Dutzende Produkte betroffen

Rückruf: Fleischerei rät dringend von Wurst-Verzehr ab - und sorgt für Verunsicherung

Erneut sind in Wurst aus Deutschland Listerien gefunden worden. Dutzende Produkte werden zurückgerufen. Der Fall gibt weitere Rätsel auf.

  • Erneut sind in der Wurst eines deutschen Herstellers Listerien gefunden worden.
  • Betroffen sind knapp 30 Produkte - sie sollen auf keinen Fall verzehrt werden.
  • Unklar blieb zunächst, in welchen Läden die Fleischwaren verkauft wurden.

Moormerland - Erneut ruft eine Fleischerei zahlreiche Wurst-Produkte zurück - und wieder einmal ist ein Listerien-Fund der Anlass. Besonders unangenehm: Im vorliegenden Fall ist nicht bekannt, wo genau die Waren verkauft wurden. 

Listerien-Rückruf: Von Verzehr wird „dringend abgeraten“

Betroffen ist der Hersteller Eckhoff aus Moormerland in Ostfriesland. In einer am 24. November über das Bundesamt für Verbraucherschutz veröffentlichten Warnung sind 28 verschiedene Fleischprodukte (siehe unten) genannt, von denen eine Gesundheitsgefahr durch Listerien ausgehen kann.

Der mögliche Befall mehrerer Chargen mit den Bakterien sei bei einer Eigenkontrolle festgestellt worden, teilte Eckhoff mit - vom Verzehr der Produkte werde „dringend abgeraten“: Endverbraucher, die die Produkte gekauft hätten, „sollten diese auf keinen Fall verzehren, sondern entsorgen.“

Apropos Listerien: Betroffen war kürzlich auch ein beliebtes Milchprodukt von Penny

Rückruf bei Fleischerei Eckhoff: Gefahr für Schwangere

Das staatliche Portal lebensmittelwarnung.de erklärte, Menschen, die die Lebensmittel gegessen haben und schwere oder anhaltende Symptome wie Durchfall und Fieber entwickelten, sollten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und auf eine mögliche Listerien-Infektion hinweisen. Schwangere sollte sich gar auch ohne Symptome in ärztliche Behandlung begeben. Auch ohne Symptome könne das ungeborene Kind geschädigt werden. 

Verkauft wurden die Fleischwaren nach Angaben des Herstellers im eigenen Laden in Moormerland - sowie in „diversen Verbrauchermärkten und anderen Verkaufsstellen“. Auch eine regionale Eingrenzung der Gefährdung war bis Montagvormittag offenbar nicht möglich. In den Verkaufsstellen könnten betroffene Artikel auch zurückgegeben und der Kaufpreis erstattet werden.

Rückruf für Wurst aus Ostfriesland: Zweiter Listerien-Fall in einer Woche

Bereits Mitte vergangener Woche hatte ein Rückruf aus der 22.000-Einwohner-Gemeinde Moormerland für Aufsehen gesorgt. Die Naturschlachterei Lay hatte ebenfalls mit Listerien belastete Produkte in Umlauf gebracht - in diesem Fall hatte ungewöhnlicherweise sogar die Warn-App Katwarn Alarm ausgelöst. Auch aufgrund einer Käsesorte, die mit Listerien verseucht ist, wurde kürzlich Katwarn ausgelöst.

Ob ein Zusammenhang zwischen den beiden Fällen besteht, ist aktuell noch unklar. Listerien sowie die Hygiene-Verhältnisse in deutschen Lebensmittelbetrieben sind seit einem Skandal um den hessischen Wursthersteller Wilke ein großes Thema.

Rückruf bei der Fleischerei Eckhoff - folgende Produkte sind betroffen:

  • Pümmel kurz, Chargen-Nr. 19413 und 19465 
  • Fehntjer Mettwurst, Chargen-Nr. 19393 und 19463 
  • Pümmel lang, Chargen-Nr. 19463 
  • Zwiebelmett, Chargen-Nr. 19465 
  • Braunschweiger fein, Chargen-Nr. 19462 und 19472 
  • Braunschweiger grob, Chargen-Nr. 19472 
  • Pfeffersäckchen, Chargen-Nr. 19462 und 19472 
  • Schlickwürmer, Chargen-Nr. 19472 
  • Schinkenwürfel, Chargen-Nr. 19432 und 19437 und 19445 
  • Bauch luftgetrocknet, Chargen-Nr. 19105 und 19415 
  • Dauerwurst geräuchert, Chargen-Nr. 19423 und 19455 
  • Sommerwurst, Chargen-Nr. 19433 
  • Kohlwurst luftgetrocknet, Chargen-Nr. 19451 und 19471 
  • Lachsschinken, Chargen-Nr. 19345 
  • Hacksteaks, Chargen-Nr. 19465 
  • Zungenwurst geschnitten (SB), Chargen-Nr. 19455 
  • Sommerwurst geschnitten (SB), Chargen-Nr. 19323 
  • Schweinskopfsülze geschnitten (SB), Chargen-Nr. 19415 
  • Zwiebelsülze geschnitten (SB), Chargen-Nr. 19465 
  • Corned Beef geschnitten (SB), Chargen-Nr. 19465 
  • Leberpastete mit Speckmantel geschnitten (SB), Chargen-Nr. 19451 
  • Frühstücksbauch geschnitten (SB), Chargen-Nr. 19462 
  • Dauerwurst geräuchert geschnitten (SB), Chargen-Nr. 19423 
  • Pümmel geschnitten (SB), Chargen-Nr. 19433 und 19463 
  • Fehntjer Mett geschnitten (SB), Chargen-Nr.19455 
  • Dauerwurst grob geschnitten (SB), Chargen-Nr.19433 
  • Pfeffersalami geschnitten (SB), Chargen-Nr. 19471 
  • Lachsschinken geschnitten (SB), Chargen-Nr. 19345

Weiters warnt die Fleischerei vor mehreren Produkten, die in ihrem eigenen Laden in Moormerland verkauft wurden - darunter „sämtliche geschnittene Aufschnittware“ sowie das „Hackfleisch vom Schwein“.

Ebenfalls wegen gefährlichen Bakterien gibt es nun aktuell einen Rückruf von Unser-Land-Eiern, die in Rewe- und Edeka-Märkten aktuell zum Verkauf stehen.

Listerien waren in den vergangenen Monaten auch in bei den Discountern Netto und Aldi verkauftem Salat und in Frikadellen aus dem Sortiment von Rewe und Norma festgestellt worden. Die Häufung der Vorfälle schlug Wellen bis in die Bundespolitik hinein. Auch Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) geriet in die Kritik. Die Bundesregierung will mittlerweile auch die Lebensmittelkontrollen verändern - Experten sehen allerdings einen gravierenden Fehler in der neuen Konstruktion.

fn

Rubriklistenbild: © dpa / Christian Charisius

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