Die Atom-Katastrophe in Japan: Live-Ticker vom Montag

Die Tragödie in Japan nimmt kein Ende: Die Bevölkerung muss nicht nur gegen die Verwüstung nach dem Tsunami kämpfen. Das Land steht zudem vor einer atomaren Katastrophe. Verfolgen Sie die aktuellen Ereignisse im Live-Ticker:

19.36 Uhr +++ Die Strahlungswerte in Fukushima sind nach Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA auch außerhalb der Evakuierungszone hoch. Nach Messwerten von Sonntag, auf die sich die IAEA beruft, lagen die Werte außerhalb der 20-Kilometer-Zone teils erheblich über der natürlichen Strahlung. “Da muss man sich etwas überlegen“, sagte ein hochrangiger IAEA-Beamter der Nachrichtenagentur dpa auf die Frage, ob eine Erweiterung der Evakuierungszone notwendig sei.

18.25 Uhr +++ Nach der Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima Eins ist auch das Meerwasser radioaktiv belastet. In der Nähe der Anlage sei im Wasser ein deutlich höherer Wert an radioaktivem Jod aufgetreten, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstag (Ortszeit).

17.47 Uhr +++ Das US-Militär hat am Montag damit begonnen, Jodtabletten an in Japan stationierte amerikanischen Soldaten und deren Familien zu verteilen. Nach US-Medienberichten werden die Pillen zum Schutz vor Schilddrüsenkrebs durch radioaktive Strahlung auf vier verschiedenen Stützpunkten in Japan ausgegeben. Es handele sich dabei um eine reine Vorsichtsmaßnahme, zitiert die Zeitung “Stars and Stripes“ das US-Militär. Derzeit gebe es keine Hinweise darauf, dass US-Soldaten und deren Familien gesundheitsschädlicher Strahlung ausgesetzt seien. Sie sollten die Tabletten auch erst dann einnehmen, wenn sie ausdrücklich dazu aufgefordert würden.

17.35 Uhr +++ Wegen Nachschubproblemen in Folge des Erdbebens und des Tsunamis in Japan hat der US-Autobauer General Motors (GM) die Produktion in einem Werk in Buffalo im US-Staat New York gestoppt. Betroffen ist eine Fabrik, in der Motoren für Pickups hergestellt werden. Wann die Produktion wieder starten könne, sei noch unklar. Bislang ist GM der einzige Autobauer in den USA, der so massiv von Lieferproblemen betroffen ist.

16.05 Uhr +++ Die japanische Polizei rechnet inzwischen mit mehr als 18.000 Toten durch die Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe vom 11. März. Bislang wurden mehr als 8.800 Leichen geborgen und identifiziert. 12.654 Menschen gelten noch als vermisst, wie die Nationale Polizeibehörde am Montag mitteilte.

15.59 Uhr +++ Die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft findet wegen des schweren Erdbebens und seinen Folgen nicht in Japan statt. Das erklärte der Präsident der Internationalien Eislauf-Union (ISU), Ottavio Cinquanta der Nachrichtenagentur AP.

15.46 Uhr +++ Die Auswirkungen der Japan-Katastrophe auf die Weltkonjunktur sind nach Einschätzung der deutschen Wirtschaft weiter nicht abschätzbar. “Die Katastrophe in Japan zeigt, dass wir weltweit mit Herausforderungen konfrontiert sind, die nur gemeinsam und grenzüberschreitend lösbar sind“, teilte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) am Montag in einem Außenwirtschaftsbericht mit. Im Prinzip seien die Perspektiven für eine Fortsetzung des Aufschwungs aber gut.

15.02 Uhr +++ Im Katastrophengebiet um das Atomkraftwerk Fukushima in Japan bleibt es weiterhin kalt: Die Temperaturen liegen deutlich im einstelligen Bereich, nachts blieben sie sogar unter null, sagte Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Montag. Der Wind weht noch leicht nach Nord und damit in Richtung der Hauptstadt Tokio. In den nächsten Tagen drehe er aber auf günstige West- bis Nordwest-Richtung.

