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Fünf Ausbildungsberufe, in denen junge Fachkräfte mindestens 4000 Euro im Mittel verdienen

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Von: Isabelle Jentzsch

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Ein Auszubildender dreht im Beisein seines Ausbilders die Bolzen an einer Maschine fest.
Junge Fachkräfte verdienen in der Metall- und Elektrobranche besonders gut. (Symbolbild) © imago images/Daniel Ingold/Westend61

Nicht nur Studierende haben nach ihm Abschluss Chancen auf ein hohes Gehalt. Auch Fachkräfte können nach ihrer Ausbildung viel verdienen. In welchen Berufen das am besten geht, hat eine Studie gezeigt.

München - Immer mehr Schülerinnen und Schüler entscheiden sich nach ihrem Abschluss für ein Studium und immer weniger für eine Ausbildung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts* ist die Zahl der Auszubildenden in den letzten zehn Jahren um 17 Prozent gesunken, die Zahl der Studierenden hingegen um 47 Prozent gestiegen. Viele erhoffen sich durch ein Studium im Berufsleben ein höheres Gehalt zu bekommen, doch das muss nicht zwangsläufig so sein, wie eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) nun zeigt.

Die Wirtschaftswissenschaftlerinnen Helen Hickmann und Dr. Ruth Maria Schüler haben in einer Statistik die 20 lukrativsten Berufe für junge Fachkräfte erfasst. In allen 20 Berufen liegt das Bruttomonatsgehalt im Median über 3500€. Das bedeutet, dass die Hälfte der untersuchten Gruppe mehr als 3500€ verdient und die andere Hälfte weniger. Zum Vergleich: Der Median des monatlichen Gehalts aller sozialversicherungspflichtiger Artbeitnehmer unter 30, lag 2020 bei knapp 2900€.

Junge Fachkräfte: Die 5 bestbezahlten Berufe

Am meisten können junge Fachkräfte in der technischen Produktionsplanung und -steuerung verdienen. In diesen Berufen liegt der Median des Bruttomonatsentgelts bei knapp 4300€. Die Aufgaben von Produktionsplanern und Planerinnen sind beispielsweise die Planung und Organisierung von Arbeitsabläufen oder die Optimierung von Fertigungsprozessen.

Platz 2 der Statistik nimmt die Luft- und Raumfahrttechnik ein. Dort können Fachkräfte um die 4194€ brutto verdienen. Als Techniker oder Technikerin in der Luft- und Raumfahrt entwickelt, konstruiert und testet man Flugzeuge, Hubschrauber oder Raumfahrzeuge.

Knapp dahinter liegt in der Branche der Versicherungs- und Finanzdienstleistungen der Median des Monatsgehalts bei 4141€. In diesen Berufen werden beispielsweise Kunden und Kundinnen in Fragen der Versicherungen und Finanzen beraten. Aber auch in der Chemie- und Pharmatechnik können junge Fachkräfte mit 4038€ brutto überdurchschnittlich gut verdienen.

Die lukrativsten Ausbildungsberufe: Brandschutz auf Platz 5

Berufe im Brandschutz liegen auf Platz 5 der Statistik der Top-Gehälter für Fachkräfte unter 30. Hier kann im Median 4018€ brutto verdient werden. In diesen Berufen ist man bei der Berufsfeuerwehr oder in Betrieben mit erhöhtem Gefährdungspotenzial tätig.

Knapp hinter der Top 5 der lukrativsten Berufe für junge Fachkräfte liegen unter anderem Jobs in der Medizintechnik, im Energie- und Kraftwerkssektor, im Tagebau, der Automatisierungstechnik oder in der Sozialverwaltung. In allen Berufen verdienen junge Beschäftigte im Mittel zwischen 3500 und 3900 Euro. Auffallend dabei ist, dass die Hälfte der 20 erfassten Fachkraftberufe in der Metall- und Elektrobranche angesiedelt ist.

Wahl des Ausbildungsberufs: Nicht nur das Gehalt spielt eine Rolle

Trotz der guten Gehälter betonen die Autorinnen der Studie aber auch, dass die späteren Verdienstmöglichkeiten bei der Wahl des Ausbildungsberufs nur eine untergeordnete Rolle spielen. In vielen industriellen Berufen, vor allem aber in der Metall- und Elektrobranche gibt es einen Fachkräftemangel, obwohl die Stellen überdurchschnittlich gut bezahlt werden.

Vielmehr fließen Kriterien wie persönliche Interessen und der Bekanntheitsgrad des Berufes in die Ausbildungswahl mit ein. Schulen sollten bei der Berufsorientierung gerade Berufe mit Fachkräftemangel und guten Verdienst- und Karrieremöglichkeiten stärker bekannt machen, so die Autorinnen. (ij) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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