Afrikaner bauen Elektrozaun für Elefanten

Nairobi - Ungewöhnliche Tierschutzmaßnahme am Mount Kenya: Mit einem rund um den höchsten Berg des ostafrikanischen Landes gespannten Elektrozaun wollen Experten wilde Tieren der Region retten.

Bisher gab es vor allem mit Elefanten Probleme, weil sie aus dem Nationalpark an dem Berg ausbrechen und in den angrenzenden besiedelten Gebieten die Felder niedertrampeln. Wütende Farmer greifen seit Jahren immer wieder zu Selbstjustiz und töten die Dickhäuter und andere geschützte Tierarten, um sich gegen ihre Angriffe zu verteidigen.

Die mit niedriger Spannung geladene Umzäunung soll insgesamt 400 Kilometer lang und in fünf Jahren fertig gestellt sein. Am Freitag wurde der erste Abschnitt offiziell eröffnet. „Elefanten streunten bisher oft durch die Felder bei den Farmhäusern und haben die Ernte zerstört“, sagte Lucy Kibue von der kenianischen Organisation Rhino Ark der Nachrichtenagentur dpa. „Und auch Löwen und Geparden sind bekannt dafür, Vieh zu reißen.“

Das von den staatlichen Naturschutzorganisationen Kenya Wildlife Service und Kenya Forest Service unterstützte Projekt kostet rund eine Milliarde kenianischer Schilling (9,2 Millionen Euro) und umfasst ein 2500 Quadratkilometer großes Waldgebiet an dem 5199 Meter hohen Berg.

Ein ähnliches Projekt im Aberdare-Gebirge nördlich der Hauptstadt Nairobi hat bereits die gewünschte Wirkung gezeigt: Laut Kibue konnten nicht nur die Konflikte zwischen Mensch und Tier, sondern auch illegale Wilderei und unkontrolliertes Abholzen der Wälder deutlich verringert werden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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