Ernsthafte Erkrankungen drohen

„Gefährlichstes Tier der Welt“ in Deutschland auf dem Vormarsch: „Breiten sich unaufhaltsam aus“

Bill Gates bezeichnete sie einst als „tödlichstes Tier der Welt“: Nun breitet sich die gefährliche Plage zunehmend in Deutschland aus.

Stuttgart - Sie ist gerade mal rund zehn Millimeter groß und dennoch höchst gefährlich: Die Asiatische Tigermücke. Microsoft-Gründer Bill Gates warnte schon vor Jahren vor der schwarz-weiß gemusterten Plage und bezeichnete sie sogar als das „tödlichste Tier der Welt“. Vor allem in Teilen Süddeutschlands sind die Asiatischen Tigermücken zunehmend auf dem Vormarsch.

Asiatische Tigermücke: Gefahr von ernsthaften Erkrankungen wie Denguefieber

„Die Asiatische Tigermücke, die Asiatische Buschmücke und die Aedes koreicus, auch Koreanische Buschmücke genannt, werden wir in Deutschland wohl nicht mehr ausrotten können“, konstatiert Doreen Werner, Biologin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (Zalf) in Müncheberg (Brandenburg). Diese drei Arten würden sich unaufhaltsam in Deutschland ausbreiten. Durch die exotischen Mückenarten drohen ernsthafte Erkrankungen, wie das Denguefieber, Chikungunya- oder Zika-Virus.

Asiatische Tigermücke: Gesundheitsamt Baden-Württemberg warnt vor Ausbreitung

Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg geht in seinem Jahresbericht ebenfalls auf die Gefahren durch die Asiatische Tigermücke ein. „Die ursprünglich in Südostasien beheimatete Tigermücke (Aedes albopictus) breitet sich seit einigen Jahren ausgehend von Südeuropa Richtung Norden aus. Sogar in München wurde sie bereits gesichtet. Auch in Baden-Württemberg steigt die Anzahl der Funde stetig“, heißt es im Jahresbericht 2020/2021. Mit zunehmend günstigen klimatischen Bedingungen steige das Risiko, dass Fälle ausgehend von reiseimportierten viralen Infektionen auftreten. Dies sei bereits in mehreren südeuropäischen Ländern beobachtet worden, so das LGA. „Die Überwachung und das Management von Tigermückenpopulationen gewinnt somit zunehmend an Bedeutung“.

Neben der Tigermücke findet sich mittlerweile auch die Asiatische Hornisse in Deutschland.

RKI verweist auf Faktoren für Ausbreitung: „Hiesige klimatische Bedingungen wenig geeignet“

Das RKI verweist jedoch darauf, dass mehrere Faktoren für eine Ausbreitung etwa des Dengue-Erregers nötig sind. In Deutschland kämen zwar regional zumindest theoretisch für dessen Verbreitung geeignete Mücken vor, schreibt es, „die hiesigen klimatischen Bedingungen sind jedoch für Übertragungen wenig geeignet“.

Kampf gegen Asiatische Tigermücke: Monitoring ab Mitte Juli geplant

Nun ist sogar eine eigene Kampagne im Kampf gegen die Asiatische Tigermücke angekündigt. Im Südwesten beginnen Experten der Organisation Kabs ab Mitte Juli ein Monitoring in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen, um neue, bisher unbekannte Populationen zu entdecken. Das teilte die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) in Speyer mit.

Asiatische Tigermücke auf dem Vormarsch: So soll die Population bekämpft werden

„Es werden Eiablage-Fallen an zufälligen Standorten aufgestellt. Bis September werden so Stechmücken-Eier abgesammelt und anschließend auf ihre Art bestimmt.“ Bisher erfolge die Arbeit in betroffenen Mitgliedsgemeinden in einem zweiwöchentlichen Turnus. „Diese hohe Frequenz soll dazu führen, dass es bestmöglich keine unbehandelte Regentonne und so weiter mehr gibt. So soll die Population der exotischen Stechmücke ausgedünnt und letztlich ausgemerzt werden.“

Mehr als 90 Städte und Gemeinden im Südwesten haben sich seit 1976 zur Kabs zusammengeschlossen. Die Arbeit der Stechmückenjäger ist aufwendig: Am Boden kämpfen sie sich oft durchs Dickicht, aber viele Brutstätten können nur aus der Luft bekämpft werden. Vom Helikopter aus verteilt die Kabs dann den biologischen Wirkstoff Bti, der die Larven der Blutsauger tötet. (va mit dpa)

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/zb/dpa

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