14.22 Uhr +++ Die Katholische Deutsche Bischofskonferenz lädt für Freitag (25. März, 18.30 Uhr) zu einem Trauergottesdienst für die Opfer des Tsunamis in Japan in den Kölner Dom. Die Einladung richte sich an alle Gläubigen, vor allem aber an die Mitglieder der japanischen Gemeinden in Deutschland, wie ein Sprecher am Montag mitteilte. Der Gottesdienst wird vom Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz für die Auslandsseelsorge, dem Kölner Weihbischof Heiner Koch, gehalten.

14.17 Uhr +++ Die Anlagegesellschaft der Volksbanken, Union Investment, hat infolge der Krise in Japan einen ihrer offenen Immobilienfonds eingefroren. 14 Prozent des Immobilienvermögens des Fonds UniImmo Global befänden sich in Tokio, der Wert der sieben Gebäude sei momentan nicht zu bewerten, begründete der Sprecher von Union Investment Real Estate, Fabian Hellbusch, die Entscheidung.

14.03 Uhr +++ Ob Shiitake oder Austernpilz: Der Verzehr von Pilzen mit japanisch klingenden Namen ist in Deutschland unbedenklich - auch wenn es inzwischen Meldungen von verstrahlten Lebensmittel in Japan wegen der Atomkatastrophe gibt. Nach Angaben des Bundes Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer (BDC) in Bonn werden hierzulande keine frischen Pilze aus Japan verkauft. 98 Prozent der angebotenen Shiitake stammen aus deutscher Kultur, die restlichen 2 Prozent aus China.

13.07 Uhr +++ Der Chef der Internationalen Atombehörde (IAEA), Yukiya Amano, hat Japan für seien Umgang mit der Reaktorkatastrophe kritisiert und für die Zukunft Verbesserungen eingefordert.

12.50 Uhr +++ Die japanische Atomaufsicht wirft dem Betreiber des havarierten Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi massive Schlamperei bei den vorgeschriebenen Inspektionen vor. Bereits 9 Tage vor dem verheerenden Erdbeben erschien ein Bericht, in dem die Behörde die nicht durchgeführte Untersuchung von 33 Teilen der Anlage anprangert, unter anderem auch zentrale Elemente des Kühlsystems.

12.32 Uhr +++ Der Betreiber des stark beschädigten Kernkraftwerks Fukushima Eins will womöglich eine Entschädigung an Bauern in der Region zahlen. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Montagabend (Ortszeit) berichtete, habe Tepco das angedeutet. Für vier Präfekturen hat die Regierung ein Lieferverbot für Milch und mehrere Gemüsesorten verhängt.

12.14 Uhr +++ Der Wiederaufbau nach den verheerenden Ereignissen in Japan dürften die Preise für Öl, Gas und andere Rohstoffe in die Höhe treiben. Davor warnt die Weltbank.

11.34 Uhr +++ Auch über dem havarierten Reaktor 2 des Katastrophen-AKW Fukushima ist am Montag Rauch aufgestiegen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.

11.35 Uhr +++ In der Europäischen Union gibt es heftige Diskussionen über die geplanten Sicherheitschecks für Atomkraftwerke.

10.45 Uhr +++ Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist über die Belastung von Lebensmitteln durch austretende Radioaktivität im Norden Japans “stark besorgt“

10.40 Uhr +++ In immer mehr japanischen Regionen ist das Trinkwasser radioaktiv belastet. Spuren von Strahlung wurden am Sonntag und Montag im Leitungswasser von neun Präfekturen festgestellt, wie die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf Regierungsangaben berichtete.

10.21 Uhr +++ Bei der Inspektion des havarierten Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi hat es offenbar massive Unreglmäßigkeiten gegeben. Demnach ließ Betreiber Tepco 33 Teile der Anlage nicht inspizieren. Darunter hätten sich Notstromgeneratoren, Pumpen und andere Teile des Kühlsystems befunden, die dann vom Tsunami beschädigt wurden und deren Ausfall zu den massiven Problemen in dem Kraftwerk führte.

