Bei Demonstration

Angst vor Dildo-Angriff: Politikerin fährt durch Menschenmenge

Wellington - Die neuseeländische Vize-Regierungschefin Paula Bennett ist mit Demonstranten zusammengestoßen. Nun verteidigt sie die Aktion mit einer wahrlich kuriosen Rechtfertigung.

Neuseelands Vize-Regierungschefin Paula Bennett hat eine Autofahrt durch eine Gruppe von Demonstranten, bei der im vergangenen Jahr zwei Menschen leicht verletzt wurden, mit ihrer Furcht vor einem Dildo-Angriff begründet. Sie habe damit gerechnet, dass das Auto mit dem Sex-Spielzeug beworfen werde, sagte Bennett am Dienstag im Gerichtsprozess gegen den Fahrer des Wagens, den Abgeordneten Chester Borrows. 

Die Vize-Regierungsschefin hatte bei dem Vorfall vom vergangenen März mit in dem Auto gesessen, als das Fahrzeug von Demonstranten umringt wurde, die gegen das Transpazifische Freihandelsabkommen TPP protestierten. Bereits am Morgen habe sie eine "aggressive Drohung" in sozialen Netzwerken bekommen, sagte Bennett in der Verhandlung vor dem Bezirksgericht Whanganui. 

Das im Internet veröffentlichte Bild zeigte einen pinkfarbenen Dildo mit der Aufschrift "Paula B" und war mit dem Text "Sehen uns in Kürze, Schlampe" betitelt. 

"Ich wollte wirklich nicht damit in die Nachrichten kommen, wie dieses Ding entweder mich oder das Fenster neben mir trifft", sagte Bennett. Fernsehbilder zeigten, dass auch der Mann, der die Drohung veröffentlichte, bei der Demonstration zugegen war und einen Dildo bei sich hatte. Er gehörte allerdings nicht zu der Gruppe von Demonstranten, die das Auto umringten. Keiner der beiden leicht verletzten Demonstranten trug ein Sex-Spielzeug bei sich. 

Nur wenige Wochen zuvor hatte eine Dildo-Attacke auf Neuseelands Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Steven Joyce, für Aufsehen und Empörung gesorgt. Joyce war am Nationalfeiertag von einem Demonstranten mit einem Dildo im Gesicht getroffen worden. Premierminister John Key sprach von einem "entsetzlichen" Vorfall. 

Borrows, ein ehemaliger Polizist, sagte vor Gericht aus, er habe Bennett schützen wollen und wies den Vorwurf einer rücksichtslosem Fahrweise zurück. Er habe das Auto vorsichtig durch die Demonstranten gesteuert. Das Gericht befand ihn für nicht schuldig, legte ihm allerdings nahe, ähnliche Situationen künftig von Polizisten lösen zu lassen, die noch im Dienst seien.

AFP

Rubriklistenbild: © pictu re alliance / dpa

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