In freier Wildbahn ausgerottet

Bedrohte Säbelantilopen im Tschad ausgewildert

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Eine Säbelantilope wird in ein Reservat im zentralafrikanischen Tschad ausgewildert. Foto: John Newby / Sahara Conservation Fund/dpa

Mit ihren gebogenen Hörnern ist die Säbelantilope ein stattlicher Anblick. Tierforscher wollen sie mit einer Auswilderungsaktion retten.

N’Djamena/Washington (dpa) - Im zentralafrikanischen Tschad siedeln Forscher die in freier Wildbahn als ausgerottet geltenden Säbelantilopen wieder an.

Die Tiere mit den imposanten, säbelartigen Hörnern (Oryx dammah) sind seit den 1990er Jahren nicht mehr in der Natur gesichtet worden und überlebten nur in Gefangenschaft. Einst waren sie im nördlichen Afrika weit verbreitet.

Nachdem die ersten 23 Antilopen schon im August 2016 in einem 80.000 Quadratkilometer großen Reservat in die Wildnis entlassen worden waren, folgen in diesen Tage die nächsten 23 Exemplare. "Bisher ist alles erfolgreich verlaufen. Wir hoffen bald auf weiteren Nachwuchs", sagte einer der Projektleiter, Biologe Jared Stabach (Smithsonian National Zoo and Conservation Biology Institute, Washington). Das erste Jungtier, noch in Gefangenschaft gezeugt, sei schon geboren und wohlauf.

"Wir beobachten und überwachen die Tiere mit Hilfe von GPS-Halsbändern", so Stabach. Schon wenige Tage nach dem Aussetzen hätte sich die Herde, die bis auf zwei Exemplare zusammengeblieben sei, 60 Kilometer weit entfernt. "Sie verhalten sich normal, mit langer Mittagsruhe der Trockenzeit entsprechend."

Insgesamt sollen im Verlauf der nächsten Jahre 300 bis 500 Tiere ausgewildert werden. "Das ist das Minimum, damit die Antilopen in freier Wildbahn überleben", sagte Stabach.

Natürliche Feinde wie Geparden und Löwen gebe es in der Region für die Gras fressenden Säbelantilopen nicht mehr. Die Menschen seien bisher begeistert von der Rückkehr der Tiere. "Die größte Bedrohung wird sein, wenn sie wegen ihrer Hörner irgendwann wieder gejagt werden", sagte Stabach.

Eine solche Auswilderungsaktion in einem nicht-umzäunten Terrain sei einzigartig, so Stabach. Weltweit leben in Gefangenschaft etwa 6000 bis 10 000 der Tiere, die meisten davon in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Fast alle stammen von 40 bis 50 Tieren ab, die in den 1960er Jahren aus der Tschad-Region gerettet wurden.

Artikel im New Scientist

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