Englischer Gangster blamiert sich

Bankraub scheitert wegen kuriosem Kommunikationsproblem - Täter flieht ohne Beute

Zwei Hände umfassen eine Pistole
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In England endete ein Banküberfall für den Räuber nicht nach Wunsch. (Symbolbild)

Nicht jeder Gangster ist mit seinen kriminellen Handlungen erfolgreich. In England musste ein Bankräuber sein Vorhaben aus einem völlig banalen Grund beenden.

London Er witterte den Coup seines Lebens. Doch ein Mann vermasselte im Südosten von England seinen minutiös geplanten Bankraub. Weil er offenbar an seiner Schrift noch etwas arbeiten muss.

Der 67-jährige Alan Slattery glaubte, er habe den perfekten Plan. Er wollte eine Bank überfallen und dabei möglichst wenig Aufsehen erregen. Deshalb schrieb er einen kleinen Zettel, auf dem er eine Drohung und seine Forderung an den Bankangestellten notierte.

Bankraub in England geht schief: Drohschreiben des Gangsters zu unleserlich für Bankmitarbeiter

In einer Bank in Eastbourne schob der Kriminelle das Stück Papier unter der Glaswand des Schalters durch. Allerdings verfehlte der ausgeklügelte Plan mit dem Drohschreiben sein Ziel. Der Grund: Der Bankmitarbeiter konnte die Schrift des Räubers nicht lesen. Der Bankraub war gescheitert, Slattery musste unverrichteter Dinge wieder von Dannen gehen. Ein klassischer Fall von dumm gelaufen. Der Fall ereignete sich nach Angaben der Polizei der englischen Grafschaft Sussex schon im März.

Dabei konnten Kollegen des überfallenen Bankmitarbeiters einige Zeit nach dem Raubversuch doch noch entschlüsseln, was Slattery da vor hatte. „Die Glasscheibe wird Sie nicht vor dem schützen, was ich hier habe. Also schieben Sie einfach die Zehner und Zwanziger rüber. Denken Sie an die anderen Kunden“, stand auf dessen Drohschreiben.

Bankräuber in England scheitert kläglich – trotzdem versucht er es später noch einmal

Einmal war sein Plan also gescheitert. Das war aber noch lange kein Grund für den Bankräuber ohne Schönschrift, so schnell aufzugeben. In Tagen nach seinem ersten Raubversuch steuerte Slattery zwei weitere Banken in der Nähe an. Ein Mal klappte der Bankraub, in Saint Leonards bekam es eine Kassiererin der Filiale mit der Angst zu tun. Sie gab dem Gangster umgerechnet knapp 2800 Euro.

Der Erfolg motivierte Slattery offensichtlich, weitere Bankraube in Angriff zu nehmen. Das wurde ihm schließlich zum Verhängnis. Ein Bankmitarbeiter in Hastings ließ sich nicht von Slattery überrumpeln und sprach in auf seinem Drohzettel an. Für den Bankräuber offenbar zu viel, er verließ die Bank, ohne etwas erbeutet zu haben.

England: Bankräuber mit unleserlicher Schrift landet im Gefängnis

Anschließend kam man Slattery auf die Spur. Ein Busfahrer lieferte mit seiner Aussage entscheidende Hinweise. Auch die Überwachungsvideos der Banken halfen, den Bankräuber mit der Sauklaue dingfest zu machen. Slattery wurde in der Nähe seiner Wohnung von der Polizei festgenommen. Ihm wurde im Juli der Prozess gemacht. Das Urteil: Eine sechsjährige Haftstrafe (davon zwei zur Bewährung).

„Diese Vorfälle haben die Angestellten und die Öffentlichkeit verängstigt. Ich möchte allen Opfern und Zeugen danken, die unsere Ermittlungen unterstützt haben“, sagte Strafermittler Jay Fair nach der Urteilsverkündung. Der räuberische Rentner muss nun für mindestens vier Jahre ins Gefängnis. Das sollte für Slattery genug Zeit sein, um in Ruhe an seinem miesen Schriftbild zu arbeiten. (kh)

Ebenfalls kurios: In Schweden ereignete sich kürzlich eine bizarre Geiselnahme. Eine Pizza mit Spezial-Beleg sorgte schließlich für die Freilassung.

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