Lidl & Schwarz weiterhin als reiner Großhändler. Im Jahr 1960 eröffnete das erste Zentrallager. Mittlerweile war Josef Schwarz‘ einziger Sohn Dieter in das Unternehmen eingetreten. Er absolvierte von 1958 bis 1960 eine Ausbildung in der Lebensmittelgroßhandlung in Heilbronn und stieg erst zum Prokuristen, später zum persönlich haftenden Gesellschafter auf.

Im Jahr 1968 später wurde der erste Supermarkt von Lidl & Schwarz, der Handelshof, im schwäbischen Backnang ins Leben gerufen. Selbstbedienungsmärkte waren zu dieser Zeit noch rar. Lidl & Schwarz boten auf einer für damalige Verhältnisse überdurchschnittlich großen Fläche von 1.000 Quadratmetern Lebensmittel verschiedener Sparten an. Rund 70 Personen waren in dem Markt tätig. 1972 verlegte Schwarz die Unternehmenszentrale nach Neckarsulm, wo sie bis heute ansässig ist. Ein Jahr später zog man mit einem Discounter-Markt in Ludwigshafen am Rhein nach dem Vorbild von Aldi nach – ein Vorläufer der ersten Lidl Filiale.

Kunden stehen an der Infotheke einer Kaufland-Filiale in München
Die Supermarkt-Kette Kaufland gehört zu den größten Discountern in Deutschland © picture alliance / dpa | Andreas Gebert

Im Jahr 1977 übernahm Dieter Schwarz das Unternehmen nach dem Tod seines Vaters. Unter seiner Leitung nahm die Supermarktkette Kaufland ihren Anfang. Der erste Laden eröffnete 1984 in Neckarsulm. Es folgten weitere Eröffnungen in Westdeutschland. 1990 gab es bereits 51 Kaufland Märkte im Bundesgebiet.

Kauflands Expansionen ab den 1990er-Jahren

Weitere Expansionen nahm das Unternehmen im Zuge der deutsch-deutschen Wiedervereinigung vor. Bereits 1990 eröffnete im sächsischen Meißen der erste Markt in den neuen Bundesländern. Die Anfänge im Osten sollten schnell vonstattengehen: Noch bevor ein Gebäude für den Verkauf errichtet wurde, begann dieser in einem provisorischen Zelt. Rund drei Jahre später zählte man insgesamt 100 Kaufland Filialen.

Nachdem zahlreiche Märkte im Osten Deutschlands eröffnet wurden, zog es die Lidl & Schwarz KG mit der Kaufland Kette in die europäischen Nachbarländer. Den ersten Kaufland Supermarkt eröffnete man 1998 im tschechischen Kladno. Es folgten weitere osteuropäische Länder:

In Polen liegt heute der Schwerpunkt der ausländischen Märkte. Zum 1. November 2019 gab es dort 212 Filialen, gefolgt von Tschechien mit 133 Standorten.

In Deutschland wuchs das Kaufland Netz auch durch verschiedene Zukäufe. So erwarb das Unternehmen 2010 vier SB-Warenhäuser von der insolventen Unternehmenskette Schlecker. Das Sortiment sowie das Konzept wurden auf Kaufland umgestellt. In Osnabrück und Stadthagen übernahm Kaufland die ehemaligen Märkte der Ratio-Gruppe. Nach dem Verkauf der Handelskette real an einen russischen Investor im Jahr 2020 kündigte Kaufland an, insgesamt 101 real Märkte sowie das Onlineportal real.de zu übernehmen.

Die Unternehmensstruktur der Supermarkt-Kette

Wie das Schwesternunternehmen Lidl ist die offizielle Rechtsform der Supermarkt-Kette Kaufland eine Stiftung & Co. KG und damit eine Sonderform der Kommanditgesellschaft. Sie gehört zur ALPHA Schwarz Beteiligungs GmbH, die im Geschäftsjahr 2019/2020 einen jährlichen Gesamtumsatz von 113,3 Milliarden Euro verzeichnete. Als Muttergesellschaft kontrolliert sie Kaufland und Lidl. Zwei Tochtergesellschaften zählen außerdem zur Kaufland Sparte: die Schwarz-Immobilienverwaltung GmbH & Co als Besitzerin der SB-Warenhäuser sowie die Kaufland Dienstleistung GmbH als Betreiberin. Neben den beiden Supermärkten gehören weitere Betriebe zur Schwarz-Gruppe:

Ende 2022 beschäftigte Kaufland europaweit rund 148.000 Mitarbeiter. Das Geschäftsjahr 2021 schloss Kaufland nach eigenen Angaben mit einem Umsatz in Höhe von 27,3 Milliarden Euro ab.

Kaufland: Standorte des Supermarktes

Kaufland betreibt in Deutschland sieben Logistikzentren. Die Bereiche Food, Tiefkühlkost, Obst und Gemüse sowie Pflanzen decken die folgenden Standorte ab:

Kaufland unterhält darüber hinaus eigene Fleischereibetriebe. Die Produkte kommen unter der Eigenmarke K-Purland in die Supermärkte. Standorte befinden sich in Heilbronn, Möckmühl (Baden-Württemberg), Osterfeld, Heilbad Heiligenstadt (Thüringen) und Motletice in Tschechien. Ein Non-Food-Lager unterhält Kaufland zudem im bayerischen Donnersdorf.

Kaufland-Filialen im Überblick

Die verschiedenen Kaufland-Filialen verfolgen unterschiedliche Konzepte. Diese variieren je nach Lage, Infrastruktur und Marktgröße. So gibt es ebenerdige Verkaufsflächen mit Parkplätzen vor dem Objekt sowie Immobilien mit Tiefgaragen beziehungsweise Parkflächen über oder unter dem Supermarkt. Teilweise sind die Märkte in eine Mischnutzung integriert, etwa in Komplexe mit Büros, medizinischen Dienstleistungen, sozialen Einrichtungen und/oder Wohneinheiten.

Das Produktangebot wird auf einigen Kaufland Flächen durch weitere Angebote ergänzt, darunter Bäckereien, Postdienstleister, Feinkostgeschäfte, Imbisse, Apotheken oder Cafés.

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Das Sortiment von Kaufland

Kaufland verkauft in den Supermärkten ein umfangreiches Sortiment aus Food- und Non-Food-Artikeln, Produkte für die Haar- und Körperpflege sowie Haushaltswaren. Angebote findet man in den Prospekten, die jeweils sonntags reduzierte und spezielle Produkte für die Folgewoche bewerben.

Neben einer großen Auswahl an bekannten Lebensmittel- und Non-Food-Marken hat Kaufland zahlreiche Eigenmarken im Programm.

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