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„Sehr kritische Lage“: Jugendliche sitzen wegen Lawinengefahr auf über 2000 Metern fest - Armee muss anrücken

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Von: Marcus Giebel

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Über einem verschneiten Berg ziehen sich die Wolken zusammen
Luftwaffe im Einsatz: Aus einer mehr als 2000 Meter hoch gelegenen Berghütte wurden die Teilnehmer eines Freizeitlagers evakuiert. (Symbolbild) © dpa

Mit der Natur ist nicht zu spaßen. Das hatten die Teilnehmer eines Freizeitlagers für Jugendliche zum Glück auch nicht vor und riefen von einem Alpengipfel aus die Luftwaffe zu Hilfe.

München - Den Start ins neue Jahr hatten sie sich wohl anders vorgestellt. Und bei weitem nicht so spektakulär. In der Schweiz mussten die Teilnehmer eines Jugend- und Sport-Skitourenlagers von Helikoptern der Luftwaffe aus mehr als 2000 Metern Höhe evakuiert werden. Das berichtet das Eidgenössische Departement für Verteidigung.

Die 32-köpfige Gruppe aus Jugendlichen sowie Leitungs- und Begleitpersonen hatte mehrere Tage in der Cabane du Fenestral im Raum von Ovronnaz verbracht. Hierbei handelt es sich um eine Berghütte auf dem Pass in 2440 Metern Höhe, die für 34 Personen ausgelegt ist.

Abfahrt auf Skiern zum Abschluss des Freizeitlagers wird wegen Lawinengefahr gecancelt

Ursprünglich hatte der Plan darin bestanden, zum Abschluss des gemeinsamen Ausflugs auf Skiern ins Tal zu sausen. Doch das erschien den Leitern angesichts der sich zuspitzenden Lawinensituation als zu heikel.

Zu dem Zeitpunkt galt die vierte von fünf Warnstufen, also eine „sehr kritische“ Lage. Diese wird nur zu 2,2 Prozent prognostiziert, fordert aber zehn Prozent der Todesopfer. Das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung informiert: „Spontane und oft auch sehr große Lawinen sind wahrscheinlich. An vielen Steilhängen können Lawinen leicht ausgelöst werden. Fernauslösungen sind typisch. Wummgeräusche und Risse sind häufig.“

Rettungsaktion der Schweizer Luftwaffe verläuft ohne Störungen

So wurde die Armee um Hilfe gebeten. In der Mitteilung wird von „diversen Abklärungen“ berichtet, ehe Hubschrauber zur Verfügung gestellt wurden. In vier Gruppen seien die 32 Personen ins Tal geflogen worden, dort seien sie wohlbehalten angekommen. Die Rettungsaktion in den Walliser Alpen verlief demnach störungsfrei.

Für die Jugendlichen war sie wohl trotzdem ein Abenteuer, an das sie sich immer erinnern werden. (mg)

Ein Video zeigt, wie hilflos auch Autofahrer sind, wenn ihr Gefährt von einer Lawine erwischt wird. Eine Ski-Ikone trauert um ihren Bruder, der bei einem Lawinenunglück ums Leben kam.

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