Nächtliche Polizeieskorte für Unnütz-Bauwerk

Peinliches Brücken-Fiasko: Stahl-Koloss nutzlos - Bürgermeister rechtfertigt sich vor Kindergartenkindern

Ein Kran entfernt die neue Brücke über die Erf wieder, nachdem sich herausgestellt hat, dass einer der Aufleger zu nicht hoch genug ist.
+
Ein Kran entfernt die neue Brücke über die Erf wieder, nachdem sich herausgestellt hat, dass einer der Aufleger zu nicht hoch genug ist.

Wie konnte das passieren? Die fertige Brücke baumelt schon am Kran und erst dann bemerken die bayerischen Bauherren, dass der Koloss nutzlos ist.

Bürgstadt - Ein tonnenschweres und wirklich peinliches Bau-Debakel ereignete sich in Franken. Wie das ganze passieren konnte, musste Bürgstadts Bürgermeister zu allererst einer Kindergarten-Gruppe erklären. Für sie war ein besonderer Tag ins Wasser gefallen.

Ins Wasser wäre auch die fertige Brücke beinahe gefallen. Mit einer Polizeieskorte wurde sie Mittwoch an die Erf gebracht. Und erst als der Stahl-Koloss schon am Kran baumelte, fiel das peinliche Missgeschick auf.

Bayern: Brücke hängt schon am Kran - aber dem Tonnen-Koloss fehlen 14,5 Zentimeter

Der Kranfahrer dürfte schier verzweifelt sein. Wie er es auch drehte und wendete, die neue Erfbrücke wollte einfach nicht passen. Kein Wunder. Sie ist 14,5 Zentimeter zu niedrig. Der Hersteller schaue jetzt, ob man etwas unterlegen kann, sagte ein Verantwortlicher dem „Main-Echo“.

3,5 Tonnen Stahl und Aluminium liegen jetzt erstmal auf einer Wiese herum. Was für zahlreiche Fußgänger und Radfahrer in der Region mehr als ärgerlich ist. Der Übergang wird stark frequentiert. Die Ersatzkonstruktion aus Gerüstteilen musste schnell wieder aufgebaut werden. Sie ist aber nicht mehr als eine Notlösung. Auf der mobilen Brücke ist es so schmal, dass zwei Personen kaum aneinander vorbei passen.

Bürgstadt in Franken: Polizei eskortiert nutzlose Brücke sieben Stunden durch die Nacht

Nur eine Handlänge machte den ganzen Plan jetzt zunichte. Aber wie konnte das passieren. Man habe mit zwei Bestandsplänen gearbeitet, da habe alles gepasst, erläutert der Chef der Herstellerfirma Werner Glück, „vor Ort war es dann anders.“

Besonders unangenehm wurde das Brücken-Fiasko für die Verantwortlichen auch noch. Denn rund um die Einsetzung des fertigen Bauwerks wurde einiges vorbereitet. So eskortierte die Polizei den Koloss sieben Stunden durch die Nacht. Er wurde von Engen/Welschingen an die Erf bei Bürgstadt gebracht.

Brücken-Fiasko bei Bürgstadt: Kindergartenkinder trösten Bürgermeister - mit LEGO klappt es auch nicht immer

Dort machte dann auch eine Handvoll Kindergartenkinder große Augen. Sie sollten die ersten sein, die über die neue Erfbrücke gehen dürfen. Der Debüt-Spaziergang scheiterte aber eben an den angesprochenen 14,5 Zentimetern.

Bürgermeister Thomas Grün tröstete die Kleinen höchstselbst. „Die Brücke passt nicht“, gestand er. Kündigte aber an: „Dann könnt ihr nochmal kommen und zuschauen, wie die Brücke eingesetzt wird.“ Die Kinder nahmen es verständnisvoll und trösteten den Bürgermeister sogar ihrerseits. Mit ihren LEGO-Bauwerken passiere so etwas auch manchmal.

In ähnliches Projekt in ganz anderen Dimensionen wurde jüngst in München erfolgreich zu Ende gebracht. Eine 1.300 Tonnen schwere Brücke musste bewegt werden. Der Bahnverkehr wurde davon stark beeinträchtigt.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare