Tipps für den Haushalt

Vorsicht bei zerkratzten Pfannen: „Teflonfieber“ droht

Mit zerkratzten Pfannen ist nicht zu spaßen, sie sind sogar gesundheitsgefährdend. Im schlimmsten Fall droht sogar schweres „Teflonfieber“.

  • Pfannen mit Beschichtung sind sehr beliebt.
  • Diskussion über Sicherheit der Pfannen: Ist die Beschichtung giftig?
  • Worauf Sie bei der Nutzung und Reinigung von Teflonpfannen achten müssen.

Offenbach ‒ „Nicht mit der Gabel in die beschichtete Pfanne“, diese Worte ihrer Mutter hören wohl viele eine innere Stimme sagen, wenn sie selbst in der Küche stehen und etwas anbraten. Man könnte fast behaupten es sei ein ungeschriebenes Gesetz in Deutschland, dass man mit einer Gabel nicht in einer beschichteten Pfanne hantiert. Davon geht nämlich die Beschichtung kaputt. Und nicht nur davon, man darf die Pfanne auch nicht mit einem Stahlschwamm oder Stahlwolle schrubben, nach dem Kochen kaltes Wasser in die heiße Pfanne geben und die gute Teflonpfanne auch am besten nicht in die Spülmaschine packen. Doch warum das alles und wie reinigt man eine Pfanne nach dem Kochen am besten? Wir haben die wichtigsten Tipps für Sie.

Die Beschichtung schützen: Wie reinigt man eine Pfanne am besten?

Wie man eine Pfanne am besten nach dem Kochen reinigt, hängt auch ein wenig mit dem Material zusammen, aus dem die Pfanne gemacht ist. Grundsätzlich gilt: Pfannen mit einer Keramikoberfläche oder gusseiserne Pfannen sind besonders empfindlich. Sie dürfen auf keinen Fall in die Spülmaschine. Die weit verbreitete Teflonpfanne ist etwas weniger empfindlich, sollte aber auch nicht regelmäßig in der Spülmaschine gereinigt werden. Außerdem sollten gerade gröbere und hartnäckige Verschmutzungen vorher zumindest eingeweicht werden. Edelstahlpfannen hingegen sind am unempfindlichsten, sie kann man guten Gewissens hin und wieder in die Spülmaschine räumen.

Die Gabel in der Pfanne zerstört die Beschichtung, heißt es - Doch ist eine zerkratzte Beschichtung nur ärgerlich oder auch gefährlich?

Idealerweise wischt man die Pfanne direkt nach dem Kochen nur mit etwas Küchenpapier grob aus. Dann lässt man die Pfanne abkühlen. Denn wenn man kaltes Wasser in die heiße Pfanne gibt, kann das den Pfannenboden unter Umständen verziehen oder wölben - auch das zerstört die Beschichtung. Ist die Pfanne kalt, kann sich an die feinere Reinigung wagen. Beim Lösen von Fett und Essensrückständen aus der Pfanne oder einem verdreckten Backblech helfen einige einfache Hausmittel:

  • Backpulver
  • Essig
  • Salz

Bei allen drei Hausmitteln ist die Anwendung ganz einfach und relativ ähnlich: Salz, Backpulver oder Essig in die Pfanne geben, heißes Wasser dazu, abwarten. Es kann unter Umständen hilfreich sein, das Essig-Wasser-Gemisch, das etwa ein Verhältnis von 1:3 haben sollte, in der Pfanne einmal aufzukochen bevor man es einwirken und abkühlen lässt. Dann kann man die Rückstände und Verschmutzungen mit einem weichen Lappen einfach entfernen.

Pfanne richtig reinigen: Zerkratzte Beschichtung - Können Teflonpfannen giftig werden?

Doch selbst bei richtiger und vorsichtiger Reinigung, kann sich die Beschichtung einer Teflonpfanne mit den Jahren lösen, kann Kratzer und Abschürfungen bekommen ‒ Muss ich die Pfanne dann wegschmeißen? In der Regel nicht. Die Gefahr von Teflon, oder wissenschaftlich Polytetrafluorethylen (PTFE), in der Küche ist aktuell noch stark umstritten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat PTFE-Beschichtungen grundsätzlich erstmal für nicht giftig erklärt. Bei der Bewertung muss aber beachtet werden, wie der Stoff in den Körper gelangt. Bei einer zerkratzten Pfanne können entweder kleine Teilchen der Beschichtung über das Essen verschluckt werden, oder es können sich bei Erhitzen Gase bilden, die wir einatmen.

