Leiche identifiziert

Verwechslung: Familienvater musste sterben

Wien - Der Familienvater hatte nichts mit dem Betrug zu tun, trotzdem musste er sterben. Jetzt wurde die Leiche des Wieners gefunden - er wurde das Opfer einer tragischen Verwechslung.

Die Polizei hat eine im Wienerwald gefundene Leiche als die eines vermutlich von Russen entführten und ermordeten Anwalts identifiziert. Der Zustand des Körpers lege nahe, dass der Todeszeitpunkt bereits geraume Zeit zurückliege, teilte die Polizei am Freitag mit. Der 48-jährige Familienvater war vor drei Wochen in einer Tiefgarage in der Wiener Innenstadt entführt worden. Die Täter hätten den Mann entweder erstickt oder erdrosselt, sagte ein Polizeisprecher am Freitag.

Der Jurist ist nach Vermutung der Ermittler Opfer einer tragischen Verwechslung geworden. Die beiden mutmaßlichen Täter, die vor Tagen in Moskau festgenommen wurden, gehörten zum Umkreis von Opfern eines Anlagenbetrugs, mit dem der Österreicher gar nichts zu tun hatte. Kriminelle hätten vor Jahren in Russland den Namen des Anwalts für ihre Betrugsgeschäfte missbraucht.

Um seine Unschuld zu beweisen, erstattete der Anwalt damals Selbstanzeige, die Justiz stellte das Verfahren gegen ihn ein. Dennoch bekam der Jurist Drohungen.

Nach seiner Entführung fanden die Ermittler über ein Mietauto mit Blutspuren des 48-Jährigen schnell eine Spur nach Moskau. Am Dienstag wurden dort zwei Männer festgenommen, die den Wagen geliehen hatten. Am Donnerstag entdeckte ein Jäger zufällig die verscharrte Leiche in dem Wald bei Wien.
dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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