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Lufthansa-Tarifverhandlungen: Airline muss sich jetzt auch noch auf möglichen Streik der Piloten einstellen

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Von: Bettina Menzel

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Die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und Lufthansa gehen am Mittwoch in die dritte Runde - die Beteiligten sind zuversichtlich. Doch bald könnte ein Pilotenstreik drohen. Der News-Ticker.

Berlin - Der Streik des Lufthansa-Bodenpersonals in der vergangenen Woche zog weite Kreise: Bis zu 1000 Flüge fielen aus, mehr als 130.000 Passagiere waren betroffen. Am Mittwoch beginnt die dritte Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft Verdi und der Airline, die Verdi-Verhandlungsführerin zeigte sich zuversichtlich. Mitten in der Urlaubssaison könnte allerdings auch ein Arbeitskampf der Lufthansa-Piloten ins Haus stehen.

Das sind die Gewerkschaftsforderungen: Verdi will 9,5 Prozent mehr Lohn für Bodenpersonal

Am Mittwoch verhandelt die Gewerkschaft Verdi mit der Lufthansa über die Gehälter des Bodenpersonals der Airline. Die Verhandlungen sind für zwei Tage angesetzt. Verdi fordert 9,5 Prozent mehr Lohn und einen Mindeststundenlohn von 13 Euro bei zwölf Monaten Laufzeit für die rund 20.000 am Boden Beschäftigten der Lufthansa. Christine Behle, die Verhandlungsführerin der Gewerkschaft, zeigte sich zuletzt zuversichtlich, dass eine Einigung erzielt werden könnte. „Wir haben die große Hoffnung, dass der Durchbruch gelingt“, sagte sie dem Handelsblatt.

„Wir fordern die Lufthansa auf, in der morgigen dritten Verhandlungsrunde ein abschlussfähiges Angebot vorzulegen“, erklärte Behle am Dienstag. „Ein Ergebnis in dieser Runde ist entscheidend, um weitere Warnstreiks zu verhindern.“ Ohne eine Einigung drohen weitere Streiks. Damit bestünde das Risiko, „mit den Arbeitskämpfen in die Hauptreisezeit zu rutschen“, warnte die Verhandlungsführerin und Verdi-Vizechefin. Die Fluglinie Lufthansa hatte stark unter der Corona-Pandemie gelitten. Die Beschäftigten hätten auf Gehalt verzichtet, um die Lufthansa stabil durch die Krise zu bringen, erinnerte Behle. Zuletzt gab es im Jahr 2018 eine Tarifrunde.

Lufthansa: Streiken bald auch die Piloten?

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Kommt ein Piloten-Streik? In der aktuellen Tarifauseinandersetzung für das Bodenpersonal der Lufthansa dringt die Gewerkschaft Verdi auf eine Einigung und droht ansonsten mit weiteren Streiks. © IMAGO / Action Pictures

Mitten in der Urlaubssaison muss die Airline Lufthansa sich zudem auf einen möglichen Streik ihrer Piloten einstellen. Die Mitglieder der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatten am Sonntag mit großer Mehrheit für einen möglichen Arbeitskampf gestimmt. Bei einer Beteiligung von 93,2 Prozent bei der Deutschen Lufthansa hätten sich 97,6 Prozent für die Ziele der Tarifkommission ausgesprochen, teilte Cockpit am Sonntag in Frankfurt am Main mit. VC gab an, zunächst „konstruktive Gespräche“ führen zu wollen, um „gemeinsame Lösungen“ zu finden. Das Ergebnis der Abstimmung führe „noch nicht zwangsläufig zu Streikmaßnahmen“, erklärte Cockpit weiter.

Die Vereinigung fordert eine Gehaltserhöhung um 5,5 Prozent für 2022, einen automatischen Ausgleich der Inflation sowie eine einheitliche Tarifstruktur. Letzteres würde bedeuten, dass für alle Lufthansa-Piloten die gleichen Bedingungen gelten. Eine Umsetzung dieser Forderung gilt als schwierig. Zudem solle die Attraktivität der unteren Lohnstufen gesteigert werden. „Wir brauchen jetzt eine moderne und faire, international konkurrenzfähige Vergütungsstruktur in allen Berufsgruppen“, erklärte Marcel Gröls, der Vorsitzende Tarifpolitik der Gewerkschaft.

Die Streiks sind indes nicht das einzige Problem der Airline. Denn Lufthansa leidet - wie andere Fluglinien auch - massiv unter Personalmangel. Unabhängig von den Arbeitskämpfen hatte Lufthansa bereits tausende Flüge für den Sommer gestrichen (AFP/bme).

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