Eine "hohe zweistellige Zahl"

Real vor dem Aus: Filialen in ganz Deutschland betroffen - Supermarkt-Riese will einige übernehmen 

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Edeka will einige Filialen von Real übernehmen.

Die Supermarktkette Real wird es in ihrer heutigen Form wohl nicht mehr lange geben. 277 Filialen sollen in Deutschland betroffen sein. Edeka meldet nun Interesse an.

Update vom 30. Oktober 2019, 14.28 Uhr: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat angesichts des geplanten Verkaufs von Real-Filialen an Edeka Klarheit für die rund 34.000 Beschäftigten der Handelskette gefordert. Sie seien "seit Monaten" im Unklaren, kritisierte Verdi am Dienstag. Die Beschäftigten müssten aber wissen, wie ihre Zukunft aussehe, und Verdi als ihre Vertretung müsse am Verfahren beteiligt werden.

Der Handelskonzern Metro hatte sich im Mai mit dem Immobilien-Investor Redos über einen Verkauf von 286 Real-Standorten geeinigt; das Bundeskartellamt genehmigte dies Anfang Oktober. Redos will die Supermarkt-Filialen aber nicht selbst betreiben, sondern zum großen Teil weiterverkaufen - das muss das Kartellamt ebenfalls prüfen.

Behördenchef Andreas Mundt teilte am Dienstag mit, Edeka habe am Montag die Übernahme einer "hohen zweistelligen Zahl" von Real-Filialen angemeldet. Das Kartellamt werde nun "umfassende Ermittlungen für die Absatz- und Beschaffungsmärkte" einleiten. Edeka bestätigte am Dienstag lediglich die Anmeldung beim Kartellamt.

Metro hatte erst vor wenigen Tagen betont, "aktuell" gingen die Angebote der Händler für die Real-Filialen ein und würden gesichtet. "Danach sollen die Pakete geschnürt und im Anschluss beim Bundeskartellamt zur Anmeldung eingereicht werden." Bei der Abgabe der Standorte wolle Metro die Belange der Mitarbeiter berücksichtigen.

Verdi kritisiert die Zerschlagung und forderte, Arbeitgeber und Politik müssten dafür sorgen, dass die Arbeitsplätze zu guten Bedingungen erhalten blieben. "Im Handel erodiert die Tarifbindung seit Jahren und der Verdrängungswettbewerb der Unternehmen wird gnadenlos auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen", beklagte die Gewerkschaft.

Real vor dem Aus: 277 Supermarkt-Filialen in ganz Deutschland betroffen - neue Details

Update vom 29. Oktober 2019, 14.55 Uhr: Es scheint Bewegung in die Zukunft der Real-Supermärkte zu kommen. Wie das Bundeskartellamt nun auf seiner Homepage bekannt gibt, scheint Edeka Interesse an der Übernahme von Real-Filialen zu haben. Wie mehrere Medien in Bezug auf die Nachrichtenagentur Reuters berichten, soll Edeka Interesse an einer hohen zweistelligen Anzahl an Standorten haben. Das Bundeskartellamt würde nun umfassende Ermittlungen über den Kauf einleiten, heißt es weiter. Das Amt prüft derartige Übernahmen.

Erstmeldung: Real vor dem Aus: 277 Supermarkt-Filialen in ganz Deutschland betroffen

München - Nach langen Verhandlungen scheint das Schicksal einer beliebten Supermarktkette nun besiegelt zu sein. Wie das Portal Chip berichtet, steht der Supermarkt Real in seiner bisherigen Form vor dem Aus. 

Supermarktkette Real vor dem Aus: Was passiert mit den 277 Filialen? 

Die Metro-Gruppe und der Immobilieninvestor Redos sollen sich nach über einem Jahr auf einen Deal geeinigt haben. Mit einem Drei-Etappen-Programm sollen die Pläne noch bis Ende des Jahres umgesetzt werden, so Chip. Den Plänen muss laut Chip allerdings noch das Bundeskartellamt zustimmen.

Insgesamt gibt es in Deutschland 277 Real-Filialen. Etwa 180 davon sollen an Kaufland, Edeka, Rewe und Globus wandern. Ganz an Schließungen kommt man wohl nicht vorbei - für rund 40 Märkte könnten diese Neuigkeiten das komplette Aus bedeuten, so chip.de. Welche Filialen von welchem Konzern übernommen werden und welchen die Schließung droht, ist bislang unbekannt. Mancherorts, wie beispielsweise im bayerischen Freising, wurde versucht, näheres über die Zukunft des betroffenen Ladens herauszubekommen. Auf Nachfrage gab es aber von der zuständigen Metro-Group eine eher ausweichende Antwort über die Zukunft des Real-Marktes.

Einen Teil der Filialen soll von Metro selbst weitergeführt werden. Laut Handelsblatt soll Kaufland allerdings kein Interesse an den Real-Filialen haben. Für den Online-Shop der Marke wird ein Käufer gesucht. 

Schon längere Zeit war die Zukunft der Supermarktkette Thema - die Mitarbeiter fürchteten bereits um ihre Arbeitsplätze. Bei mehreren anderen Ketten führte verseuchte Milch zu einem Mega-Rückruf. Sie war mit gefährlichen Bakterien verseucht. 

Gegen andere Supermärkte konnte sich die Kette Real schon längere Zeit nicht mehr behaupten

Der Supermarktkette Real gelang es schon längere Zeit nicht mehr, sich gegen Konkurrenten wie Edeka oder Rewe zu behaupten. 

Nicht Real, sondern mehrere Discounterketten warnen aktuell vor dem Verzehr eines bestimmten Salats. Vor allem Schwangere und Kinder sollten aufpassen. 

mm/tz/afp

Lesen Sie auch: Eine bayerische Bäckerei hat einige ihrer Marmorkuchen zurückgerufen. Beim Verzehr der Backwaren drohen Verletzungen im Mund und Verdauungstrakt.

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