10.13 Uhr +++ Die britische Botschaft in Tokio hat Jodtabletten an britische Staatsbürger in Japan verteilt. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme, um einer möglichen Belastung durch radioaktives Jod aus dem havarierten Kernkraftwerk Fukushima Eins vorzubeugen, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums am Montag in London.

9.08 Uhr +++ Im AKW Fukushima sind am Montag die Einsatzkräfte evakuiert worden, wie aus offiziellen Kreisen verlautete. Grauer Rauch stieg aus Block 3 der Anlage auf.

8.54 Uhr +++ Den beiden am Sonntag geretteten Erdbeben-Opfern Sumi und Jin Abe geht es nach Angaben der behandelnden Klinik in Ishinomaki wieder gut. Die 80-Jährige und ihre Enkel waren erst neun Tage nach dem Erdbeben in ihrem zerstörten Haus in der Präfektur Miyagi entdeckt worden.

5.54 Uhr +++ Die Entsorgung der Reaktoren des havarierten Atomkraftwerks Fukushima Eins könnte nach Einschätzung eines Experten bis zu zehn Jahre dauern. Das berichtete die Zeitung “Asahi Shimbun“ am Montag in ihrem Facebook-Profil und berief sich auf einen Informanten des AKW-Betreibers Tepco

4.59 Uhr +++ Im Trinkwasser der japanischen Hauptstadt Tokio ist radioaktives Cäsium nachgewiesen worden. Am Montag riet das Gesundheitsministerium zudem den etwa 6.000 Bewohnern des Dorfes Iitate wegen erhöhter radioaktiven Jods im Wasser davon ab, Leitungswasser zu trinken.

4.15 Uhr +++ Zur Bewältigung der Naturkatastrophe in Japan will die Regierung einen Nachtragshaushalt auflegen. Es sei unumgänglich, bis Juni zwei zusätzliche Haushaltsgesetze mit Mitteln für den Wiederaufbau zu beschließen, sagte Jun Azumi von der regierenden Demokratischen Partei Japans (DPJ).

3.35 Uhr +++ Die japanische Polizei rechnet inzwischen mit mehr als 18.000 Toten durch die Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe vom 11. März. Sie gab diese Einschätzung am Montag in Tokio bekannt. Am Sonntag noch war von 8.600 Toten und 12.8000 Vermissten gesprochen worden.

3.27 Uhr +++ Japan wird nach Einschätzung der Weltbank fünf Jahre für den Wiederaufbau der von Erdbeben und Tsunami am 11. März verwüsteten Gebiete benötigen und dafür bis zu 235 Milliarden Dollar (165 Milliarden Euro) aufbringen müssen. Die Katastrophe werde das Wirtschaftswachstum Japans zunächst vermutlich um 0,5 Prozent mindern, hieß es in einem am Montag in Singapur veröffentlichten Bericht der Weltbank zu der Katastrophe vom 11. März weiter.

1.24 Uhr +++ Die Einsatzkräfte im Atomkraftwerk Fukushima haben am Montag die Kühlung von beschädigten Reaktoren mit Wasserwerfern fortgesetzt. Die Feuerwehrmänner und Soldaten der japanischen Streitkräfte besprühten die Reaktorblöcke 3 und 4 mit Meerwasser, wie der Fernsehsender NHK berichtete.

1.00 Uhr +++ Der Strahlenbiologe Edmund Lengfelder rechnet damit, dass die Hälfte der verbliebenen Arbeiter im havarierten Atomkraftwerk Fukushima den Strahlentod sterben wird. “Wenn eine Gruppe von zehn jüngeren Leuten zwölf Stunden einer solchen Dosis Leistung ausgesetzt ist, werden 50 Prozent davon, also fünf Männer, den akuten Strahlentod sterben“, sagte Lengfelder der “Frankfurter Rundschau“ (Montag).

0.19 Uhr +++ Ein weiteres Erdbeben hat am frühen Montagmorgen (Ortszeit) die Präfektur Fukushima im Nordosten von Japan erschüttert. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete, hatte es eine Stärke von 4.7. Angaben zu Verletzten oder Schäden gab es nicht.

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