Eigentlich nützlich, doch nun unbrauchbar

Corona-Masken im Aldi-Prospekt: Discounter unterläuft Fail - „Ist jetzt vielleicht der falsche Zeitpunkt“

Corona-Masken sind begehrt und nützlich - deswegen bewirbt auch Aldi solche Produkte im aktuellen Prospekt. Doch einer Kundin fiel ein Problem daran auf.

  • Aldi Nord bietet in seinem aktuellen Prospekt (21.1.) Corona-Masken an.
  • Einer Twitter-Nutzerin fiel das Problem daran auf.
  • Denn die so genannten Alltagsmasken wird sich kaum mehr jemand kaufen.

München - Längst sind nicht nur die Apotheken eine wichtige Anlaufstelle, um Masken gegen das Coronavirus zu kaufen. Diverse Ketten sind in das Geschäft eingestiegen. Schon früh in der Pandemie begannen verschiedene Discounter und Drogerie-Ketten schon, Corona-Masken in ihr Sortiment aufzunehmen. Und längst bekommt man diese sogar an Kiosken, Tankstellen oder in Getränkemärkten.

Insofern ist es naheliegend, dass Aldi Nord auch in seinem aktuellen Prospekt ab 21.1. verschiedene Masken-Produkte gegen das Coronavirus bewirbt. Doch der Discounter greift damit ziemlich daneben, wie einer Twitter-Nutzerin auffiel.

Aldi-Prospekt enthält Corona-Masken - allerdings keine FFP2-Masken

„Ist jetzt vielleicht der falsche Zeitpunkt Aldi Nord“, schrieb sie am Mittwochabend (20.1.) und postete ein Foto des Aldi-Prospekts. Was sie meint? Das erkennt wohl gleich jeder, der die Nachrichten auch nur ein bisschen verfolgt hat. Beim jüngsten Corona-Gipfel von Angela Merkel und den Ministerpräsident der Bundesländer wurden neue Maßnahmen beschlossen. Nachdem Bayern bereits eine FFP2-Masken-Pflicht für den ÖPNV und Läden beschlossen hatte, folgen die anderen Bundesländer.

Künftig sind nur noch medizinische Masken in Deutschland beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln gestattet. Heißt: FFP2-Masken oder OP-Masken. Für die so genannten Alltagsmasken ist dort kein Platz mehr. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Bundesländer hatten am Dienstag die neue Regelung beschlossen, die jetzt von den Bundesländern umgesetzt wird. Ulrich Weigeldt, Chef beim Deutsche Hausärzteverband, begrüßte den Beschluss: „Wenn man sich für eine Maskenpflicht entscheidet, dann muss man es auch richtig machen“, sagte er dem RND. Die OP- und FFP2-Masken könnten eine deutlich höhere Schutzwirkung bieten als Alltagsmasken, sagte der Verbandsvorsitzende der Hausärzte. Voraussetzung sei allerdings, dass es sich um zertifizierte Produkte handle und diese richtig verwendet würden.

Aldi: Alltagsmasken gegen Corona dürften wie Blei in den Regalen liegen

Doch genau solche Alltagsmasken bietet Aldi seit Donnerstag über sein Prospekt an: Textile Mund-Nasen-Masken in zwei Ausführungen und verschiedenen Designs. Mit dem neuen Beschluss des Corona-Gipfels dürften diese jedoch mehr und mehr aus der Öffentlichkeit verschwinden. Weil man für ÖPNV und Einkaufen ohnehin eine andere bräuchte. Deswegen ist zu erwarten, dass die Masken aus dem Aldi-Prospekt wie Blei in den Regalen liegen bleiben. Immerhin gibt es auch FFP2-Masken bei Aldi.

Aldi-Prospekt ohne FFP2-Masken: Fail wohl wegen hoher Druck-Vorlaufzeiten

Ein Verdacht liegt nahe: Aldi hat zu hohe Vorlaufzeiten, um mit den Prospekten auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können. „Das Gleiche wie beim Feuerwerk, 6-8 Wochen Vorlauf beim Drucken von Prospekten“, will ein Twitter-Nutzer wissen. Ob es wirklich 6-8 Wochen sind, ist natürlich nicht bestätigt - aber große Ketten müssen Ware nicht nur weit im Vorfeld besorgen, sondern auch die Werbung planen und die Prospekte drucken lassen. Dass Aldi trotz eines Verkaufsverbots noch fleißig Feuerwerk bewarb, sorgte im Dezember laut Merkur.de schon für Verwirrung. Doch selbst wenn große Ketten FFP2-Masken anbieten, läuft nicht immer alles rund - das zeigte sich bei einem gut gemeinten Gratis-Geschenk von dm. (lin)

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