Ausländer fliehen aus Katastrophengebiet

Tokio - Die zunehmende radioaktive Strahlung rund um das japanische Atomkraftwerk Fukushima treibt immer mehr Ausländer in die Flucht.

Weil inzwischen auch in der rund 270 Kilometer entfernt gelegenen Hauptstadt Tokio eine leicht erhöhte Radioaktivität gemessen wurde, beschloss Österreich, seine Botschaft nach Osaka zu verlegen. Auch Frankreich empfiehlt seinen Bürgern inzwischen, Tokio zu meiden. Die USA raten im Moment ebenfalls von Reisen nach Japan.

Live-Ticker: Die Atom-Katastrophe in Japan

China beschloss am Dienstag als erstes Land, seine Bürger aus dem Nordosten Japans in Sicherheit zu bringen. Die chinesische Botschaft in Tokio teilte mit, es würden Busse in die am schwersten von der Katastrophe betroffenen Präfekturen Miyagi, Fukushima, Ibaraki und Iwate geschickt, um Chinesen dort abzuholen: Sie würden zum Flughafen gebracht und in die Heimat ausgeflogen. Nach Angaben der Regierung in Peking konnten rund 22.000 Chinesen in der Region im Nordosten Japans kontaktiert werden. 261 seien nicht zu erreichen gewesen.

Fukushima: Das AKW, vor dem die Welt zittert

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Grund für die gestiegene Radioaktivität war offenbar ein Brand im Block 4 des AKWs Fukushima, bei dem Radioaktivität direkt in die Luft gelangte. Die in einem Umkreis von 30 Kilometern um die Anlage wohnenden Menschen wurden angewiesen, in den Häusern zu bleiben und Türen und Fenster geschlossen zu halten.

In Tokio war die Radioaktivität nach Angaben der Behörden nur leicht erhöht. Ein Risiko für die 39 Millionen Menschen in dem Großraum bestehe nicht, hieß es.

Mehrere europäische Regierungen trauen den Angaben offenbar nicht ganz. Die tschechische Regierung schickte zwei Militärmaschinen, um das Philharmonie-Orchester auszufliegen, das sich in Tokio aufhielt.

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Die französische Regierung ist offenbar trotzdem besorgt. Wenn es keinen besonderen Grund gebe, sollte derzeit auf Aufenthalte in Tokio in den nächsten Tagen verzichtet werden, hieß es in einer E-Mail der Botschaft. Der französische IT-Techniker Thierry Tropee, der bislang in einem Vorort von Tokio lebte, erklärte, er und seine Frau hätten den dreijährigen Sohn in die 270 Kilometer westlich gelegene Stadt Nagoya gebracht, die Heimatstadt seiner Frau. Auch sechs seiner Freunde, drei Inder, zwei Franzosen und ein Brite dächten darüber nach, die Stadt zu verlassen.

Eine Gruppe von 16 internationalen Banken, darunter auch Citigroup, Bank of America und Societe General, verbreitete aber eine gemeinsame Erklärung, in der es hieß, der Betrieb gehe normal weiter. “Es ist Business as usual“, sagte JP-Morgan-Sprecherin Sachiko Hasegawa.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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