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Sonnencreme aus dem Vorjahr: Wenn ein Stoff enthalten ist, sollte sie lieber in den Müll

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Von: Ines Baur

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Eincremen gilt als guter Sonnenschutz. Enthält die Creme bestimmte Inhaltsstoffe, kann sie jedoch mehr schaden statt schützen (Symbolbild) © Sina Schuldt/dpa

Sonnencreme soll uns vor Hautschäden durch UV-Strahlung schützen. Die Creme vom Vorjahr kann jedoch gefährliche Stoffe entwickelt haben. Das fanden Wissenschaftler in einer Studie heraus.

München - Nach zwei Jahren Corona-Pandemie können wir es kaum abwarten, endlich wieder einen normalen Sommer zu haben. Um keine Zeit zu verlieren, packt man die Sonnencreme aus dem Vorjahr in die Badetasche und dann nichts wie raus. Doch aufgepasst, nicht immer sind Sonnencreme-Reste aus dem letzten Jahr bedenkenlos zu verwenden. Wer die alte Creme aufbrauchen möchte, sollte das Verfallsdatum prüfen und auf dem Etikett nachsehen, ob sie einen bestimmten Inhaltsstoff enthält. Denn der kann sich im Laufe der Zeit in einen krebserregenden Stoff wandeln.

Alte Sonnencreme: Mehr Schaden als Schutz?

Konkret handelt es sich um den chemischen UV-Filter Octocrylen. Sonnenschutz-Präparate mit dem Inhaltsstoff sollten nicht länger als eine Saison genutzt werden. Bei längerer Lagerung könne sich der krebserregende Stoff Benzophenon bilden. Zu diesem Schluss kamen Wissenschaftler der Universität Sorbonne nach einer Studie, schreibt aponet.de. Die Forscher prüften neun Sonnenschutzpräparaten aus der EU und acht aus den USA. Alle Präparate hatten Lichtschutzfaktor 50 (LSF 50) und wurden gleich nach dem Kauf und sechs Wochen später auf die enthaltenen Mengen an Octocrylen und Benzophenon getestet.

Direkt nach dem Kauf lag der Wert in 16 Cremes durchschnittlich bei 39 mg/kg Benzophenon. Nach den etwa sechs Wochen stieg die Konzentration auf durchschnittlich 75 mg/kg an. Nur das Sonnenschutzprodukt ohne den chemischen UV-Filter Octocrylen enthielt zu keinem Zeitpunkt Benzophenon. Immerhin eine gute Nachricht: Kindersonnencremes enthalten laut Öko-Test eher keine bedenklichen UV-Filter.

Wissenschaftler sind für Verbot des Zusatzstoffes in Kosmetika

Aus Sicht der Wissenschaftler sollte Octocrylen in Kosmetika vorsichtshalber verboten werden. Benzophenon und Octocrylen stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Auch die Stiftung Ökotest hält Octocrylene nur als eingeschränkt ratsam. Bestimmte Inhaltsstoffe könnten sich im menschlichen Körper ablagern und hormonaktiv wirken. Nicht nur für den Menschen, sondern auch für die Umwelt soll der Stoff bedenklich sein. Zahlreiche Biologen warnen hinsichtlich Octocrylene und anderer UV-Filter vor Schäden für die Umwelt. Die Stoffe schaden unter anderem Korallen. Der US-amerikanische Inselstaat Hawaii verbietet seit 2021 jegliche Produkte, die chemische UV-Filter beinhalten, schreibt kosmetik.org.

Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, kann vor einem Kauf einen Blick auf das Haltbarkeitsdatum werfen und das Etikett checken. Denn ob eine Sonnencreme Octocrylen enthält, lässt sich über die Angabe der Inhaltsstoffe auf der Rückseite des Produkts herausfinden. Sonnencreme, bei der das Verfallsdatum überschritten ist, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher ohnehin nicht mehr verwenden. Schon länger bekannt ist nämlich, dass die Schutzwirkung nachlässt.

Alternativen zu Sonnencreme mit Octocrylene

Alternativ zu Kosmetik mit chemischen UV-Filtern wie Octocrylene empfehlen Gesundheitsexperten Produkte mit mineralischen Sonnenschutzsubstanzen, schreibt kosmetik.org. Das wären Produkte mit den mineralischen UV-Filtern Zinkoxid oder Titandioxid, die gesundheitlich als unbedenklich gelten.

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