Australiens Feuer-Drama

Geschwister retten sich mit Sprung in Fluss

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Die fünf Geschwister retten sich mit ihrer Oma in den Fluss.

Hobart - Ihre Welt steht in Flammen. Todesangst! Für die Geschwister Walker aus dem tasmanischen Ort Dunalley in Australien ist der Fluss die letzte Rettung vor dem Feuer.

Caleb (6), Esther (4), Liam (9), Matilda (11) und Charlotte(2, v.l.), bleibt nur noch ein Ausweg – der rettende Sprung vom Steg in den Fluss. Ihre Oma Tammy Holmes ist bei ihnen, hält sie ganz fest. Dabei steht auch ihr die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben: Soeben brennt ihr Haus nieder. Immerhin sind alle gerettet...

Der gesamte Südosten des Landes kämpft derzeit mit heftigen Buschbränden, am Mittwoch wurden rund 200 gemeldet. An manchen Stellen errichtete die Feuerwehr Erdwälle, um eine weitere Ausbreitung der Flammen zu verhindern. In Tasmanien suchen Rettungsmannschaften nach rund hundert Vermissten. Grund für das derzeit wütende Inferno ist eine massive Hitzewelle in Australien.

Die Rettung von Familie Walker

Hitzewelle: Australien steht in Flammen

Der Montag war mit einem landesweiten Durchschnittwert von 40,33 Grad Celsius der heißeste Tag seit Beginn der Aufzeichnungen in Australien. Für die kommende Woche werden sogar 54 Grad erwartet.

Neue Brandherde fachen Feuergefahr an

Also auch weiter keine Entspannung in Sicht: Die akute Buschbrandgefahr ist nicht gebannt. Zehntausende Feuerwehrleute waren am Mittwoch im Einsatz, um Hunderte kleinere Brandherde einzudämmen. Immer wieder brachen neue Feuer aus. Die Feuerwehr behielt zunächst die Oberhand. Dennoch herrschte weiter Alarmstufe rot, denn Tausende Hausbesitzer ignorieren die Aufforderungen der Behörden, vor den Flammen zu fliehen.

Die meisten Menschen nähmen die Warnungen der Behörden zwar ernst, „aber es gibt immer einige, die es besser wissen“, sagte Rob Rogers von der Feuerwehr New South Wales dem Fernsehsender ABC. „Denjenigen möchte ich folgendes sagen: Wenn Sie in der Vergangenheit Warnungen ignoriert haben, dann ist heute der Tag, an dem sie auf die Behörden hören sollten.“

Das Land liegt unter der seit Jahrzehnten schlimmsten Hitzeglocke, und die Behörden warnen, dass der kleinste Funke katastrophale Folgen haben könne. Seit sechs Tagen liegen die Höchsttemperaturen über 39 Grad. Starke Winde können kleine Buschfeuer rasch in Flammenwalzen verwandeln. „Es wird wieder ein langer Tag“, sagte der Chef der Feuerwehr des Bundesstaates New South Wales, Shane Fitzsimmons. „Alle Feuerwehrleute kennen die Risiken.“ Nach einer leichten Abkühlung am Mittwoch sollen die Temperaturen wieder steigen.

„Ihr habt ein Wunder vollbracht und so viele Menschen und Häuser beschützt“, sagte Premierministerin Julia Gillard in einer Nachricht an die zumeist freiwilligen Helfer. Bislang wurden in der Krisenregion nur wenige Gebäude zerstört, und es gab bisher keine Berichte über Tote oder Schwerverletzte - ein glimpflicher Verlauf im Vergleich zu den Buschbränden vor knapp vier Jahren. In der Region um Melbourne waren im Februar 2009 insgesamt 173 Menschen bei schweren Buschbränden gestorben. Etwa 2000 Häuser brannten damals nieder.

Aufregung gab es jedoch um drei Teenager im Bundesstaat New South Wales. Sie hatten in einem Vorort von Sydney einen Brand gelegt, wurden aber auf Kaution wieder freigelassen. Premier Barry O'Farrell zeigte sich entrüstet: „Wir sollten diese Leute hierher bringen. Und sie sollen helfen, die Schafe notzuschlachten, die durch die Brände verletzt wurden. Denn wenn man das einmal macht, will man so etwas nie wieder sehen“, sagte er während eines Besuchs in einem stark von den Bränden betroffenen Bezirk.

Auf Tasmanien, das in der vergangenen Woche von Buschfeuern heimgesucht wurde, hätten viele Menschen ihr Eigentum verloren, sagte die Premierministerin des Bundesstaats, Lara Giddings. 128 Häuser wurden zerstört, etwa ein Prozent der gesamten Fläche brannte.

dpa/ap

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