Beunruhigend

Ammoniumnitrat-Lager der Hisbollah auch in Deutschland -Verfassungsschutz bestätigt Verdacht

Die Hisbollah soll in Deutschland große Mengen Ammoniumnitrat gelagert haben. Der Verfassungsschutz bestätigt nun Medienberichte.

Update vom 07.08.2020, 10:30 Uhr: Mittlerweile hat das Bundesamt für Verfassungsschutz bestätigt, dass es in Süddeutschland ein Lager mit Ammoniumnitrat der Hisbollah gegeben hat. Zuvor hatten die Tageszeitung Welt und der Nachrichtensender N-TV davon berichtet.

Der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad soll die deutschen Behörden auf das Lager aufmerksam gemacht haben. Aktuell sieht das Bundesamt für Verfassungsschutz bei dem Lager in Süddeutschland und den Ereignissen in Beirut keinen Zusammenhang, wie es gegenüber zeit.de mitgeteilt hat.

Nach einer verheerenden Explosion im Hafen der libanesischen Stadt Beirut, wird nun diskutiert, wie es zu der Katastrophe kommen konnte und wer für die enorme Zerstörung verantwortlich ist. Die islamistische Terrororganisation Hisbollah soll die Häfen im ganzen Libanon zu großen Teilen kontrollieren.*

Geheimes Hisbollah-Lager in Süddeutschland? Das sagt der Verfassungsschutz

Wo sich das Lage genau in Süddeutschland befunden haben soll, will der Verfassungsschutz nicht sagen. Auch über mögliche weitere Funde schweigt die Behörde. „Dazu können aus Gründen des Schutzes operativer Belange der deutschen Sicherheitsbehörden keine Angaben gemacht werden", zitiert zeit.de entsprechende Quellen.

Bereits 2016 soll das Ammoniumnitrat-Lager von den Sicherheitsbehörden aufgelöst und der hochexplosive Stoff außer Landes gebracht worden sein. Die FDP hat wegen des Berichtes nun die Landesregierung kontaktiert. „Bayern darf nicht zum Sprengstofflager von Islamisten werden“, sagte Fraktionschef Martin Hagen.

Ammoniumnitrat-Lager der Hisbollah in Baden-Wüttemberg oder Bayern? Verfassungsschutz schweigt

Erstmeldung: Berlin - Hunderte Kilogramm Ammoniumnitrat soll die radikal-islamistische Hisbollah-Miliz in Süddeutschland gelagert haben. Das meldete die „Welt“ unter Verweis auf einen Bericht des israelischen Geheimdienstes Mossad. Demnach hat der Mossad Anfang Mai deutsche Behörden darüber informiert, dass Anhänger der Terrororganisation in Deutschland Zugriff auf die Chemikalie haben, die in Beirut die riesige Explosion ausgelöst hat. Die Behörden hätten diesen Fund entdeckt und entsprechend auch zerstört, meldet darüber hinaus das Nachrichtenportal „ntv“.

Die libanesische Terrororganisation Hisbollah drohte Israel einst, schreibt die „Welt“ weiter, mit einem gigantischen Ammonium-Anschlag.

Hisbollah-Lager in Süddeutschland: Seit April 2020 verboten

Im April hatte das Bundesinnenministerium sämtliche Aktivitäten der Hisbollah in Deutschland verboten. Der militärische Arm der „Partei Gottes“ wurde von der Europäischen Union bereits 2013 als Terrororganisation eingestuft. Stiftungen, Moscheen und andere zivile Einrichtungen waren in Deutschland bis vor kurzem aber weiter erlaubt. Nach Angaben des Verfassungsschutzes soll die Organisation in Deutschland etwa 1050 Anhänger haben, die als extremistisch eingestuft werden.

Hisbollah-Lager in Süddeutschland? Es könnte noch mehr Lager geben

Die „Welt“ berichtete zudem, dass der Mossad neben der Warnung vor der explosiven Substanz auch weitere Informationen über Hisbollah-Schlüsselpersonen in Deutschland und Geldwäsche von Angehörigen der Miliz weitergegeben habe.

Vor einem Jahr hatten britische Medien über einen ähnlichen Fall wie in Deutschland berichtet. Damals hieß es, dass Radikale mit Verbindungen zur Hisbollah in London tonnenweise Ammoniumnitrat gelagert hätten. Der „Daily Telegraph“ teilte im Juni 2019 mit, dass im Nordwesten der britischen Hauptstadt drei Tonnen der Substanz in Kühlpacks versteckt gelagert hätten.

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Rubriklistenbild: © Nicolas Armer/dpa

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