Bericht: Kernschmelze in Fukushima

Tokio - Im japanischen Kernkraftwerk Fukushima hat es offenbar eine Kernschmelze gegeben. Die ARD meldet, die japanische Behörde für Kernkraftsicherheit habe dies offiziell bestätigt. Die Regierung dementiert.

Bei einer Explosion in der japanischen Atomanlage Fukushima-Daiichi ist das Reaktorgebäude zerstört worden. Menschen im Umkreis von zehn Kilometern sollten sich schnell in Sicherheit bringen, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Samstag. Fernsehbilder zeigten, dass ein Teil des Reaktors eingestürzt ist.

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Die japanische Betreibergesellschaft des Atomkraftwerks Fukushima erklärt hingegen, dass es keinen Schaden am Reaktorgehäuse gegeben hat. Das meldete die Nachrichtenagentur Kyodo.

Japans Premierminister Naoto Kan hat sich besorgt über die Lage nach dem Atomunfall gezeigt, aber nicht von einer Kernschmelze im beschädigten Atomkraftwerk Fukushima gesprochen. Die Explosion vom Nachmittag werde zu keinem größeren radioaktiven Leck führen, sagte anschließend sein Regierungssprecher Yukio Edano.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) vermutet hingegen, dass es in dem japanischen Kernkraftwerk Fukushima zu einer Kernschmelze gekommen ist. “Anhand der uns vorliegenden Informationen neigen wir dazu, dass dort eine Kernschmelze im Gange ist“, sagte Röttgen am Samstagmittag im WDR-Hörfunk. Dennoch sei eine Bedrohung für Deutschland und Europa nahezu ausgeschlossen.

Nach der Explosion ist nach Angaben der Regierung keine erhöhte Strahlung im Umfeld des Reaktorgebäudes nachweisbar. Das Stahlgehäuse, das den Reaktor schütze, sei beim Einsturz der umgebenden Wände nicht beschädigt worden, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Samstag. Der nach dem Ausfall des Kühlsystems zuletzt stark angestiegene Druck im Reaktor nehme zudem wieder ab. 

CNN: Explosion Atomanlage von Wasserdampf

Die Explosion in der japanischen Atomanlage Fukushima-Daiichi ist offenbar nicht von dem Atomreaktor selbst, sondern von einem Pumpsystem zur Kühlung der Brennstäbe ausgelöst worden. Das berichtete der US-Fernsehsender CNN unter Berufung auf Regierungssprecher Yukio Edano am Samstag auf seiner Internetseite. Demnach sei während des Kühlprozesses Wasserdampf entstanden, der die Explosion letztlich auslöste.

dapd/dpa

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