Impfstopp schon wieder aufgehoben

„Astrazeneca-Impfungen steht nichts im Weg“ - Deutsche Forscher entwickeln Gegenmittel gegen schwere Thrombosen

Es war ein schwerer Rückschlag für den Impfplan der Bundesregierung: Das Aussetzen der Astrazeneca-Impfungen. Deutsche Forscher haben nun ein Mittel entwickelt, das die Impfung sicherer machen soll.

Greifswald/Berlin - Das sind doch mal gute Nachrichten im Kampf gegen Corona. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte am Donnerstag (18.3) grünes Licht für weitere Impfungen mit dem Astrazeneca-Wirkstoff gegeben. Noch am selben Tag hatte Gesundheitsminister Jens Spahn angekündigt, dass wieder mit dem in die Kritik geratenen Vakzin geimpft werden wird. Jetzt sorgt die Universitätsmedizin Greifswald für positive Schlagzeilen. Auf ihrer Homepage schreibt die Uni: „Professor Andreas Greinacher hat sich reingehängt und es hat sich gelohnt. Die Komplikationen nach Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff sind erforscht und es wurde eine Therapie entwickelt. Einer weiteren Impfung steht also nichts mehr im Weg.“

Tagelang hatte die Bundesregierung darauf verzichtet, Menschen mit dem Astrazeneca-Wirkstoff zur Bekämpfung des Coronavirus zu impfen. Einige Geimpfte sollen im Anschluss an eine Impfung schwerwiegende Hirnvenen-Thrombosen erlitten haben. Bei den Betroffenen wurde ein Mangel an Blutplättchen und Blutungen festgestellt, wie das Bundesgesundheitsministerium verlauten ließ.

Forscher finden Gegenmittel gegen Thrombosen nach Astrazeneca-Impfung

Die Forscher der Universitätsmedizin Greifswald um Professor Andreas Greinacher untersuchten die Ursache für die Hirnthrombosen und konnten feststellen, dass das Vakzin von Astrazeneca bei einigen Menschen einen Abwehrmechanismus auslöst. Und zwar soll der Impfstoff die Blutplättchen, also die Thrombozyten, aktivieren, wodurch es zu Blutgerinnseln im Gehirn komme. Im menschlichen Körper passiert dies eigentlich nur bei Wundheilungen - also wenn das Blut gerinnt und dadurch die Wunde verschlossen wird.

Mit ihren Ergebnissen wandten sich die Greifswalder Wissenschaftler umgehend an das Paul-Ehrlich-Institut. Dieses ist hierzulande für die Zulassung und Überwachung von Impfstoffen verantwortlich. Im Anschluss wurde den Ärzten Blutproben von sechs Thrombosepatienten zur Verfügung gestellt, wodurch nun eine gezielte Behandlungsmöglichkeit entwickelt werden konnte. Betroffenen könne ein Wirkstoff verabreicht werden, der gegen die Thrombose helfe.

Astrazenca-Vakzin: Neu entwickeltes Mittel hllft gegen Thrombosebildung

Die Universität schreibt in ihrer kurzen Stellungnahme: „Da diese Ergebnisse bereits breit gestreut, an Kliniken übermittelt wurden, kann weiter mit Astrazeneca geimpft werden. Auftretende Fälle können direkt therapiert werden.“ Wie der NDR berichtet, handele es sich bei diesem wissenschaftlichen Erfolg um eine Zusammenarbeit der Greifswalder Forscher mit dem Paul-Ehrlich-Institut und Ärzten aus Österreich. Dort war eine Krankenschwester im Anschluss an eine Astrazeneca-Impfung an einer Hirnthrombose verstorben.

Eine vorsorgliche Behandlung mit dem neu erforschten Mittel gegen die Thrombosebildung sei laut Uni jedoch nicht möglich. Eine Verabreichung provisorisch vor dem Impfen sei nicht vorgesehen. Vielmehr komme es nach der Bildung eines Blutgerinnsels zum Einsatz. Alles zu Corona in Deutschland finden sie hier.

Rubriklistenbild: © Christophe Ena

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare