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Welche Funktion hat der Bommel an der Pudelmütze? Sie entstand offenbar infolge eines Missgeschicks

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Von: Marcus Giebel

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Pudelmützen erfreuen sich großer Beliebtheit, nicht zuletzt wegen des Bommels. Die Wollkugel war einst als Stoßdämpfer auf See im Einsatz. Eine Kaiserin gilt als Wegbereiterin.

München - Sie sind einfarbig oder auch bunt und sehen einfach putzig aus. Als flauschige Wollkugeln stellen sie obendrein das Topping auf Pudelmützen dar - entweder direkt an der Kopfbedeckung oder per Kordel mit dieser verbunden. Doch welche Funktionen haben die guten alten Bommeln überhaupt?

Wie der BR berichtet, liegt ihr Ursprung bereits rund 200 Jahre zurück. Damals trugen die Soldaten vieler europäischer Nationen - als Beispiel wird Frankreich genannt - sogenannte Pompons an ihren Kopfbedeckungen. Deren Farbe und Form galten als Erkennungsmerkmal der verschiedenen Regimente und Kompanien. Gleiches galt auch für Uniformaufschläge an Ärmeln, Rabatten und Kragen, aber doppelt hält bekanntlich besser.

Bommel als Gesundheitsschutz: Stoßdämpfer für Seeleute unter Deck

Auch in Sachen Gesundheitsschutz wurden die Bommeln damals eingesetzt. So trugen Seeleute ebenfalls Hüte oder Mützen mit der besonderen Verzierung. Auf diese Weise wurden die Köpfe auch beim Einsatz unter Deck - wo die Räume sehr niedrig waren - vor unliebsamen Bekanntschaften mit Türrahmen oder Wänden bewahrt. Als eine Art Stoßdämpfer. Denn bei stürmischem Wetter oder auch schon schnellen Bewegungen drohte Gefahr für das Haupt.

Mittlerweile ist dieser Anlass Schnee von gestern, denn die Räume auf Schiffen fallen auch aufgrund der zugenommenen Körpergröße vieler Menschen voluminöser aus. Die Bommeln aber werden unter Seeleuten nach wie vor mit Stolz getragen. Sie machen ja auch was her.

Ein Baby mit Pudelmütze und dicker Jacke sitzt im Schnee
Doppelt hält besser: Wohl dem, der eine Pudelmütze auf dem Kopf hat. © IMAGO / Westend61

Erfindung der Bommel: Kaiserin Eugenie gilt wegen Einsatz bei Brückeneinweihung als Wegbereiterin

Als Wegbereiterin des Bommels soll Eugenie de Montijo, Ehefrau von Napoleon III., gelten. Sie eilte demnach bei der Einweihung einer Brücke in Brest 1858 einem Matrosen zu Hilfe, als dieser sich beim Salutieren den Kopf an der Decke eines Schiffes stieß. Die Wunde auf dem Kopf versorgte die Kaiserin mit einem weißen Taschentuch, das sich durch das Blut rot verfärbte. So wirkte sie wie ein farbiger Bommel.

Mit der Wollkugel wird auch ein Aberglaube verbunden: In Frankreich winkt ein Tag lang Glück, wenn man den roten Bommel eines Matrosen berührt, ohne dabei erwischt zu werden. Allerdings heißt es auch, sollte der Seemann eine Frau bei dem Bommeltest bemerken, muss sie ihn küssen. (mg)

Warum erscheint uns der Himmel tagsüber blau, morgens und abends aber rot? Wieso fällt ein Marmeladenbrot immer auf die bestrichene Seite? Mit welchem Trick können wir überschäumenden Getränkedosen begegnen?

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