Drohen weitere Gefahren?

Mehrere Anschläge am Flughafen von Kabul - Offenbar 60 Tote und 140 Verletzte

Am Flughafen von Kabul ist es offenbar zu mehreren Explosionen gekommen. Die USA vermuten den IS-Ableger ISKP hinter den Anschlägen. Die Zahl der Toten steigt.

  • Am Donnerstagnachmittag ist es in der Nähe des Flughafens in Kabul, Afghanistan* zu mehreren Explosionen gekommen.
  • Die genaue Zahl der Todesopfer und Verletzten ist bislang noch unklar. NYT und BBC berichten von 60 Toten und 140 verletzten. (Siehe Update vom 26. August, 20.49 Uhr)
  • Nach bisherigen Erkenntnissen handelte es sich offenbar um zwei Selbstmordanschläge. (Siehe Update vom 26. August, um 19.00 Uhr)

Update vom 26. August, 21.40 Uhr: Der US-General Kenneth McKenzie sprach in einer Videoschalte mit Journalisten im Pentagon von einer „extrem aktiven Bedrohungssituation“. Das Militär rechne mit weiteren Angriffen von Terroristen. „Wir glauben, es ist ihr Wunsch, diese Angriffe fortzusetzen, und wir rechnen damit, dass sich diese Angriffe fortsetzen werden“, so McKenzie, der das US-Zentralkommando Centcom führt. „Wir tun alles, was wir können, um auf diese Angriffe vorbereitet zu sein“, sagte er. Auch gebe es Gespräche mit den Taliban, die für die Sicherheit außerhalb des Flughafens verantwortlich seien.

Das Militär gehe davon aus, dass es zuvor bereits andere Anschlagspläne von Terroristen erfolgreich vereitelt habe, sagte McKenzie. Er machte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für den Angriff in Kabul verantwortlich. „Wir dachten, dass das früher oder später passieren würde“. 12 US-Soldaten sind nach bisherigen Information unter den Todesopfern.

Afghanistan: Mehrere Anschläge in Kabul - Gesundheitsbeamter spricht von 60 Toten

Update vom 26. August, 20.49 Uhr: Laut türkischen Medienberichten und dem lokalen Online-Portal „Kabul News“ soll es in der afghanischen Hauptstadt Kabul zu einem dritten Anschlag gekommen sein. Auch die Zahl der Todesopfer ist rasant gestiegen. Die BBC und die NYT berufen sich auf einen afghanischen Gesundheitsbeamten und melden 60 Tote und 140 Verletzte. Die Taliban hatte zunächst von 13 Todesopfern gesprochen.

Angesichts der chaotischen Situation und angespannten Sicherheitslage in Afghanistan lud UN-Generalsekretär António Guterres die Vetomächte zu einem Krisentreffen ein. Diplomatenkreisen zufolge sollen die Botschafter der USA, Chinas, Russlands, Großbritanniens und Frankreichs am Montag in New York mit dem UN-Chef zusammenkommen, um sich über die Lage auszutauschen.

Afghanistan: Zahlreiche Menschen kamen bei den Anschlägen am Donnerstag in Kabul ums Leben.

Afghanistan: Mehrere Anschläge in Kabul - Bundeswehr beendet Evakuierungsflüge

Update vom 26. August, 19.55 Uhr: Auch Außenminister Heiko Maaß meldete sich bei einer Pressekonferenz zu den Anschlägen in Kabul zu Wort. Er betonte, es gebe “zurzeit keine Informationen über deutsche Opfer”.

Update vom 26. August, 19.09 Uhr: Die Bundeswehr hat in Afghanistan alle Evakuierungsflüge beendet - Alle Soldaten sind laut Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer aus Kabul ausgeflogen. 5.347 Menschen aus 45 Nationen seien evakuiert worden.

Update vom 26. August, 19.00 Uhr: Angela Merkel sprach am Donnerstagabend von mehreren Selbstmordanschlägen. Bislang war von einem Selbstmordattentäter und einer Autobombe die Rede gewesen.

Update vom 26. August, 18.55 Uhr: Die Bundeswehr hat nach dem Anschlag das Transportflugzeug A400M zurück nach Kabul geschickt. Die Maschine, ein sogenannter MedEvac, ausgerüstet für die Versorgung von Verletzten war eigentlich für Notfälle im Luftraum vor Ort, bot aber außerplanmäßig den US-Amerikanern Hilfe bei der Versorgung an. Zudem wurden zwei Bundeswehrsoldaten aufgenommen, die während des Chaos noch am Boden geblieben waren.

Afghanistan: Zweite Explosion am Flughafen von Kabul - USA vermutet IS-Ableger hinter den Anschlägen

Update vom 26. August, 18.37 Uhr: Zunächst war unklar, wer hinter den Anschlägen nahe dem Flughafen Kabul in Afghanistan steckt. Vieles deutet laut Nachrichtenagentur afp inzwischen auf den afghanischen IS-Ableger IS-Chorassan (ISKP) hin. Davon sollen laut ntv auch die USA ausgehen.

