Raffaele Sollecito vor Gericht

Amanda Knox' Ex-Freund: Ich bin kein Mörder

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Raffaele Sollecito, der ehemalige Freund von Amanda Knox.

Florenz - Zum dritten Mal müssen sich Amanda Knox und ihr Ex-Freund für den Mord an Meredith Kercher vor Gericht verantworten. Erstmals vor Gericht betonte Raffaele Sollecito am Mittwoch seine Unschuld.

Während die Amerikanerin Amanda Knox dem neuen Prozess um den Mord an der Britin Meredith Kercher in Italien fernbleibt, hat ihr Ex-Freund vor Gericht seine Unschuld beteuert. „Sie haben mich als kalten und erbarmungslosen Mörder hingestellt, ich bin nichts von alledem“, sagte der neben Knox angeklagte Italiener Raffaele Sollecito (29) in einer emotionalen Erklärung am Mittwoch vor dem Berufungsgericht in Florenz. Er sei Opfer eines „großen Fehlers“ und einer „fürchterlichen Verfolgung ohne Sinn“.

Sollecito appellierte in seiner freiwilligen Erklärung an das Gericht: „Ich bitte sie demütig, auf die Realität dieser Geschichte zu schauen und den großen Fehler zu sehen, der gemacht wurde, um mir die Möglichkeit zu geben, wieder ein Leben zu haben.“ Am Ende seines Statements kämpfte er mit den Tränen, seine Stimme versagte kurz. Sollecito nahm erstmals seit Beginn des neuen Prozesses an dem Verfahren teil, während die 26 Jahre alte Knox angekündigt hatte, nicht nach Italien zurückkehren zu wollen.

Ein Urteil in dem Prozess könnte im Januar 2014 fallen, das Gericht legte bis dahin sechs weitere Prozesstermine fest. Sollecito und Knox müssen sich zum dritten Mal in dem Mordfall Kercher verantworten. Die damals 21 Jahre alte Britin war im November 2007 halbnackt, mit durchschnittener Kehle und von Messerstichen übersät in ihrem WG-Zimmer in Perugia gefunden worden. Ihre Mitbewohnerin Knox und Sollecito wurden 2009 zu langen Haftstrafen verurteilt. 2011 sprach sie ein Berufungsgericht frei, bevor Italiens höchstes Gericht im März anordnete, den Fall neu aufzurollen.

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Zum Tatzeitpunkt vor sechs Jahren habe er kurz vor dem Abschluss seines Studiums gestanden und mit Knox seine „erste wirkliche Liebe“ erlebt, sagte Sollecito. Er habe mit ihr eine unbeschwerte Zeit erlebt, am liebsten habe sich das Paar in seine eigene „kleine Märchenwelt“ zurückgezogen. Seit den Geschehnissen um Kercher habe er „kein wirkliches Leben“ mehr. Für ihn sei es schwierig, einen Job zu finden, weil ihn jeder kenne und als „einen möglichen Mörder“ sehe.

Die Theorie, Kercher könne bei einem Gruppen-Sexspiel getötet worden sein, wies Sollecito als „absurd“ zurück. Bislang sitzt für den Mord nur der Ivorer Rudy Guede im Gefängnis. Er wurde 2010 wegen Beihilfe zum Mord zu 16 Jahren Haft verurteilt.

Vor Sollecitos Erklärung sagte ein Gutachter aus, der DNA-Spuren an der möglichen Mordwaffe untersucht hatte. Die zwischen Griff und Klinge des Küchenmessers entdeckte Spur habe eine „beträchtliche Ähnlichkeit“ mit der DNA von Amanda Knox, sagte er. Spuren von Sollecito, Guede oder Kercher wurden nicht gefunden. Während die Anklage das Küchenmesser aus Sollecitos Wohnung für die Tatwaffe hält, argumentiert die Verteidigung, Knox habe es zum Kochen benutzt.

dpa

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