Trauer um Taps

Bär aus Osnabrücker Zoo ausgebrochen und erschossen

+
Mischbären im Zoo von Osnabrück

Osnabrück - Dramatischer Schreckmoment im Zoo Osnabrück: Einer der zwei Bären bricht aus dem Gehege aus. Zoomitarbeitern bleibt nichts anderes übrig, als Bär Taps zu erschießen.

Ein Bär ist im Osnabrücker Zoo aus dem Gehege ausgebrochen und daraufhin erschossen worden. Zwischenzeitlich sei der Zoo geräumt worden, sagte Zoo-Geschäftsführer Andreas Busemann am Samstag. „Wir haben sofort mit dem Team reagiert, zum Schutz der Besucher mussten wir das Tier erschießen.“ Bei dem Bären habe es sich um einen der beiden sogenannten Cappuccino-Bären, einer der Attraktionen des Zoos, gehandelt.

Bär Taps sei es auf noch unbekannte Weise gelungen, die Bärenanlage komplett zu verlassen. Noch vor Eintreffen der alarmierten Polizei sei das Tier getötet worden. „Es bestand zu keinem Zeitpunkt Gefahr für Leib und Leben.“ Mit der Polizei wurde am Samstagnachmittag nach der Ausbruchsstelle gesucht, über die der Bär aus dem Gehege gelangen konnte. Nach dem Zwischenfall konnten die Besucher den Zoo wieder betreten, ein Teilbereich blieb abgesperrt.

Bei den Cappuccino-Bären Tips und Taps handelt es sich um cremefarbene Mischlinge, das Produkt der gemeinsamen Haltung verschiedener Bärenarten in einem Gehege vor mehr als zehn Jahren. Dass ein Eisbär mit einer Braunbärin Nachkommen zeugt, hätten die Tierpfleger damals nicht für möglich gehalten. Nach der Geburt der Geschwister 2004 wurden die Arten sofort getrennt.

Der Zoo Osnabrück nutzte die putzigen Cappuccino-Bären, um bei Führungen und in einer Ausstellung auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Denn auch in arktisnahen Regionen, etwa in Kanada, wurden 2006 und 2010 Bären geschossen, die sich per DNA-Nachweis als Mischlinge entpuppten. Sie wurden „Grolar“ oder „Pizzly“ getauft. Ihr Auftauchen hat vermutlich damit zu tun, dass sich die Lebensräume von Polarbären und Grizzlys - der amerikanischen Variante des Braunbären - aufgrund der Erderwärmung zunehmend überschneiden.

Tips und Taps zeigten im Osnabrücker Zoo Verhaltensweisen beider Arten. Im Winter versuchten sie, das Eis auf dem zugefrorenen Teich aufzubrechen. Dies ist typisch für Eisbären, die in der Wildnis auf diese Weise an Robben als Beute kommen wollen. Im Sommer lagen beide gern faul im Gehege und dösten vor sich hin, was dem Naturell des Braunbären entspricht.

Erst Anfang der Woche Eisbär Fritz im Berliner Zoo für Aufsehen gesorgt. Das Jungtier war an einer schweren Infektion gestorben.  Auch in München gibt es derzeit Bärennachwuchs. Jungtier Queenie hatte sich vor Kurzem das erste Mal aus seiner Bruthöhle heraus getraut.

Ausgebrochene Zootiere in Deutschland

Auch bei Zootieren ist der Freiheitsdrang mitunter größer, als es als die Sicherheitsvorkehrungen sind. In vielen Fällen enden die Ausbrüche glimpflich - aber leider nicht immer. Einige Beispiele:

Januar 2017: Fünf Tage lang entkommt LUCHS „Findus“ seinen Verfolgern aus dem Gelsenkirchener Zoo, bis er schließlich betäubt werden kann. Seine Flucht war möglich geworden, weil ein Wassergraben zwischen seinem Gehege und den Besuchern zugefroren war.

September 2016: SCHNEELEOPARD „Irbis“ entkommt im Wuppertaler Zoo aus seinem Gehege. Die rund 1000 Besucher werden in die Tierhäuser gebeten und die Eingänge gesperrt. Nach rund 30 Minuten findet eine Tierärztin den Schneeleoparden auf dem Zoogelände und betäubt ihn.

Juli 2016: Das LÖWENPÄRCHEN „Gretchen“ und „Massai“ entdeckt eine offene Tür in seinem Gehege im Wildpark Johannismühle in Brandenburg. Zu zweit erkunden die Tiere den umzäunten Außenbereich. Der Park wird sofort geräumt. Nach zwei Stunden beendet eine Tierärztin mit einem Betäubungsgewehr den Ausflug.

Mai 2016: Statt im Tierpark Wittenberg ins Gehege einer Artgenossin zu tapsen, entwischt NASENBÄR „Manni“. Am Zaun bekommt er einen Stromschlag, flieht aber trotzdem quer durch die Stadt. Die Odyssee durch Wittenberg endet schließlich im Innenhof des Amtsgerichts. Ein Tierarzt kann das Tier dort betäuben.

August 2015: Für ORANG-UTAN „Nieas“ endet die Flucht aus dem Duisburger Zoo tödlich. Der Affe war aus seinem Stall entwischt und gerade dabei, über den Außenzaun zu klettern, als sein Ausbruch entdeckt wird. Dem Zoo zufolge war es da schon zu spät, um ihn noch zu betäuben - er muss erschossen werden.

März 2014: STACHELSCHWEIN „Hartmut“ entkommt wegen eines offenen Gatters mit seiner Rotte aus dem Gehege. Seine Gefährten lassen sich einfangen, doch das Tier sucht das Weite. Es wird an einer nahe gelegenen Bahnstrecke von einem Zug überfahren.

Im Video: Das kleine Eisbärenbaby wagt sich nach draußen

dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Reformationstag 2017: Über diesen zusätzlichen Feiertag freut sich ganz Deutschland
Reformationstag 2017: Über diesen zusätzlichen Feiertag freut sich ganz Deutschland
Zeitumstellung 2017: Wann werden die Uhren auf Winterzeit umgestellt?
Zeitumstellung 2017: Wann werden die Uhren auf Winterzeit umgestellt?
Lotto am Samstag 21.10.2017: Das sind die aktuellen Lottozahlen
Lotto am Samstag 21.10.2017: Das sind die aktuellen Lottozahlen
Lotto am Mittwoch vom 18.10.2017: Das sind die aktuellen Lottozahlen
Lotto am Mittwoch vom 18.10.2017: Das sind die aktuellen Lottozahlen

Kommentare