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Cold-Case-Wende nach „Aktenzeichen XY“: Knochen stammen von keiner Frau, sondern von Ernst K. - Wer kennt ihn?

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Mordfall Ernst K Bonn
Die Polizei sucht mit diesem Foto von Ernst K. nach Hinweisen. © Mordkommission Bonn

Spektakuläre Wende in einem Cold Case nach der Ausstrahlung in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“: Die Polizei ist einen Schritt weiter und sucht neue Hinweise.

Bonn - Ein spektakulärer Fall aus dem Jahr 1994 nimmt wenige Monate nach der Berücksichtigung bei der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ erneut Fahrt auf. Von den neuen Entwicklungen berichtet die Polizei in Bonn in einer Pressemitteilung. Der Cold-Case-Fall beschäftige demnach wieder die Bonner Mordkommission.

Aktenzeichen XY... ungelöst (ZDF): Ausstrahlung bringt Dutzende Hinweise

Am 15. September 2021 wurde der damalige Stand der Erkenntnisse bei „Aktenzeichen XY... ungelöst“ thematisiert und vom Ersten Kriminalhauptkommissar Michael Brück erläutert. Die Folge: 65 neue Hinweise, von denen zehn laut Polizei weitergehende Ermittlungen auslösten. Auch Mannheim24 berichtete darüber.

Am 23.05.1994 hatten Schüler in Ruppichteroth-Beiert (NRW) in der Waldgemarkung „In der Mordkaule“ mehrere Knochen gefunden. Die daraufhin eingeschaltete Kripo nahm zu diesem Fund schließlich die Ermittlungen auf. Aus den ersten Untersuchungen des rechtsmedizinischen Institutes der Universität Bonn ergaben sich deutliche Anhaltspunkte auf eine nicht natürliche Todesursache. Eine Mordkommission übernahm die weitergehenden Ermittlungen. Hieraus ergaben sich - wie die Polizei jetzt rückblickend noch mal schildert - Anhaltspunkte dafür, dass die Person im Oktober 1992 noch gelebt hat. Indizien sprachen demnach zunächst dafür, dass es sich um die Leiche einer Frau im Alter zwischen 20 und 30 Jahren gehandelt habe. Die Identität der verstorbenen Person konnte zunächst nicht geklärt werden. Im Zuge der Cold-Case-Bearbeitung wurde die Fallakte aufbereitet und an die Bonner Ermittler übergeben, um die weitergehenden Ermittlungen zu führen.

Am Fundort entdeckte Kleidungsstücke
Die Ermittler hatten im September Bilder der am Fundort entdeckten Kleidungsstücke veröffentlicht. © Mordkommission Bonn / Collage tz.de

Fall aus „Aktenzeichen XY... ungelöst“: Knochen konnten Ernst K. zugeordnet werden

Die Weiterentwicklung der kriminaltechnischen Untersuchungsmöglichkeiten führte schließlich zu der Erkenntnis, dass es sich bei der zu den aufgefundenen Knochenteilen gehörenden Person - entgegen der ursprünglichen Annahme - um eine männliche Person gehandelt hatte. Diese erste Wende wurde schon vor Monaten bekannt gegeben und ist nicht ganz neu - wohl aber die Identität des Mannes.

Wie die Polizei jetzt mitteilt, konnte der Verstorbene - 27 Jahre nach dem Fund in einem Waldstück bei Ruppichteroth - nunmehr identifiziert werden: Es handelt sich um einen seinerzeit im Rhein-Sieg-Kreis ansässigen Mann. Am 19. Februar 1990 wurde der allein lebende Mann von Angehörigen bei der Polizei als vermisst gemeldet. Der damals 25-Jährige wurde nach dem aktuellen Erkenntnisstand im Februar 1990 letztmalig lebend gesehen. Der seinerzeit unverheiratete Ernst K. lebte zuletzt in Siegburg und soll sich nach den bisherigen Ermittlungen auch im Drogenmilieu bewegt haben. Auf der Grundlage eines richterlichen Beschlusses veröffentlichen Staatsanwaltschaft und Polizei jetzt ein Foto von Ernst K., das dem Aussehen zum Zeitpunkt der Vermisstenanzeige im Februar 1990 entspricht.

Die Ermittler bitten um weitere Hinweise und fragen: „Wer hat Ernst K. in dem Zeitraum zwischen Februar 1990 und der Auffindung der menschlichen Knochen im Jahr 1994 gesehen oder in dieser Zeit Kontakt zu ihm gehabt? Wer kann Angaben zur Lebenssituation oder/und zum Umgang zu seinem persönlichen Umfeld machen?“ Hinweise nimmt die Mordkommission der Bonner Polizei unter der Rufnummer 0228-150 entgegen. Das „Aktenzeichen XY“-Team hatte im November einen TV-Albtraum erlebt. *Mannheim24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. (tz.de)

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