Entscheidung könnte den Markt schwächen

BR warnt vor Einschränkung der Werbezeiten

München - Der Bayerische Rundfunk warnt nach der Entscheidung, die Werbezeiten in den WDR-Hörfunkprogrammen schrittweise zu reduzieren, vor einer Schwächung des gesamten Radiomarktes.

Der Düsseldorfer Landtag hatte vergangene Woche beschlossen, die Werbezeit in den Radiowellen des Westdeutschen Rundfunks von heute 90 Minuten täglich auf 60 Minuten im Jahr 2019 zu kürzen. Dies führe jedoch zu Umsatzeinbußen auch bei den anderen Landesrundfunkanstalten in der ARD, kritisierte der BR am Dienstag - und schwäche auf längere Sicht den gesamten Radiomarkt.

Hintergrund ist, dass die neun öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten Radiowerbung, die in mehreren Regionen geschaltet wird, gemeinsam vermarkten. Wenn der WDR nun weniger Werbung verkaufen könne, werde er dies lieber im lukrativeren Einzelverkauf statt über die gemeinsame, mit Rabatten verbundene Vermarktung tun, argumentiert der BR. „Allein die BR-Vermarktungstochter „BRmedia“ rechnet bei einer Reduzierung der WDR-Hörfunkwerbung in den Jahren 2017 bis 2020 mit einem Rückgang ihrer eigenen Werbeerlöse in zweistelliger Millionenhöhe.“

„Der Gesetzgeber in Nordrhein-Westfalen löst durch die Änderung des WDR-Gesetzes letztendlich den Solidarpakt zur gemeinsamen Rundfunkfinanzierung und zur Beitragsstabilität zwischen den Bundesländern auf“, kritisierte BR-Hörfunkdirektor Martin Wagner und forderte: „Wenn Werbeeinnahmen gekürzt werden, muss über höhere Rundfunkbeiträge ein Ausgleich hergestellt werden.“ Zugleich bestehe die Gefahr, dass der Radio-Werbemarkt durch die Reduzierung der Werbezeiten bei öffentlich-rechtlichen Sendern generell unattraktiv werde, weil bestimmte Zielgruppen nicht mehr erreicht würden. Die Budgets dürften dadurch zur Online- und Außenwerbung abwandern.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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