Eine seiner Töchter kam dem Fruchtbarkeits-Doktor auf die Schliche

„Lügendoktor“ erzeugt über 100 eigene Babys - vor den Müttern hält er es geheim

Die in der Neujahrsnacht geborenen Babys Susanne-Sophie, Thea, Finn und Paul Heinrich liegen auf einem Bett im Carl-Thiem-Klinikum.
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Dr. Peven ist der Erzeuger von über 100 Kindern (Symbolbild).

Ein Arzt aus Detroit sorgte mit seinem Sperma regelrecht für einen Baby-Boom. Über vier Jahrzehnte verteilte er sein Erbgut, indem er Frauen in einer Fruchtbarkeitsklinik künstlich mit seinen eigenen Spermaproben befruchtete - ohne deren Wissen. 

  • Jaime Hall versucht durch DNA-Tests herauszufinden, wer ihr biologischer Vater ist.
  • Sie stößt bei der Rechere auf suspekte Fakten.
  • Jaime findet ihren biologischen Vater und deckt damit eine unglaubliche Geschichte auf.

Detroit - Was sich in einem Krankenhaus in Detroit, einer Stadt im mittleren Westen der USA, abspielte, ist kaum zu glauben. Der in seiner Heimat sehr angesehene Arzt Dr. Peven verhalf vielen Paaren als Professor für Geburtshilfe zum Babyglück. Was er vor den meisten angehenden Mütter jedoch geheim hielt: zur künstlichen Befruchtung verwendete er meist sein eigenes Sperma. Nun, im Alter von 104 Jahren, wurde sein Geheimnis gelüftet, weil ihm eine seiner Töchter auf die Spur kam.

Detroit: Tochter betreibt Stammbaumforschung und lüftet dadurch riesiges Geheimnis um Dr. Peven

Insgesamt 40 Jahre arbeitete Dr. Peven als Fruchtbarkeitsarzt. Dabei soll er rund 9000 Babys entbunden haben. Darunter auch seine eigenen, wie durch Pevens bis dato geheime Tochter, Jaime Hall, herauskam. Diese verriet in einem Interview mit der britischen Zeitung Thesun.co.uk, wie sie anhand eines Online-DNA-Tests entdeckte, dass sie nicht nur die Tochter des besagten Frauenarztes ist, sondern auch noch die Halbschwester vieler fremder erwachsener Menschen. Über eine Website, die DNA-Tests erfasst, wurden Jaime ihre bislang unbekannten Geschwister angezeigt, die allesamt den selben Vater aufwiesen: Dr. Peven.

Wir wurden alle im selben Krankenhaus geboren. Als Frauenarzt in der Geburtsurkunde war immer Dr. Peven eingetragen.

Jaime Hall

USA: Arzt aus Detroit lernt mit 104 Jahren seine durch künstliche Befruchtung erzeugten Kinder kennen

Ursprünglich wurde Jaime Hall von ihrer Mutter, die mittlerweile verstorben ist, erzählt, dass der Samenspender ein Freund der Familie gewesen sei. Nach dem Ergebnis ihres DNA-Tests wollte sie der Sache also genauer auf den Grund gehen. Sie kontaktierte die Halbgeschwister, die sie aus der App kannte und fuhr mit einer Halbschwester zu dem mittlerweile pensionierten Arzt. Als seine zwei Töchter ihn mit den Ergebnissen ihrer DNA-Tests konfrontierten, gab er direkt zu, sein eigenes Sperma verwendet zu haben, um eine Vielzahl von Babys zu erzeugen. „Ich war ein Pionier, weißt du. Ich war der Erste, der so etwas tat“, so Dr. Peven.

Seine Begründung baute der Arzt darauf auf, dass künstliche Befruchtung in den 1950er-Jahren noch nicht reguliert gewesen sei. Die Kühl- und Lagermöglichkeiten sollen noch nicht so fortgeschritten gewesen sein, weshalb Dr. Peven ausschließlich frisches Sperma verwenden wollte. Dazu nahm er dann entweder sein eigenes, oder das von Kollegen. Bei mitgebrachtem Sperma, wie jenes, das Jaime Halls Mutter ihm aushändigte, habe er scheinbar nicht gewusst, ob die Befruchtung so funktionieren würde.

Töchter des Arzts aus Detroit sind dankbar, dass er für einen eigenen kleinen Baby-Boom sorgte

Im Interview erzählt Jaime Hall von der ersten Begegnung: „Anfangs sagten wir nur ‚Sie kannten unsere Eltern, Sie haben uns auf die Welt gebracht‘ er lud uns ein und wir unterhielten uns.“ Die beiden Halbschwestern sollen zu seinen Füßen auf dem Boden gesessen haben, während er auf einem Stuhl saß. „Wie seine beiden kleinen Töchter“, beschrieb Jaime die Situation. Trotz der Enthüllungen haben die zwei Frauen kein Problem damit. Eher im Gegenteil, Jaime Halls Schwester Lynn äußerte sich dazu: „Ohne Dr. Peven und seine Fruchtbarkeitsklinik wäre ich nicht hier.“

Dass er den Frauen jedoch vorenthielt, dass es seine eigenen Spermaproben waren, die er zur Befruchtung verwendete, finden seine Töchter verwerflich und unethisch. Auch wenn die Halbschwestern es bestreiten, deutet das jahrzehntelange Verhalten Dr. Pevens auf eine Art Gottkomplex hin. (lp)

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