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Anonymer Bieter zahlt 7 Millionen Euro für ein Schriftstück – es kam aus Bayern

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Von: Franziska Schwarz

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Ein antiquarischer Brief aus dem 16. Jahrhundert mit Tintenfeder
Ein antiquarisches Schriftstück (Symbolbild) wurde jetzt für sieben Millionen Euro in New York versteigert. © sqback/Imago

Der Urheber des Gebetsbuchs war ein Meister seines Fachs. Es ging durch viele Hände – und das steigerte seinen Wert.

New York/München - Das Kleinod kommt ursprünglich aus dem heutigen Bayern: Ein hebräisches Gebetsbuch ist in New York für rund 8,3 Millionen Dollar (etwa 7 Millionen Euro) versteigert worden – für mehr als je zuvor für ein hebräisches Manuskript. Das teilte das Auktionshaus Sotheby's am 19. Oktober mit. Das Buch entstand vor etwa 700 Jahren.

Zuvor war das „Luzzatto High Holiday Mahzor“ - von einer jüdischen Kulturorganisation zum Verkauf angeboten - auf einen Preis zwischen vier und sechs Millionen Dollar geschätzt worden. Mehrere Bieter hätten sich eine minutenlangen Wettstreit um das Gebetsbuch geleistet, hieß es von Sotheby's. Meistbietender wurde schließlich ein US-amerikanischer Sammler, der zunächst anonym bleiben wollte.

Das hebräische Gebetsbuch „Luzzatto High Holiday Mahzor“ liegt aufgeschlagen in einem Buchständer des Auktionshaus Sotheby‘s.
Das hebräische Gebetsbuch „Luzzatto High Holiday Mahzor“ vor der Auktion bei Sotheby‘s in New York. © Sotheby‘s/dpa

Schatz aus Bayern für Rekordsumme versteigert: Das Buch wanderte durch mehrere Länder

Im Sotheby‘s-Katalog hieß es über den Wertgegenstand: Das Manuskript hat ein Schriftgelehrter namens Abraham kopiert und gestaltet. „Seine kalligrafische Gewandtheit und künstlerische Kreativität zeigen sich in Layout, Schriftarten und Illustrationen des Buches, die gotische Architektur, Fabelwesen und Betende zeigen.“

Das Buch habe sich im Laufe der Zeit schon im Elsass, der Region um den Bodensee und nördlichen Italien befunden. Zahlreiche handschriftliche Notizen in dem Manuskript zeugten davon. „Auf dieser Reise passten die jeweils neuen Besitzer den Text an die Zeitgeist und regionale Gepflogenheit an, und vergrößerten so die Komplexiät und den Wert dieses Gebetsbuchs.“

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