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Abtreibung geht schief: Frau muss mit Schmerzen in Klinik - dort entdecken Ärzte den Embryo im Darm

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Von: Marcus Giebel

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Eine Schwangere hält mit beiden Händen ihren Bauch
Hier wächst neues Leben heran: Die Zeit der Schwangerschaft kann besonders aufregend werden. (Symbolbild) © IMAGO / MASKOT

Mit einer häuslichen Abtreibung wollte eine Frau ihr ungeborenes Kind aus ihrem Körper entfernen. Doch der Embryo wuchs an einem anderen Ort weiter. Das ließ selbst die Ärzte staunen.

München - Diese Geburt ist ein echtes Wunder. Im Iran hat eine Frau ein gesundes Mädchen zur Welt gebracht, das eigentlich gar nicht leben sollte. Denn die 40-Jährige entschied sich dazu, das Ungeborene in der 14. Schwangerschaftswoche im eigenen Haus mit Hilfe einer Hebamme abzutreiben, wie das englische Boulevardblatt Sun unter Verweis auf den Fallbericht aus dem Iran berichtet.

Die Abtreibung schlug jedoch fehl. In der Folge durchlebte die Mutter wider Willen heftige Unterleibsschmerzen, ohne zu wissen, dass der Embryo weiter in ihrem Körper heranwuchs. Weil sie strafrechtliche Konsequenzen befürchtete, entschied sich die 40-Jährige trotz der Qualen gegen eine Einlieferung ins Krankenhaus.

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Embryo wächst in Darm auf: Misslungene Abtreibung sorgt für heftige Schmerzen bei Mutter

Zwar ließen die Krämpfe kurzzeitig nach, kamen nach zehn Wochen jedoch zurück. Nach zwei weiteren Wochen des Unwohlseins ging die Frau dann doch ins Krankenhaus. Zu diesem Zeitpunkt klagte sie über Bauchschmerzen, Schwindel und Appetitlosigkeit. Binnen 14 Tagen hatte sie drei Kilogramm verloren, zudem litt sie an Anämie, ihre Vitalwerte waren jedoch in Ordnung.

Ein Scan förderte dann die Überraschung zutage. Der Embryo war nicht abgetötet worden, sondern befand sich im Darm. Er hatte nach dem Riss der Gebärmutter in der intakten Fruchtblase überlebt. In der Medizin wird in solchen Fällen von einer „sekundären Bauchhöhlenschwangeschaft“ gesprochen.

Ultraschallbild eines Babys im Darm
Ungewöhnlicher Platz für einen Embryo: Die Tochter der 40-Jährigen wuchs im Darm auf. © Edorium Journals

Abtreibung geht schief: Ärzte holen Kind nach Entdeckung sofort auf die Welt

Die Ärzte entschieden sich zur sofortigen Operation und so holte ein fünfköpfiges Team die Tochter aus dem Darm der Frau. Die Kleine brachte nur 800 Gramm auf die Waage, hatte jedoch keinerlei gesundheitlichen Probleme. Irgendwie hatte sie es geschafft, den Angriff auf ihr Leben zu überstehen. Und es sich somit auch mehr als verdient, das Licht der Welt zu erblicken.

Dem Ärzteteam zufolge hätte ein Hinauszögern der Geburt früheren Erfahrungen nach lebensbedrohliche Blutungen nach sich ziehen können. Betont wird auch, wie selten und schwierig zu erkennen solche Bauchhöhlenschwangerschaften sind. Weiter heißt es: „Eine sofortige Behandlung bei Entdeckung der Krankheit ist unerlässlich.“

Womöglich sei dies der erste Fall, in dem eine missglückte Abtreibung in einer Bauchhöhlenschwangerschaft mündete. Bei der 40-Jährigen traten infolge des Eingriffs starke Blutungen auf, als die Plazenta entfernt werden sollte. So musste sie sich einer weiteren Operation unterziehen, bei der es zu keinen Komplikationen kam. Nach sechs Tagen wurde sie entlassen. So waren Mutter und Tochter schließlich nach turbulenten Wochen wohlauf. (mg)

Der Riesen-Bauch einer Schwangeren führt zur Frage, wie viele Kinder da drin wohl heranwachsen. Ex-Skistar Felix Neureuther kündigt mit „irrem“ Babybauch-Foto sein drittes Kind an. Ein schwangerer Mann als Emoji sorgt für hitzige Diskussionen.

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