Die USA und andere westlichen Regierungen, darunter auch Deutschland, hatten am Donnerstag vor Terrorgefahr durch den „Islamischen Staat“ am Flughafen gewarnt und aufgefordert, das Gebiet zu verlassen. Der IS und die Taliban sind verfeindet.

Afghanistan: Mehrere Explosionen in Kabul - Taliban-Sprecher berichtet von 13 Todesopfern

Update vom 26. August, 17.41 Uhr: Wie viele Menschen bei den Explosionen am Flughafen in Kabul ums Leben gekommen sind, ist noch unklar. Die Zahlen verschiedener Medienberichte variieren. Aktuell geht die Nichtregierungsorganisation Emergency von mindestens sechs getöteten Menschen aus. Mehr als 60 weitere seien verletzt worden, teilte Emergency am Donnerstag auf Twitter mit. Laut Medienberichten soll ein Sprecher der Taliban 13 Todesopfer bestätigt haben.

Das US-Verteidigungsministerium nannte den Vorfall einen „komplexen Angriff“. Er habe „viele US-Opfer und zivile Opfer gefordert“. Mindestens eine weitere Explosion habe es am oder nahe dem Baron Hotel in unmittelbarer Nachbarschaft zum Abbey Gate gegeben, heißt es vom Pentagon weiter. Die britische Zeitung Sun berichtet zudem von einer Autobombe.

Afghanistan: Zweite Explosion in Kabul gemeldet - Opfer in Schubkarren abtransportiert

Update vom 26. August, 16.52 Uhr: Nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums, ist es am Flughafen von Kabul zu zwei Explosionen gekommen. Der gut vernetzte afghanische Journalist Bilal Sarwari schrieb zudem auf Twitter, ein Selbstmordattentäter habe sich in einer großen Menschenmenge in die Luft gesprengt. Mindestens ein weiterer Angreifer habe danach das Feuer eröffnet. Sarwari berief sich auf mehrere Augenzeugen in dem Gebiet.

Bilder des Fernsehsenders ToloNews zeigen, wie Opfer der Explosion mit Schubkarren abtransportiert werden. Nach der Explosion hätten US-Soldaten an einem anderen Flughafengate Tränengas eingesetzt, um die Menschen auseinander zu treiben, sagte ein Bewohner Kabuls, der an diesem Gate war laut dpa.

Afghanistan: Pentagon meldet Explosion am Flughafen von Kabul - Erste Details

Update vom 26. August, 16.37 Uhr: Erste Details zur Explosion in der afghanischen Hauptstadt Kabul dringen an die Öffentlichkeit. Der Nachrichtensender Aljazeera berichtet nun von 10 Todesopfern. Die Zeit berichtet von 11. Laut US-Außenministerium kam es zu einer “großen Explosion”. Zudem gebe es “Berichte über Schüsse”. Dem Einsatzführungskommando ereignete sich der Vorfall gegen 15.20 Uhr MESZ.

Das Pentagon bestätigt bisher keine genaue Todeszahl. Es schreibt, dass die Explosion nahe eines der Flughafen-Tore „eine unbekannte Zahl von Opfern“ verursacht habe.

Rauch steigt von einer Explosion außerhalb des Flughafens in Kabul auf. Die Explosion ereignete sich außerhalb des Flughafens, wo Tausende Menschen nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban auf der Evakuierung aus Afghanistan zusammengekommen sind.

Erstmeldung: Kabul - „Wir können eine Explosion außerhalb des Flughafens in Kabul bestätigen“, schrieb der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, am Donnerstag auf Twitter. Über mögliche Opfer sei bislang noch nichts bekannt. Das Ministerium werde sobald wie möglich weitere Details bekanntgeben.

Der Vorfall bestätigt vorangegangene Befürchtungen und Warnungen. In den vergangenen Tagen hatte es zunehmend Warnungen vor Terroranschlägen rund um den Flughafen in Kabul gegeben. In deutschen Sicherheitskreisen wurde von einem Anschlag gesprochen. Ob deutsche Staatsbürger oder Bundeswehrsoldaten betroffen sind, war demnach zunächst unklar.

Explosion am Flughafen von Kabul: Genauere Details noch unbekannt - Chaos vorort

Es gebe Verletzte. Unklar sei noch, ob und wenn ja wie viele Tote es gegeben habe. Es herrsche Chaos. Das Attentat sei von außerhalb des Flughafens verübt worden, nicht von einer oder mehreren Personen, die sich auf das Gelände des Flughafens geschmuggelt hätten, hieß es weiter.

Die Terrordrohungen vor Ort hätten sich „massiv verschärft“, sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Die Evakuierungen seien in der „hektischsten, gefährlichsten, sensibelsten Phase“. Großbritanniens Staatssekretär im Verteidigungsministerium, James Heappey, sprach von der Drohung eines „ernsthaften, unmittelbaren, tödlichen Angriffs“ binnen Stunden. Der französische Botschafter in Afghanistan, David Martinon, warnt unterdessen via Twitter vor einer womöglich drohenden zweiten Explosion. (dpa/vs)*tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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