Teflon/PTFE

Polytetrafluorethylen (PTFE) ist ein Kunststoff aus einer Verbindung von Fluor und Kohlenstoff. „Teflon“ meint dasselbe und ist lediglich ein Markenname der Firma DuPont, eines US-amerikanischen Chemie-Konzerns. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden PTFE und Teflon jedoch synonym verwendet.

Pfanne zerkratzt - Ist es gefährlich wenn ich Teflon verschlucke?

Das Verschlucken kleiner Teilchen PTFE ist gesundheitlich unbedenklich und nicht giftig. Darüber herrscht bereits weitgehend Einigkeit. Teflon ist chemisch „inert“, das bedeutet es ist reaktionsträge und richtet so im Körper erst einmal keinen Schaden an. Die Teilchen, die über das Essen aus der Pfanne in den Körper aufgenommen werden, werden rückstandslos wieder ausgeschieden. Gefährlich wird die beschichtete Pfanne daher erst, wenn sie überhitzt wird. Dann beginnt die beschichtete Pfanne „auszugasen“, das heißt giftige Gase lösen sich und können eingeatmet werden.

Pfanne überhitzt: Wann wird eine Teflon-Beschichtung giftig?

Ab welcher Temperatur Teflonpfannen gefährlich ausgasen ist derzeit noch sehr umstritten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung geht derzeit von Temperaturen ab 360° Celsius aus. DuPont, der Hersteller von Teflon, nennt 260° Celsius als höchste sichere Temperatur. Erkenntnisse aus verschiedenen Tierversuchen zeigen, dass bereits ab einer Temperatur von 202° Celsius von einer Gefährdung durch Teflon auszugehen ist. Ab welcher Temperatur tatsächlich eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit vorliegt ist also weiter unklar. Die durchschnittlichen Temperaturen beim Braten in der Pfanne bewegen sich zwischen 180 und 230 Grad. Da sind die Schätzungen, die von einer Gefahr ab knapp über 200 Grad ausgehen schon besorgniserregend.

Temperaturen beim BratenTemperatur in Grad Celsius
Wasser siedet100
normale Brattemperatur180
Rauchpunkt hocherhitzbarer Speiseöle und -fette200
Zersetzung von PTFE202 - 360 (?)
Selbstentzündung von Speiseölen und -fetten350
Quelle: pfannenhelden.de/teflonbeschichtung-giftig

Wird die Pfanne zur Gefahr? „Teflonfieber“

Die Gefahr für Überhitzung besteht nach bisherigen Einschätzungen, unter anderem denen des BfR, vor allem dann, wenn die Pfanne leer erhitzt wird. Die Verbraucherzentrale Bayern rät dazu, eine beschichtete Pfanne auf keinen Fall länger als drei Minuten, bei Indukionsherden nicht einmal eine Minute, ohne Inhalt zu erhitzen. Da PTFE bei der zu starken Überhitzung giftige Dämpfe freisetzt, durch die man auch krank werden kann. Es kann zu sogenanntem „Teflonfieber“, oder „Polymerfieber“ kommen. Diese Teflon-Vergiftung kann dann zu den folgenden Symptomen führen:

  • Unwohlsein
  • Kurzatmigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Kälteschauer
  • Husten
  • Heiserkeit
  • Fieber

Da die Symptome des Teflonfieber, denen einer Grippe sehr ähnlich sind, wird eine Erkrankung selten mit einer Vergiftung durch PTFE in Verbindung gebracht.

Sind zerkratzte Pfannen giftig?

Laut BfR sind Krankheitsfälle bisher außerdem nur aus der industriellen Fertigung von PTFE und nicht aus Privathaushalten bekannt. Es könne zwar bislang nicht wissenschaftlich ausgeschlossen werden, dass sich giftige Stoffe aus der Beschichtung lösen und ins Essen gelangen können, es lägen aber auch noch keine Daten vor, die belegen, dass Teflon-beschichtete Pfannen eine Menge giftiger Stoffe an Lebensmittel abgeben, die für den Menschen gesundheitsgefährdend wäre.

Dennoch sollte man daher einige Dinge beachten, auch wenn die Beschichtung noch intakt und nicht durch die ein oder andere Gabel zerkratzt ist. Es wird empfohlen bei beschichten Pfannen und anderem Teflon-beschichteten Kochgeschirr genau auf die Hinweise des Herstellers zu achten und die Pfanne auf keinen Fall zu lange ohne Inhalt auf dem Herd stehen zu lassen. Unter diese Hinweise kann beispielsweise fallen, ob die Pfanne spülmaschinengeeignet ist, ob vor der ersten Nutzung eine besondere Reinigung nötig ist und bis zu welchen Temperaturen sie bedenkenlos erhitzt werden kann. (iwe)

Rubriklistenbild: © Christin Klose/dpa

Auch interessant

Kommentare