1. tz
  2. Verbraucher

Wachmacher am Morgen? Darum sollte Kaffee nicht direkt nach dem Aufstehen getrunken werden

Kommentare

Draußen ist es kaum hell, da greifen einige schon zur ersten Tasse frisch gebrühtem Kaffee. Forschende erklären, warum das nicht immer eine gute Idee ist.

Frankfurt – Ob mit Milch, Zucker oder lieber schwarz: Für viele gehört der morgendliche Kaffee nach dem Aufstehen dazu. Dieser soll einerseits als Wachmacher am Morgen den Start in den Tag erleichtern oder einfach nur gut schmecken. Einige Kaffeegewohnheiten können sich allerdings negativ auf die Gesundheit auswirken. Dazu zählt auch: Das koffeinhaltige Getränk sollte nicht unmittelbar nach dem Aufstehen getrunken werden.

Kaffee direkt am Morgen trinken? Warum das keine gute Idee ist

Ab einer bestimmten Menge macht Kaffee nämlich nicht mehr wacher, erklärte Lucie Nusbaum vom Verband der Oecotrophologen in Bonn der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die Folgen sind stattdessen Nervosität, Gereiztheit und Konzentrationsschwierigkeiten – kein guter Start in den Tag.

Darüber hinaus erhöht Kaffee das körpereigene Stresshormon Cortisol. Es regelt unter anderem den Schlaf sowie den Fettstoffwechsel. Besonders in den Morgenstunden ist das Cortisol-Level hoch. Laut dem Wirtschaftsmagazin Forbes ist die Produktion bei gesunden Menschen zwischen 8 und 9 Uhr am höchsten.

Wird also nach dem Aufstehen direkt eine Tasse Kaffee getrunken, wird der Cortisol-Spiegel zusätzlich angeregt. Das stellten auch Forschende aus den USA, unter anderem von der Veterans Health Administration und der University of Oklahoma, fest. Morgens verabreichtes Koffein im Kaffee führe zu einem „signifikanten Cortisolanstieg“, der etwa sechs Stunden anhält. Das sorgt für eine höhere Konzentration des Stresshormons im Körper.

Kaffee direkt nach dem Aufstehen: Cortisol-Level steigt – Folgen für die Gesundheit drohen

Ein dauerhaft erhöhtes Cortisol-Level könne den Forschenden zufolge Auswirkungen auf die Gesundheit haben, darunter ein erhöhtes Risiko für Depressionen sowie einer veränderten Reaktionsfähigkeit des zentralen Nervensystems. Zudem führe Koffein zu einem Anstieg des Blutdrucks. Das kann vor allem bei Personen mit Bluthochdruck problematisch werden, informierten die Forschenden in ihrer Studie.

Sie wiesen auch darauf hin, dass bei gesunden Menschen mit regelmäßigem, morgendlichem Kaffee-Konsum die Cortisol-Reaktion auf Kaffee reduziert sei. Es schien sich also bei Personen, die viel Kaffee trinken, eine Toleranz zu bilden. Dadurch lässt die Wirkung des Koffeins nach.

Kaffee am Morgen kann für ein erhöhtes Cortisol-Level sorgen.
Kaffee am Morgen kann für ein erhöhtes Cortisol-Level sorgen. © Yuri Arcurs Production Peopleimages/imago

Grundsätzlich ist ein moderater Konsum von Koffein und damit auch Kaffee „eher mit einem allgemein reduzierten Krankheitsrisiko zu verbinden“, resümierte Ernährungswissenschaftlerin Anna Flögel den aktuellen Forschungsstand gegenüber der Apotheken Umschau. Zwei bis vier Tassen am Tag sind also in Ordnung. Wichtig ist demnach allerdings, dem Körper ein paar Stunden nach dem Aufwachen Zeit zu geben, von selbst wach zu werden. Aber auch Tee kann Koffein enthalten, darunter schwarzer Tee oder Mate. Deshalb sollten Sie auf einige Tee-Sorten auch vor dem Einschlafen am Abend besser verzichten.

Kaffee nach dem Aufstehen: Wirkung hält oft nur kurz

Hin und wieder eine Tasse Kaffee kann dagegen tatsächlich die Wachsamkeit steigern und die Stimmung heben. Auch Menschen mit niedrigem Blutdruck könne das koffeinhaltige Getränk helfen, „um in den Tag zu kommen“, erklärte Nusbaum. Betroffene könnten demnach von der anregenden Wirkung einer Tasse profitieren, die den ganzen Tag anhält.

Bei Menschen mit normalem Blutdruck hingegen dauere die Wirkung lediglich zwischen zehn und 30 Minuten. Wer Kaffee nur für den Geschmack trinken möchte, kann auch auf entkoffeinierte Bohnen zurückgreifen. Das Heißgetränk hat darüber hinaus noch weitere positive Effekte: Einer Studie zufolge soll Kaffee sogar vor einer Corona-Infektion schützen. (kas)

Anmerkung der Redaktion

Nutzen Sie unsere Ernährungs-Tipps lediglich als Ergänzung zu einer ansonsten vielseitigen und gesunden Ernährung. Die Informationen ersetzen in keinem Fall eine professionelle Beratung und sind nicht zur eigenständigen Diagnose oder Behandlung gedacht.

Auch interessant

Kommentare