Krankenhaus-Missgeschick mit tödlichen Folgen

Tragödie: Reinigungskraft stieß an Beatmungsgerät, Mutter (37) stirbt - Oberarzt wird schuldig gesprochen

Das Beatmungsgerät eines Patienten im Krankenhaus Großhadern, München (Symbolbild)
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Ein Fehler am Beatmungsgerät einer jungen Mutter in NRW bleibt unentdeckt - mit schweren Folgen. (Symbolbild)

Der Fehler einer Putzkraft im Krankenhaus Arnsberg, NRW endete für eine 37-jährige Mutter tödlich. Jetzt hat das Amtsgericht über den Fall entschieden.

  • Das Amtsgericht Arnsberg hat ein Urteil gefällt im tragischen Fall um den Tod einer jungen Mutter
  • Durch das Missgeschick einer Putzfrau war das Beatmungsgerät beschädigt worden
  • Die Patientin überlebte die Narkose nicht

Arnsberg - Das Urteil ist gefallen: 270.000 Euro muss der zuständige Chefarzt des „Karolinen Hospital“ Arnsberg jetzt zahlen. Grund ist der tragische Vorfall um eine junge Mutter im November 2018. Vier Tage nach der Geburt ihres Kindes sollte bei ihr ein Routine-Eingriff vorgenommen werden. Doch die junge Frau, selbst Ärztin, wachte aus der Narkose nicht mehr auf. Sie wurde für hirntot erklärt.

Krankenhaus-Tragödie in NRW: Defektes Atemgerät löst bei einer Mutter den Hirntod aus - „Tragödie wird mich mein Leben lang begleiten“

Tragödie in einem Krankenhaus in Arnsberg, NRW: Mit ihrem Wagen löst eine Putzfrau einen folgenschweren Defekt aus. (Symbolbild)

Hinter dem tragischen Tod der 37-Jährigen steckt ein folgenschweres Missgeschick am Vorabend. Mit ihrem Wagen war eine Putzfrau gegen das Beatmunsgerät gestoßen. Wie die Bild berichtet, befestigte sie die abgefallenen Schläuche wieder und informierte die zuständige Oberschwester. Das Beatmungsgerät wurde dabei unbemerkt beschädigt und die Oberschwester vergaß, den Vorfall zu melden.

Beim Einleiten der Narkose ahnte der Chefarzt am nächsten Morgen nichts. Der Defekt blieb unbemerkt und fiel erst zehn Minuten nach Beginn der Operation auf. Die mangelnde Sauerstoffversorgung führte schließlich zu einem Hirnschaden bei der jungen Mutter. Ein tragischer Fehler für den behandelnden Chefarzt: „Diese Tragödie wird mich mein Leben lang begleiten”.

Tragödie im Krankenhaus Arnsberg, NRW: Chefarzt steht in der Verantwortung

Das Verfahren gegen die zuständige Oberschwester wurde gegen eine Geldstrafe von 1000 Euro eingestellt. Zwar hatte sie den Vorfall nicht gemeldet, die Verantwortung sei aber beim zuständigen Oberarzt gelegen. Das bestätigte auch der Anwalt der 60-Jährigen: „Meine Mandantin trifft nur eine sehr geringe Schuld. Der Chefarzt musste das Gerät überprüfen, bevor er es einsetzte.”

Behandlungsfehler im Krankenhaus: über dreitausend Fehler jährlich - Zahl gestiegen

Regelmäßig kommt es in deutschen Krankenhäusern zu Behandlungsfehlern. Im vergangenen Jahr erstellten die Prüfer des Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen MDK rund 14.500 ärztliche Gutachten zu vermuteten Behandlungsfehlern. In jedem vierten Fall (3.688) wurde ein Fehler bestätigt. In jedem fünften Fall stellten sie fest, dass sich der Schaden beim Patienten tatsächlich auch auf den Behandlungsfehler zurückführen ließ (2.953). Dieser kausale Zusammenhang erwies sich auch bei 85 von 140 untersuchten Todesfällen.

Ein Fall wie der tragische Tod der jungen Mutter in NRW ist aber dennoch ungewöhnlich und bleibt eine Seltenheit.
Auch ein Patient in München starb zwar fast an seinem Beatmungsgerät, löste den Defekt aber selbst aus.

Eine Studentin, ebenfalls aus NRW, wird währenddessen immer noch gesucht. Die Polizei bitte um Mithilfe bei der Suche nach der verschwundenen Wanderin.

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