Fall schlägt hohe Wellen

Live im Fernsehen: Läufer schlägt Reporterin auf den Hintern - Polizei ermittelt: „Er hat mich verletzt“

Eine Reporterin wurde während eines Live-Einsatzes Opfer von sexueller Belästigung. Der Fall schlägt hohe Wellen, auch im Internet.

  • Eine Reporterin wurde während der Berichterstattung zu einem Lauf sexuell belästigt.
  • Sie wehrt sich öffentlichkeitswirksam.
  • Der Läufer, der ihr auf den Hintern schlug, hat sich ebenfalls geäußert.

Update vom 14. Dezember: Nachdem ein Läufer der Reporterin Alex Bozarjian auf den Hintern schlug (siehe Erstmeldung), wird gegen den Mann nun ermittelt. Dem 43-Jährigen wird ein sexueller Übergriff vorgeworfen, wie der Sender CBS am Freitag unter Berufung auf die Ermittler berichtete. Die betroffene Journalistin arbeitet für die Lokalstation WSAV im US-Bundesstaat Georgia und berichtete über einen Lauf am vergangenen Samstag in der Stadt Savannah. Der Beschuldigte war einer der Sportler.

Besondere Aufmerksamkeit erregte in den USA die Tatsache, dass der Mann in der kirchlichen Jugendarbeit und bei den Pfadfindern aktiv ist, wie das Magazin „People“ berichtete.

Live im TV: Läufer schlägt Reporterin auf den Hintern - die reagiert heftig

Erstmeldung vom 13. Dezember: Savannah/USA - Es war eigentlich ein ganz normaler Einsatz für Alex Bozarjian, Reporterin des US-Senders WSAV-TV: Sie kommentierte live das Geschehen bei einem Lauf-Event, dem Savannah Bridge Run im US-Bundesstaat Georgia. Sie war direkt vor den vorbeilaufenden Teilnehmern postiert, von denen manche auch prompt in die Kamera winken - einer hat sich dabei anscheinend sogar als Sensenmann verkleidet.

USA: Reporterin bekommt live im TV Klaps auf den Po - sie wehrt sich entschieden

Doch das wahre Schreckgespenst nähert sich erst einige Augenblicke später: Ein Läufer kommt über die Brücke, holt aus - und gibt der Reporterin von hinten einen anscheinend sehr kräftigen Klaps. Aus Perspektive des Zuschauers lässt sich nicht genau sagen, wo er sie trifft - doch der schockierte Gesichtsausdruck, mit dem Bozarjian ihm für einen Moment nachblickt, spricht Bände. Gleich darauf hat die Journalistin sich jedoch wieder im Griff; versucht, die Sendung seriös weiterzuführen.

All das ist in einem Video zu sehen, das sich wenig später wie ein Lauffeuer auf Twitter verbreitete. Und die Reaktion von Alex Bozarjian darauf ließ nicht lange auf sich warten: Sie retweetete das Video und schrieb dazu: „An den Mann, der mir heute Morgen live im TV einen Klaps auf den Hintern gegeben hat: Sie haben mich missachtet, objektifiziert und gedemütigt. Keine Frau sollte JEMALS mit so etwas konfrontiert sein, weder in der Arbeit noch sonst wo!!“ Das Statement endet mit der Aufforderung, es besser zu machen - ob diese sich nur an den Verfasser richtet oder allgemein an alle, das lässt die Formulierung offen.

Twitter: Diskussion um den Vorfall beim Savannah Bridge Lauf eskaliert

Auf Twitter erhält die Reporterin eine Menge Zuspruch. Nicht nur, aber natürlich auch von Frauen, die selbst schon mit dem Thema sexuelle Übergriffe zu kämpfen hatten. „Als ein Opfer von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz bewundere ich dich für deine Worte. Ich wünschte, ich hätte deinen Mut“, schreibt eine Userin. „Du hast die Situation würdevoll gelöst, meine Liebe. Das war nicht akzeptabel und die ganze Community steht hinter dir“, lässt Emma Hamilton, eine andere Reporterin, ihre Kollegin wissen.

Doch nicht alle stehen auf Seiten der Journalistin: Ein User schlägt Bozarjian vor, sie solle die Aktion entweder als erfolgreichen Karriere-Push verstehen oder sich zurück in die Küche begeben und Pasteten backen.

In der Mehrzahl sind aber ganz klar diejenigen, die Alex Bozarjian unterstützen. Und dabei rufen manche zu drastischen Mitteln auf: Sie erwähnen den Namen des Täters als Hashtag und rufen dazu auf, seinen Ruf zu zerstören.

Sexuelle Belästigung vor laufenden Kamera: Täter beteuert, er habe sie nur „am Rücken berühren“ wollen

Denn auch der Mann, der die sexuelle Belästigung beging, hat sich inzwischen geäußert. Es handelt sich um einen 43-jährigen, verheirateten Mann mit zwei Kindern. In einem Interview mit dem US-Portal Inside Edition beteuert er: „Ich hatte mich dazu bereit gemacht, meine Hände zu heben und in die Kamera zu winken, es war eine Fehleinschätzung in Sachen Charakter und Entscheidungsfindung. Ich habe ihren Rücken berührt; ich wusste nicht, wo genau ich sie berührt habe.“

Er sei dann einfach weiter gelaufen, weil er den Gesichtsausdruck der Frau nicht habe sehen können. Hätte er ihre Reaktion gesehen, so hätte er sich geschämt, gestoppt und sich sofort bei ihr entschuldigt.

Die Angelegenheit wird für den 43-Jährigen weiterhin ein Nachspiel haben. Alex Bozarjian hat angekündigt, Anzeige zu erstatten.

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist natürlich nicht nur in den USA ein Problem - in Deutschland ist laut einer Studie jede vierte Frau davon betroffen. Geschlechter übergreifend war laut einer anderen Umfrage innerhalb der letzten drei Jahre jeder Elfte betroffen.

Rubriklistenbild: © Screenshot Twitter/GrrrlZilla

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