Verringerte Sterblichkeit

US-Studie: Aspirin weckt Hoffnungen im Kampf gegen Covid-19

Eine Aspirin-Tablette wurde aus der Verpackung genommen. (Symboldbild)
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US-Forscher fanden heraus, dass der Aspirin-Wirkstoff Krankheitsverläufe bei Covid-19 mindern könnte.

Regelmäßig eingenommen kann das Schmerzmittel Aspirin vielen Beschwerden vorbeugen. US-Forscher haben jetzt herausgefunden, dass es sich auch auf den Verlauf einer Corona-Infektion auswirken kann.

Baltimore - US-amerikanischen Forschern könnte kürzlich ein erstaunlicher Durchbruch gelungen sein. In einer Corona-Studie untersuchte das Team um Jonathan Chow von der University of Maryland School of Medicine in Balti­more die Effekte von Aspirin auf den Krankheitsverlauf von Covid-19. (*BW24 berichtete)

Aspirin gegen Coronavirus: Patienten nahmen täglich niedrige Dosen des Wirkstoffs

Üblicherweise wird Aspirin bei Kopfschmerzen oder Fieber genommen. Der Wirkstoff „Acetylsalicylsäure“ wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd. Er kann vorbeugend bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder etwa Diabetes wirken.

Die Forscher der University of Maryland School of Medicine untersuchten für ihre Studie die Krankenakten von 412 Corona-Patienten, die aufgrund von Covid-19-Komplikationen ins Krankenhaus kamen.*

Auffällig war dabei, dass etwa ein Viertel der Patienten vor oder kurz nach der Einweisung jeden Tag niedrige Dosen des Wirkstoffes eingenommen hatten. Etwa 81 Milligramm sollten die Herz-Kreislauf-Erkrankungen der durchschnittlich 55-jährigen Patienten in Schach halten.

Corona: Todesrate sinkt durch Einnahme von Aspirin erheblich

Konkret fanden die Wissenschaftler heraus, dass das Einnehmen von Medikamenten mit dem Wirkstoff „Acetylsalicylsäure“ das Risiko, an ein Beatmungsgerät angeschlossen zu werden um bis 44 Prozent verringerte. Eine Einweisung auf die Intensivstation verringerte der Wirkstoff um 43 Prozent. Das Risiko, im Krankenhaus zu sterben, verringerte sich laut Studie um 47 Prozent. Zuvor hatten bereits Forscher aus Heidelberg herausgefunden, was genau Corona-Patienten tötet:* In vielen Fällen sind es Blutgerinnsel in der Lunge.

Der SPD-Politiker und Mediziner Karl Lauterbach meldete sich bei Twitter zu Wort. Er begrüßte die Ergebnisse der Studie, betonte auch, dass eine „Bestätigung sinnvoll wäre“.

Die Ergebnisse des Forscherteams legen nahe, dass die Corona-Sterblichkeitsrate und die Lungenschädigungen durch die Einnahme von Aspirin abnehmen. Derzeit fehlt zwar noch eine Kontrollstudie für abschließende Ergebnisse, den Forschern machen ihre Beobachtungen allerdings jetzt schon Hoffnung. Studienautor Chow sprach von einem „vorsichtigen Optimismus“.

Aspirin: Vorsicht bei Kombination - Nebenwirkungen drohen

Aspirin sollte ohne ärztliche Rücksprache nicht länger als vier Tage eingenommen werden. Es könnte zu Komplikationen bei der kombinierten Einnahme mit anderen Medikamenten kommen. Nebenwirkungen könnten sich dadurch verstärken. „Acetylsalicylsäure“ kann beispielsweise zu Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt führen, u.a. zu Magengeschwüren. *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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