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Zahlreiche Mogelpackungen im Supermarkt – besonders Fans der Fußball-WM dürften sich ärgern

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Von: Kai Hartwig

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Die Lebensmittelpreise schießen seit einiger Zeit in die Höhe. Auch viele Snacks sind betroffen, die Shrinkflation hat die Chips-Branche erreicht.

München – Im Einzelhandel wird es bereits seit einigen Monaten immer teurer. Verbraucher bemerken starke Preisanstiege bei Lebensmitteln im Supermarkt und Discounter. Mitunter geschieht die Preiserhöhung auch versteckt.

Dann sind Mogelpackungen der Hersteller im Spiel, wie jüngst bei einem Penny-Kunden. Ein Phänomen, das mit dem Begriff Shrinkflation zusammengefasst wird: Dabei werden Produkte zu identischen Preisen verkauft, wie auch zuvor – allerdings hat sich der Verpackungsinhalt stark reduziert. An den Supermarktregalen fallen die Mogelpackungen den Kunden nicht immer auf. Die Verbraucherzentrale warnte nun, dass man insbesondere bei Snacks und Chips auf der Hut sein sollte.

Verbraucherzentrale entdeckt zahlreiche Chips-Mogelpackungen – ausgerechnet zur Fußball-WM

Gerade während der derzeit laufenden WM 2022 in Katar dürfte der ein oder andere Fußball-Fan während der Spiele zu Kartoffelchips und anderen Leckereien greifen. Das kann deutlich teurer werden, als es bei den vorherigen WM-Turnieren der Fall war. Bei mehr als 30 Snack-Packungen stellten Mitarbeiter der Verbraucherzentrale Hamburg fest, dass es sich um Mogelpackungen handelt.

Kunden gehen in einer Rossmann-Filiale durch die Gänge
Wer sich im Supermarkt einen Snack kaufen möchte, sollte aufpassen: Dort tummeln sich immer mehr Mogelpackungen. © Peter Steffen/dpa

Bei den betroffenen Produkten handelt es sich um Marken, die in den Filialen bekannter Einzelhandelsunternehmen wie Aldi, Lidl, Penny, Edeka, Rewe oder Kaufland erhältlich sind. Die Packungen mit Snacks wie Chips, Tortillas oder Erdnüssen schrumpften, der Preis blieb dagegen bestehen. „Wir haben es bei Pringles als erstes festgestellt, das war schon im April“, sagte Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg der Wirtschaftswoche: „Dann kamen Lays, die gehören zu PepsiCo. Dazwischen waren es Chio und Funny-frisch von Intersnack, jetzt haben wir es bei Crunchips von Lorenz.“

Eine ähnliche Entwicklung sei auch „bei etlichen Tortillas-Sorten und Erdnüssen“ festzustellen, ergänzte der Verbraucher-Experte. Die bekannte Chips-Marke „Funny Frisch“ bekam von der Verbraucherzentrale Hamburg sogar einen wenig schmeichelhaften Titel verpasst. Deren Chips-Packungen wurden im November zur „Mogelpackung des Monats“ gekürt.

Chips-Packungen schrumpfen deutlich – versteckte Preissteigerungen bis zu 25 Prozent bei „Funny Frisch“

Die Tester der Verbraucherzentrale fanden heraus, dass „Funny Frisch“ bei gleich mehreren Packungsgrößen versteckte Preierhöhungen vorgenommen hatte. So erlebte die 175-Gramm-Packung „Chipsfrisch“ eine klassische Shrinkflation und schrumpfte bei gleichbleibendem Preis auf 150 Gramm zusammen. Das entspricht einer Preissteigerung von 17 Prozent.

Laut Verbraucherzentrale Hamburg war der versteckte Preisanstieg bei der Großpackung Chips in der Geschmacksrichtung „Ungarisch“ ähnlich hoch. Hier sind nun statt bisher 250 Gramm nur noch 215 Gramm Kartoffelchips enthalten (plus 16 Proznet Preisanstieg). Noch krasser traf es die Kleinpackung der „Funny Frisch“-Chips, von bislang 50 Gramm sank der Inhalt auf 40 Gramm – und kostet somit 25 Prozent mehr als zuvor.

Shrinkflation: Viele Chips-Marken verkleinerten die Packungen bei gleichbleibenden Preisen

Schon im April 2022 hatte es bei der Konkurrenzmarke „Chrunchips“ eine massive Shrinkflation gegeben. Erst betraf diese die „Lorenz Crunchips Roasted“, später waren auch die Erdnüsse „Nicnac‘s“ sowie weitere Sorten, darunter etwa „Crunships Cheese & Onion“, an der Reihe. Auch bei den Pringles-Chips stellte man versteckte Preiserhöhungen fest. Die Branche ist sich offenbar einig.

Als Grund für die Preissteigerungen der Snack-Produkte nannte „Funny Frisch“-Hersteller Intersnack gegenüber der Verbraucherzentrale Hamburg „enorme Kostensteigerungen“ in der Produktion. Demnach seien „die Preise für Rohstoffe inklusive Verpackungen sowie Logistik immens gestiegen“. Auch höhere Energiekosten würden dem Unternehmen zu schaffen machen, hieß es. Die Kostenexplosion bekommen letztlich die Freunde von Chips, Erdnüssen, Tortillas und anderen Snacks im Supermarkt zu spüren. Das sind wohl keine guten Nachrichten für alle Naschkatzen und Fußball-Fans. (kh)

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