Spektakuläre Erkenntnisse

Deutsche Forscher machen 120.000 Jahre alten Mega-Fund – er gibt Rückschlüsse auf die Geschichte der Menschheit

Trockene Wüste mit einigen Hügeln und zwei Eseln.
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Heute herrscht im Norden Saudi-Arabiens Wüste, vor 120.000 Jahren blühte hier noch das Leben.

Forscher haben im Norden Saudi-Arabiens 120.000 Jahre alte menschliche Fußabdrücke gefunden. Was bedeutet das für die Entwicklung des Homo sapiens?

  • Forscher der Max-Planck-Gesellschaft finden in Saudi-Arabien sehr alte Fußabdrücke.
  • Die Funde deuten auf eine Durchreise des modernen Menschen hin.
  • Auch landschaftlich sah es in der heutigen Wüste früher ganz anders aus.

Nefud-Wüste – Forscher der Max-Planck-Gesellschaft sind in der Nefud-Wüste im Norden Saudi-Arabiens auf menschliche Spuren gestoßen. In der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Science Advances“ berichten die Forscher von den 120.000 Jahre alten menschlichen Fußabdrücken, die bereits bei Feldforschungen 2017 entdeckt wurden. Hauptautor Mathew Stewart kommt vom Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena.

120.000 Jahre alte Funde beweisen: Hier war früher üppige Graslandschaft mit Gewässern

Wo sich heute im nördlichen Saudi-Arabien die trockene und kahle Nefud-Wüste befindet, gab es den Forschern zufolge früher „ausgedehnte Graslandschaften mit permanenten Süßwasserseen und Flüssen“, so Co-Autor Richard Clark-Wilson.

Mithilfe des OSL-Verfahrens („optisch stimulierte Lumineszenz“) konnten hunderte Spuren vieler verschiedener Spezies am Fundort nachgewiesen werden. Die Vermutung liegt nahe, dass sich an der Fundstelle früher ein See befunden hat, der Elefanten, Kamele sowie Büffel anlockte – und Menschen. Denn die Forscher schreiben einige der fossilen Fußspuren der Gattung Homo Sapiens zu, die wohl von zwei bis drei Menschen stammen.

Menschliche Fußabdrücke in Saudi-Arabien: Woher weiß man, dass es Homo sapiens waren?

Die Forscher vermuten, dass die Menschen nur für eine Rast an dem See Halt gemacht hatten, vermutlich waren sie auf einer längeren Reise unterwegs. Es wurden in der Region keine Werkzeuge gefunden, wie sie der Homo sapiens damals verwendete. Das spricht für die Theorie der Durchreise.

Die Studien-Autoren berichten außerdem, dass nach aktuellem Forschungsstand in dieser Region keine Neandertaler lebten. Man könne anhand der Fußspuren auf Gewicht und Statur der Urheber schließen, was auf moderne Menschen hindeute. Die Funde sind ein weiterer Hinweis bei der großen Frage nach der Entwicklung des Home sapiens und seiner Ausbreitung von Afrika aus in andere Teile der Welt.

Auch Fußabdrücke von Elefanten in dieser Gegend sind etwas Besonderes, denn die grauen Riesen sind schon lange von der Arabischen Halbinsel verschwunden.

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