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Lotto-Gewinn wird zum Albtraum: „Ich wünschte, ich hätte den Schein zerrissen“

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Er gewann über 300 Millionen im Lotto, und dennoch hat Jack Whittaker das Glück nicht auf seiner Seite.

West Virginia – Die Geschichte des Lotto-Gewinners Jack Whittaker hört sich an, wie ein modernes Drama. Und wie es sich für dieses Genre gehört, kommen auch die klassischen Themen vor: Geld, Gier, Betrug und Tod.

Doch das, was ihm passierte, ist keine Fiktion, sondern die bittere Wahrheit, die den Gewinner von sagenhaften 315 Millionen US-Dollar letztlich zu dem Schluss kommen ließ: „Ich wünschte, ich hätte den Lotto-Schein zerrissen.“

Mann gewinnt rekordverdächtigen Jackpot im Lotto: Doch dann verschwindet seine Glückssträhne

Aber der Reihe nach. Am Weihnachtsmorgen im Jahr 2002 wachte Jack Whittaker, ein amerikanischer Geschäftsmann mit einer Baufirma, mit einem Geschenk unterm Baum auf, das wohl alle kommenden in den Schatten stellen sollte. Er hatte den Powerball und damit 315 Millionen Dollar, umgerechnet etwa 290 Millionen Euro, gewonnen. Dagegen ist der Lotto-Gewinn, den eine junge Frau aus Großbritannien verpasste, nahezu Kleinkram.

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Wie der Sender Abc News berichtet, traten Whittaker und seine Frau Jewel zusammen mit ihrer Enkelin in acht TV-Shows auf, um ihre Lotto-Geschichte zu erzählen. Das Weihnachtsmärchen verzauberte damals ein Millionenpublikum. Doch das Glück war nicht von Dauer. Dabei hatte er hehre Ziele.

Höchste gewinne beim Powerball in den USA
2,04 Milliarden US-Dollar7. November 2022
1,5864 Milliarden US-Dollar13. Januar 2016
768,8 Millionen US-Dollar27. März 2019\t

Lotto-Gewinner holt sich Jackpot mit knapp 300 Millionen Dollar - und hat hehre Ziele

„Ich wollte Kirchen bauen“, sagte er laut dem Sender. „Ich wollte Menschen mit Lebensmitteln versorgen, die nichts zu essen hatten. Ich wollte Kleidung für Kinder besorgen, die Kleidung brauchten“. Seine Versprechen stießen nicht auf taube Ohren. Innerhalb kürzester Zeit meldeten sich immer mehr Hilfesuchende bei ihm, er gründete eine Stiftung, um den vielen Wünschen gerecht zu werden. Er stelle die Verkäuferin des Lotto-Ladens ein, die ihm sein Glücksticket verkauft hatte.

Sie berichtete ABC News von den vielen Briefen, die die Stiftung erreichten. „Leute, die neue Teppiche wollen, Leute, die Unterhaltungssysteme wollen, Leute, die Hummer wollen, Leute, die Häuser wollen – einfach absolut bizarre Dinge“, erzählte sie. Doch bei Briefen blieb es nicht.

Lotto-Gewinn führt zu Welle an Bittschriften

Wie der Lotto-Gewinner schildert, konnten er und seine Familie keinen normalen Alltag mehr erleben. Überall wo sie hingingen, wurden sie alsbald von einer Menschentraube umringt, die ihre Bitten vorbrachten. Und es blieb nicht nur bei Bitten. „Seit ich im Lotto gewonnen habe, wurden über 400 Klagen gegen mich oder eines meiner Unternehmen eingereicht“, sagte Whittaker. Auf die Frage, warum das so ist, antwortete Whittaker, dass es daran liegt, dass „jeder etwas haben will, das umsonst ist.“

Einem Lotterie-Gewinner haben die Millionen wenig Glück gebracht. (Symbolfoto)
Einem Lotterie-Gewinner haben die Millionen wenig Glück gebracht. (Symbolfoto) © Mike Nelson/dpa

Der Stress führte schließlich dazu, dass der Lotto-Gewinner seine Flucht im Alkohol suchte, berichtet Abc News. Er ließ keinen mehr an sich heran, ging in Stripclubs, wurde beklaut und verlor viele seiner engsten Freunde. Viel Geld verspielte er, berichtet die New York Post.

Schicksalsschlag für Lotto-Gewinner: Enkelin wird tot aufgefunden

Auch seine Enkelin sah sich mit Problemen konfrontiert. Das viele Geld zog viele falsche Freunde an. Sie wurde verbittert und kam in Kontakt mit Drogen. „Sie will nicht für das Geld verantwortlich sein, sie will das Geld nicht erben, sie sucht nur nach den nächsten Drogen“, sagte Whittaker. „Sie sagte: ‚Opi‘ alles, was mich interessiert, sind Drogen. Es brach mir das Herz“, berichtete der unglückliche Lotto-Gewinner.

Im Jahr 2004, zwei Jahre nach dem Lotto-Gewinn, passierte das Undenkbare. Whittakers Enkelin verschwand. Nach zwei Wochen langer Suche fand man ihre Leiche. Die Todesursache wurde als unbekannt vermerkt, berichtet Abc News. Der Sender NBC News bezieht sich auf den Vater des Freundes der Enkelin, der erklärte, es sei eine Überdosis gewesen. Für Whittaker war klar: „Meine Enkelin ist wegen des Geldes gestorben.“

Lotto-Gewinner am Boden: „Ich wünschte, ich hätte den Schein zerrissen“

„Seit ich im Lotto gewonnen habe, glaube ich, dass Gier unkontrollierbar ist“, sagte er. „Ich glaube, wenn man etwas hat, gibt es immer jemanden, der es haben will. Ich wünschte, ich hätte den Lotto-Schein zerrissen“, erklärte er laut Abc News. Auch eine andere Lotto-Gewinnerin hat ihr Schicksal hinterher sehr bereut.

Doch nicht genug des Unglücks. Einige Jahre später, im Jahr 2016, brannte sein Haus nieder. Laut Metro News West Virginia erklärte er Journalisten am Unglücksort, er habe keine Versicherung auf sein Haus abgeschlossen. Schließlich im Jahr 2020 starb der glücklose Lotto-Gewinner im Alter von 72 Jahren. Dem WSAZ Newschannel zufolge stand im Nachruf, er sei einer langen Krankheit erlegen. (slo)

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