Gefährliche Fahrt in Argentinien

Video entlarvt schlafenden Lokführer

Buenos Aires - Ein argentinischer Lokführer hat nahezu eine ganze Vorort-Strecke, die auch an mehreren Bahnübergängen vorbeiführt, verschlafen. Leugnen ist zwecklos, denn ein Video hat ihn entlarvt.

Ein Lokführer hat einen Vorortzug in Buenos Aires nahezu schlafend gefahren. Der argentinische Transportminister Florencio Randazzo zeigte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz ein Video, auf dem der Lokführer eines Zugs minutenlang während der Fahrt mit geschlossenen Augen zu sehen ist. Der Zug fuhr auf der Strecke von Beccar zum Nord-Hauptbahnhof Retiro mit mehreren Hundert Passagieren an Bord. Die Züge fahren auf der Strecke über Dutzende von Bahnübergängen.

Randazzo erklärte, neben der Erneuerung der veralteten Bahnen werde auch eine strengere Ausbildung und Kontrolle des Bahnpersonals eingeführt, um die Fahrlässigkeiten einzugrenzen. Die Kameras in den Lok-Kabinen wurden vor einem Monat nach mehreren Bahnunfällen installiert.

Mitte Juni war ein Nahverkehrszug auf einen stehenden Zug im Vorort Castelar gestoßen. Drei Menschen kamen dabei um, weitere 315 erlitten Verletzungen. Auf derselben Bahnstrecke gab es im Februar 2012 einen Unfall mit 51 Toten, als ein Zug gegen einen Prellbock am Gleisende im West-Hauptbahnhof Once fuhr. In Buenos Aires verkehren täglich 1370 Nahverkehrzüge.

dpa

Rubriklistenbild: © AP (Symbolbild)

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