Interview aus dem Weltall

Astronaut Gerst freut sich auf einen Burger

+
Astronaut Alexander Gerst.

Oberpfaffenhofen - Der Countdown läuft: nach bisher 156 Tagen auf der Internationalen Raumstation ISS bereitet sich der deutsche Astronaut Alexander Gerst langsam auf den Rückflug zur Erde vor. Vorher gab er noch eine Pressekonferenz.

Der Countdown läuft: nach bisher 156 Tagen auf der Internationalen Raumstation ISS bereitet sich der deutsche Astronaut Alexander Gerst langsam auf den Rückflug zur Erde vor. Alle eineinhalb Stunden sieht er derzeit noch einen Sonnenaufgang, bald muss Gerst wieder mit einem am Tag vorlieb nehmen. Am 10. November gegen 4.00 Uhr morgens (MEZ) endet seine Mission „Blue Dot“ (Blauer Punkt) – benannt nach dem Blauen Planeten. Bevor ihn die Erde wieder hat, gab Alexander Gerst am Donnerstag eine letzte Video-Pressekonferenz aus dem All. Die tz war bei der Liveschaltung im Kontrollraum des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen dabei.

„Hallo Oberpfaffenhofen, hier ist die Raumstation. Ich verstehe sie laut und deutlich“, meldet sich Alexander Gerst. Dann spricht er über:

Die Bilanz seiner Arbeit: „Definitiv hat sich die Schinderei gelohnt.“ Die Vielfalt der Experimente, die er durchführen konnte habe ihn „positiv überrascht“. „Zwischendurch haben wir ein paar Tage lang von morgens bis abends gearbeitet. Ich freue mich, die Daten auf dem Boden zu sehen.“ Sein letztes und vor allem arbeitsfreies Wochende auf der ISS: Die kommenden Tage will Alexander Gerst besonders genießen. „Das gibt mir Zeit, mich von der Raumstation zu verabschieden, Erinnerungen aufzusaugen und mit nach Hause zu nehmen.“

Die Explosion der Versorgungsrakete am Mittwoch: Der Vorfall sei für ihn und seine Kollegen „keine sehr große Überraschung“ gewesen. Ihm sei bewusst, dass solche Zwischenfälle immer wieder passieren können. Er sei darauf auch „mental vorbereitet“ und habe trainiert, was im Notfall zu tun sei.

Die Gefahr von Weltraumschrott: Anfang der Woche musste die ISS deshalb ein Ausweichmanöver fliegen. „Das habe ich im Prinzip fast gar nicht mitgekriegt“, erzählt Gerst. Für die Mannschaft sei dies keine bedrohliche Situation gewesen. „Das hat die Raumstation quasi von selbst erledigt.“

Leben im Weltall: „Man gewöhnt sich daran, dass die Dinge schweben“, sagt Gerst. „Wir Menschen sind so anpassungsfähig, dass wir auch länger im Weltraum leben könnten.“ Was er im All vermisst: Die Familie, Freunde und natürlich seine Lebensgefährtin. Auch auf einen Burger, eine Pizza oder eine Grillparty freut sich Gerst. Ihm fehlt „das Grün der Natur, eine Herbstwanderung“.

Die Kameradschaft an Bord: „Ich war nie einsam. Das Team ist wie eine Familie“, lobt Alexander Gerst seine fünf Kollegen an Bord. Es sei in der ganzen Zeit nie ein böses Wort gefallen. „Das ist nicht selbstverständlich, dass man sich so gut versteht. Das werde ich vermissen.“

Sein Blickwinkel auf den Blauen Planeten: Wenn man die Erde einmal aus der Ferne betrachtet habe, ändere sich die Perspektive. Das Weltall bestehe nun einmal aus „einem schwarzen Nichts, ein paar Sternen und ganz wenigen Planeten“, so Gerst. „Wir leben auf einem davon. Unser Heimatort ist so zerbrechlich, dass wir uns mehr Gedanken darüber machen sollten, wie wir ihn schützen können.“

Nach etwa 20 Minuten endet die Verbindung. Gerst verabschiedet sich: „Vielen Dank, alles Gute. Wir sehen uns bald auf der Erde.“ Sabine Schwinde

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

„Ich will heute noch b...“ - Über diese Döner-Bestellung lacht das Netz
„Ich will heute noch b...“ - Über diese Döner-Bestellung lacht das Netz
So verzweifelt suchen Eltern im Netz nach ihren Kindern
So verzweifelt suchen Eltern im Netz nach ihren Kindern
Dieses dänische Model ist angeblich zu dick für Louis Vuitton
Dieses dänische Model ist angeblich zu dick für Louis Vuitton
Erschossener Elefant fällt um - und tötet Jäger
Erschossener Elefant fällt um - und tötet Jäger

Kommentare